Gesellschaft

Festakt „100 Jahre Ostbelgien“ mit König Philippe – Paasch: „Viele sind stolz auf ihre Heimat“ [Fotogalerie]

Nach dem Festakt nahm sich König Philippe etwas Zeit für Gespräche mit den draußen wartenden Bürgern. Foto: Gerd Comouth

Am Freitagabend war König Philippe in Eupen zu Besuch. Zum Leidwesen der Fotografen kam der Monarch diesmal ohne Königin Mathilde, die für die Bildreporter natürlich immer ein interessanter Blickfang ist.

Anlass des Besuchs war der Festakt „100 Jahre Ostbelgien“ im Parlament der DG. Ganz genau stimmt dieser Titel nicht, denn vor 100 Jahren begann erst einmal die Pariser Friedenskonferenz, die mit dem „Vertrag von Versailles“ endete, der seinerseits erst im Januar 1920 in Kraft trat.

“Ostbelgien“ wurden die an Belgien übertragenen ehemaligen preußischen Gebiete auch noch nicht genannt, allenfalls sprach man von „Altbelgien“ und „Neubelgien“, von den „Kantonen Eupen und Malmedy“, später von den „Ostkantonen“ und noch später von der „Deutschsprachigen Gemeinschaft“ (DG).

Blau, Grün und Rot: Das Parlamentsgebäude am Freitagabend anlässlich des Festakts „100 Jahre Ostbelgien“ und des Besuchs von König Philippe. Die Wahl der Farben gab Anlass zu Spekulationen. Foto: Gerd Comouth

Von „Ostbelgien“ spricht man erst seit Kurzem, aber wahrscheinlich war es der ausdrückliche Wunsch von Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), den Besuch von König Philippe zu nutzen, um für die Standortmarke Ostbelgien zu werben.

Das Parlamentsgebäude am Freitagabend strahlte anlässlich des Festakts „100 Jahre Ostbelgien“ und des Besuchs von König Philippe in den Farben Blau, Grün und Rot (siehe Foto anbei). Weshalb gerade diese Farben gewählt wurden (und nicht etwa Schwarz, Gelb und Rot), bleibt wohl ein Geheimnis. Die Bildung der Regenbogen-Koalition mit PFF, Ecolo und SP vor 20 Jahren kann nicht der Grund gewesen sein…

Ansprachen gab es von mehreren Historikern sowie von Parlamentspräsident Alexander Miesen („Heute sind wir stolz, Belgier zu sein“), BRF-Direktor Toni Wimmer und Ministerpräsident Paasch („Viele sind stolz auf ihre Heimat“ und „Wir sind Ihnen dankbar“). Das Rahmenprogramm bildeten u.a. Beiträge des Orchesters Eastbelgica und des Jugendtheaters Inside. (cre)

Die Ansprachen von PDG-Präsident Miesen und Ministerpräsident Paasch können Sie in voller Länge lesen unter folgenden Links:

– Ansprache Parlamentspräsident Alexander Miesen (PFF)

– Ansprache Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG)

Nachfolgend eine FOTOGALERIE mit Bildern von Gerd Comouth vom Festakt „100 Jahre Ostbelgien“ in Anwesenheit von König Philippe am Freitag im Parlamentsgebäude in Eupen. Zum Vergrößern Bild anklicken. Um von einem Foto zum anderen zu gelangen, genügt ein Klick auf den Pfeil am rechten Bildrand:

39 Antworten auf “Festakt „100 Jahre Ostbelgien“ mit König Philippe – Paasch: „Viele sind stolz auf ihre Heimat“ [Fotogalerie]”

  1. Farbenblind

    Weshalb das Parlament am Freitag rot, grün und blau erleuchtete, ist mir auch ein Rätsel. Warum nicht die Nationalfarben? Oder hatte man Angst, man könnte das Ganze falsch interpretieren und die Reihenfolge vertauschen: Schwarz, Rot und Gold…?

