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„Europäische Feuertaufe“ für unsere neue Außenministerin

18.07.2022, Belgien, Brüssel: Hadja Lahbib (l), neue Außenministerin von Belgien, macht während eines Treffens der EU-Außenminister ein Selfie mit Jeppe Kofod (r), Außenminister von Dänemark, und José Manuel Albares (2.v.r.), Außenminister von Spanien. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Die am Freitag von MR-Parteichef George-Louis Bouchez als Nachfolgerin von Sophie Wilmès vorgestellte und noch am selben Tag von König Philippe vereidigte Hadja Lahbib hatte gleich am Montag ihre „europäische Feuertaufe“ als neue belgische Außenministerin.

Während ihre Bezeichnung für das Außenressort laut Medienberichten innerhalb der Partei der frankophonen Liberalen für viel Unmut sorgte, weil sich gewählte MR-Mandatare von ihrem Präsidenten erneut übergangen fühlten, indem dieser eine Außenstehende in dieses prestigeträchtige Amt beförderte, nahm Lahbib erstmals an einer Sitzung des EU-Ministerrats teil.

18.07.2022, Belgien, Brüssel: Die neue belgische Außenministerin Hadja Lahbib (2.v.r.) mit den Amtskollegen (v.l.n.r.) von Rumänien, Griechenland, Irland, Polen und Luxemburg während des Treffens der EU-Außenminister. Foto: Virginia Mayo/AP/dpa

Zur Feier des Tages posierte die ehemalige Fernsehjournalistin und Sprecherin des „Journal Télévisé“ (JT) für Fotos im Kreise von Kollegen, die es sich natürlich nicht nehmen ließen, sich mit der charmanten Hadja Lahbib fotografieren zu lassen.

Danach war aber Schluss mit lustig, denn eines der Themen der Sitzung der EU-Außenminister war der Krieg in der Ukraine.
„Es ist sehr wichtig, der Ukraine zu zeigen, dass wir sie noch immer unterstützen“, betonte die neue belgische Chefdiplomatin. Der Westen müsse „den Druck auf Russland erhöhen, damit die Aggression gegen das ukrainische Volk aufhört“.

Belgien forderte außerdem, die Situation im Osten der Demokratischen Republik Kongo auf die Tagesordnung des Treffens zu setzen, „wo Gräueltaten von bewaffneten Gruppen begangen werden“. „Wir wollen den Fokus wieder auf diese Region der Welt richten und die Europäische Union auffordern, eine umfassende Strategie für die gesamte Region der Großen Seen zu verfolgen“, erläuterte Lahbib. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

13 Antworten auf “„Europäische Feuertaufe“ für unsere neue Außenministerin”

  1. Haben sie es nicht gut... (2. Foto)

    Ungewählt, politisches Frischfleisch/Haifischfutter und etwas zum Betatschen, für die Altherrnriege (Foto 2)… und dann noch diese Kriegstreiberphrasen… Willst du ein System nicht ändern, besetzt die Posten mit Frauen, dann bleibt alles wie beim alten. Die sind sehr gut im Verwalten von Problemen…

    • Ja, schon klar…
      Man sieht ja alltäglich welch frischen Wind die männlichen Politiker in die Politik bringen.
      Ich sag nur Hollande, Strauss-Kahn, Schröder, Johnsen und Trump…
      Von Bouchez, Di Rupo und Konsorten mal ganz zu schweigen !

      PS : Alles andere an ihrem Kommentar stimme ich zu.

    • „Ungewählt“ – haben Sie denn schon einmal eine Volkswahl einer Ministerin oder eines Ministers erlebt? Ist das verfassungsrechtlich denn vorgesehen und hier nun plötzlich unterbleiben?

      • Walter Keutgen

        Hugo, das hat niemand. In Belgien und anderen Ländern wird aber gewöhnlich Minister, wer zumindest eine Parlamentswahl erfolgreich bestanden hat oder dabei wenigstens viele Vorzugsstimmen ergattert hat.

  2. Jetzt verstehe ich nichts mehr! Wir brauchen mehr wie jeh erfahrene Politiker dann so eine unerfahrene auf diesen Posten !was läuft da falsch was sind die Kriterien?wie diese alten Männer auf dem Bild die junge Frau abtasten das ganz nicht sein ! Nichts gegen Frau Ministerin oder ihrer Herkunft in diesen Zeiten meine ich müssten andere Probleme lösen !

    • Walter Keutgen

      Erwin, unvorsichtig sind die alten Herren. Sie riskieren in zwanzig Jahren eine Mituh-Anzeige.

      À propos Herkunft: Wie viele Minister aus dem deutschsprachigen Gebiet hat es denn in acht Dutzend Jahren in Brüssel gegeben?

  3. Robin Wood

    Ungewählt, vielleicht für den einen oder anderen tatsächlich charmant und ohne aussenpolitische Erfahrung.
    Da sage ich nicht wie @M. Erde „traurige MR“, sondern trauriges Belgien.
    Wie heisst es so schön: Vom Regen in die Traufe.

    • Wer ein solch wichtiges Amt ausüben soll , der sollte wenigstens politisches Studium absolviert haben und
      körperlich etwas mehr mitbringen als Charm und Tränen .Das beste Beispiel wird ja schon bei den Nachbarn
      vorgezeigt .

  4. Auch hier stellt sich wieder die Frage nach der politischen Neutralität von Journalisten. War diese Frau dann wahrscheinlich viele Jahre eine liberale Politikerin unter dem Deckmantel des ’neutralen‘ RTBF Journalisten? Umgedreht ist es auf jeden Fall noch bedenklicher wenn ehemalige Kabinettmitglieder in die Medien einsteigen. Beispiele dafür haben wir mehr als genug, auch hier in Ostbelgien.

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