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Große Mehrheit für eine Frauenquote in der CDU

Annegret Kramp-Karrenbauer, Bundesvorsitzende der CDU und Verteidigungsministerin. Foto: Kay Nietfeld/dpa

In den Führungsgremien der deutschen CDU hat es eine breite Mehrheit für einen Kompromiss zur Einführung einer schrittweisen verbindlichen Frauenquote von 50 Prozent gegeben.

In der Struktur- und Satzungskommission der Partei gab es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus der Partei am frühen Mittwochmorgen 34 Ja- und 7 Nein-Stimmen sowie 5 Enthaltungen.

Der in insgesamt gut elfstündigen Verhandlungen unter Federführung von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak erarbeitete Kompromiss sieht vor, dass es eine schrittweise Anhebung der Quote für Vorstandswahlen ab der Kreisebene gibt.

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So soll am 1. Januar 2021 eine Frauenquote von 30 Prozent gelten und zum 1. Januar 2023 eine Quote von 40 Prozent. Zum Jahresanfang 2025 gilt demnach eine Frauenquote von 50 Prozent. Die Regelung soll für Gruppenwahlen von Vorständen etwa für stellvertretende Vorsitzende und Beisitzer gelten. Für Einzelwahlen von Vorsitzenden, Mitgliederbeauftragten oder Schatzmeistern auf Bundesebene soll die Regelung nicht gelten.

Die endgültige Entscheidung muss der für Anfang Dezember geplante Bundesparteitag in Stuttgart treffen. Zuvor will sich der CDU-Bundesvorstand im Oktober mit den Empfehlungen der Kommission befassen.

Von den derzeit gut 400.000 Mitgliedern der CDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands) sind nur 26 Prozent Frauen. In der Christdemokratie hatte es lange Zeit Widerstand gegen eine Frauenquote gegeben. Nach dpa-Informationen gab es in der Spitze der Nachwuchsorganisation Junge Union (JU) Kritik an der Entscheidung aus der Nacht. Am Vormittag tagte der JU-Vorstand in einer Videokonferenz. (dpa)

14 Antworten auf “Große Mehrheit für eine Frauenquote in der CDU”

    • denke global, handle lokal

      Ja, und natürlich Altersquoten, Körpergrößenquoten, eine Elternquote, eine Arbeiterquote, eine Systemrelevantenquote, eine Landeiquote, eine Blondinenquote und eine Brillenträgerquote – oder sind Sehbehinderte schon mit der Behindertenquote erfasst?

      • Walter Keutgen

        denke global, handle lokal, interessant ist, dass die durch die SED kontrollierte Nationale Front in der DDR ein ähnliches System hatte, um die Listen zusammenzustellen. Aber unsere Parteien und Gewerkschaften achtete und achteten auch vor den Quoten auf eine weite Streuung.

        • Hans Eichelberg

          #Walter Keutgen
          „Aber unsere Parteien und Gewerkschaften achtete und achteten auch vor den Quoten auf eine weite Streuung.“

          Dies ist jetzt aber lange her – deshalb schlägt jetzt die Stunde der Quoten-Fuzzis.
          Gibt es eigentlich schon eine Quoten-App?

          • Walter Keutgen

            Hans Eichelberg, dass es lange her ist, glaube ich nicht. Ich denke das geht noch immer so. Natürlich stellt man die Liste nur mit Mitgliedern zusammen und obenan Vollblutpolitiker und -gewerkschaftler. Am besten sieht man es noch an der Alters- und Wohnortverteilung.

  1. Frauenquote, aufgepasst wer das Flugzeug fliegt…
    https://www.eike-klima-energie.eu/2020/07/07/frauenquoten-quotenfrauen/
    ….
    Das Verfahren mag logisch klingen, aber QUICKFLY hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Die Gewerkschaft für fliegendes Personals besteht darauf, dass die Hälfte der Neueinstellungen Frauen sein müssen; es hatten aber nur 20 den Cut geschafft – gegenüber 80 Männern.

    Das ist kein Wunder, denn von den 500 Bewerbern waren auch nur 100 Frauen, also ein Fünftel. Die haben zwar insgesamt im Test ebenso gut abgeschnitten wie die Männer, aber unter den 100 Besten waren logischerweise nur ein Fünftel Frauen.

    Dennoch musste die Auswahl „korrigiert“ werden. Die Testergebnisse wurden jetzt sortiert nach männlich und weiblich, und man nahm jeweils die 50 besten Jungs von den 400 männlichen Bewerbern und die 50 besten Mädels der 100 Bewerberinnen. Dadurch stieg der „Cut“ bei den Männern von 85% auf, sagen wir, 89% und bei den Frauen sank er von 85% auf 55%.
    ….

  2. Hans Eichelberg

    Von den derzeit gut 400.000 Mitgliedern der CDU sind nur 26 Prozent Frauen, aber zum Jahresanfang 2025 gilt demnach eine Frauenquote von 50 Prozent. (Quote für Vorstandswahlen ab der Kreisebene).

    Da passt doch etwas nicht. Dass die CDUler da mitmachen?

    • Ich weiß wie die CDU das erreichen kann, die Mitgliederzahl (m) wird abnehmen :D, der Rest von 50/50 kann sich dann gegenseitig die Birnen einhauen, eine tolle Vorstellung.
      Wenn man bedenkt ca. 400T Mitglieder auf über 80Mil. Einwohner, ist es ein Witz, und wenn man jetzt noch bedenkt wer dort Mitglied ist, es sind überwiegend welche die Vorteile durch diese Mitgliedschaft haben…..Job, Ansehen usw. ist jedenfalls interessant hinter die Zahlen zu schauen, wer wo sitzt und wo Mitglied ist….ah ja.

  3. Vereidiger

    Diejenigen (meist Frauen), die diese absolute Gleichteilung auf den politischen Ebenen fordern, blicken vom hohen Ross herab. Komischerweise hört man diese Forderung nie von den lokalen Parteigremien oder von lokalen Bürgerlisten. Jeder kann sich an 3 Fingern abzählen, warum. „Die da oben“ scheinen kein Gespür für Argumente von „denen da unten“ zu haben, sonst würde nicht so Hirnrissiges hinausposaunt.

  4. Guido Scholzen

    Verteidigungs-Ministerin Annegret Kampf-Knarrenbauer taugt in der Bundeswehr soviel wie in den eigenen Reihen – Nix.
    Dass mit einer Frauenquote eine Partei handlungsunfähig werden kann, ist diesen Quatschköpfen wohl nicht bewusst.

    Sollen wir mal auch geschlechtspezifische Quoten in anderen Bereichen einführen?
    Wie wäre es mit einer Männerquote bei Kindergärtnern?
    Wie wäre es mit einer Frauenquote bei Waldarbeitern?
    😀 😃 😄 😁 😆 😅 😂 🤣

    • Hans Eichelberg

      #Guido Scholzen
      „Wie wäre es mit einer Männerquote bei Kindergärtnern?
      Wie wäre es mit einer Frauenquote bei Waldarbeitern?“

      Darüber konnte die Saarländerin noch nicht nachdenken, da ihr noch niemand diese Idee nahegebracht hatte.

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