      • Farbenblind

        @Theresa: Gelb und Rot wären wenigstens die Farben der Stadt Eupen. Aber man hätte es machen können wie Wilfried Thelen mit seinem Haus in Sankt-Vith. Der hat Schwarz einfach weggelassen, weil das Dach schwarz ist, und nur Gelb und Rot hinzugefügt. So hätte man hier das linke Drittel einfach im Dunkeln lassen können, also schwarz, und nur Gelb und Rot hinzugefügt. Oder alles in Blau wie Europa.

      • Farbenblinder Redakteur?

        Danke für diesen Kommentar. Natürlich kann man nichts schwarz anstrahlen! Das sieht dann aus als sei eine Lampe kaputt. Die Farben grün und blau sind die im Logo von Ostbelgien. Das bewusst nicht zu verstehen grenzt schon an Beleidigung des Lesers.

  2. Nun denn wie immer hatte man Schulkinder zum winken „abkommandiert“ und die üblichen Omis (sehr sympathisch, man bat mir Kaffee an, danke!) schwenkten Fähnchen.
    Fazit, wir sind genau so belgisch wie wir preußisch waren. Na dann, Vive Le roi;)

    • Voller Schönheiten

      Wow! was für e Festje! Und der Karl Henri sitzt in der hintersten Reihe? Wo schreiben wir das denn hin?
      Der Plenarsaal war noch nie so voll wie gestern, Herr Bürger. Und vor dem Parlament sollen Tausende Badegäste gebadet haben? Toll!

  3. Wenn ich mir die Fotos ansehe denke ich mir : „Wenn die Anwesenden nur halb so wichtig wären wie sie denken zu sein, und sich dann mit ihrem ganzen „Gewicht“ für Ostbelgien und die Bevölkerung einsetzen würden, ja das wäre schön.“

  4. Intipuca

    In seiner Festrede spricht Ministerpräsident Paasch kein einziges französisches Wort. Es ist deutlich, er hier den Hebel ansetzt, um subversiv behauptend das Deutschsprachige zu zementieren. Ein vom Ausgangspunkt richtiges Anliegen wird so zu einem unverrückbarem Prinzip und ob bei einer solchen Feier dies so sein muss ? Es wurde erwähnt, wieviel wir Belgien zu verdanken haben, dann sollte man sich auch erkenntlich zeigen
    Ist ein Ministerpräsident in seiner Funktion nicht überparteiisch? Ist er der Ministerpräsident von allen Ostbelgiern ? Fühlen sich die tausenden Französischsprechenden in Eupen, Herbesthal, Kelmis/ La Calamine denn auch verteten?
    Der Parlamentspräsident Miesen hat in einer guten freundlichen Rede dem König
    zugerufen „bienvenue chez Vous“, er darf sich in Belgien zuhause fühlen, ein anderer Akzent als Paasch, „Belgien gibt uns ein sicheres Zuhause“, um schnell auf Identität, Autonomie, Gliedstaaten sprechen zu kommen. Man hätte sich da mehr Empathie und festlicher Schwung gewunscht.

    • Und damit hat Paasch sehr recht.
      Seine Überparteilichkeit verlangt von ihm nicht, sich anzubiedern. Mit viel Mühe sind wir eine anerkannte deutschsprachige Gemeinschaft geworden. Das sollte jeder merken der hier hin kommt.
      Die vielen Tausende Französischsprachige? Dürfen sich hier genau so wohl fühlen wie in Gent oder unsereins in Charleroi.
      Die Rolle als Spielball der Geschichte reicht. Wir müssen hier nicht noch staatstragend und royalistisch wirken, wenn die anderen Gemeinschaften das nicht interessiert. In Kürze werden wir das weggeworfene Spielzeug dieser Gemeinschaften sein.

    • Wie willkommen fühlt sich ein deutschsprachiger denn in Namur oder Liege? Da hört die Tolleranz schon am Bahnhof in Waelkenrath auf. Was ein Witz, tausende französischsprachige bei uns? Sobald du über die Autobahnbrücke rüber fährst bist du doch direkt der Bosch. Toleranz und Wertschätzung auf beiden Seiten wäre mal was neues. Zumindest auf Seiten unserer französischsprachigen Freunde. Mit französisch und nur französisch, kommst du doch bei uns prima durch. Auch dies hat man in 100 Jahren bestens hinbekommen, Chapeau. Übrigens, gibt’s bei uns auch noch niederländisch sprechende Menschen. Warum wird dies nie oder selten erwähnt? Förderung des niederländischen wäre auch mal was. Aber die Flamen wissen wie man mit Wallonischer Dominanz umspringt. Da hat sich auch etwas in den letzten 100 Jahren getan.

  5. Bleichgesicht

    Da sind wieder die Auftrumpfer auf unsere Kosten präsent. Der Miesen blinkt am meisten und der Paasch sofort danach. Es sollen 100 Leute da gewesen sein? Von wegen Bad in der Menge?!

  6. War stolz, bin es nicht mehr

    „Viele sind stolz auf ihre Heimat“ Bin es nicht mehr aus folgenden Gründen:
    – Strassenzustände sind unterirdisch;
    – Steuerlast ist nicht mehr tragbar;
    – Auf Grund der Diebstähle fühle ich mich nicht mehr sicher;
    – Autofahrer werden härter bestraft als Diebe – katastrophales Gerichtswesen;
    – könnte die Liste beliebig fortsetzen!

    • karlh1berens

      @War stolz, bin es nicht mehr 19/01/2019 21:02

      Sie haben hundertprozentig Recht. Die DG ist auf direktem Wege in ein totalitäres Gebilde. Zumindest die Justiz, die Organisation der (Gemenderats)Wahlen und die Verwaltungsaufsicht über die Gemeinden gehören (rück)übertragen an die übergeordneten Behörden (Provinz, Region, Föderalstaat).
      Ich hätte es mir selber nicht vorstellen können – aber ich sehne mich zurück in die Zeiten vor der Ära Paasch und Lambertz.
      Erst die beiden Letztgenannten haben ein Regime Krings-F…….. in St.Vith möglich gemacht.

    • Arschkriecherei made in Ostbelgien

      Stolz ist man auf Selbsterreichtes, nicht auf etwas, in das man zufällig hineingeboren ist, die bezahlten Claqueure sehen das natürlich anders.

      Aber der belgisch-royalistische Narrensaum ist mal wieder auf seine Kosten gekommen, Kosten, bei einer Rekordsteuerbelastung, weltweit. Arme Opfer der wallonischen Gehirnwäsche, die in den Schulen gnadenlos an den Nachfahren von deutschen Staatsbürgen praktiziert wurde und denen eine belgische Kunstidentität übergestülpt wurde. Stolz nennen sie das dann. Die Saat der Wallonen, sie ist aufgegangen.

      Dann doch lieber reich ins Heim, ohne diesen Apparat und ohne diese Steuerbelastung. Französisches nachäffen brauchts dann auch nicht mehr.

  7. Idée fixe

    1919-2019 für uns Neubelgier eine lange Zeit für unseren Planeten ein Wimpernschlag .
    Wie bereits kürzlich geschrieben hat diese Inszenierung leider nicht dazu beitragen können der damaligen verordneten Annexion ihren unschönen Beigeschmack zu nehmen.
    Das kurze Andeuten und der sofortige gefeierte Übergang zur deutsch-belgischen Freundschaft zeigt mal wieder welche Stellenwert die PR Spezialisten beim Korrekturlesen der Ansprachen immer noch haben.
    Waren es doch die Amerikaner die 1917 erstmals diese Propagandamaschinerie einsetzten um ihre Bevölkerung von der Notwendigkeit des Eintrittes in den ersten Weltkrieg zu überzeugen. Ein Volk das zu 95% gegen jede Einmischung außerhalb der Staaten war wurde dank dieser Strategie zum euphorischen Kriegsbefürworter.
    Ist es nicht seltsam, das seine Majestät nicht selbst das Wort ergriffen hat. War diese Stille, die er sich teilte mit dem Oberbürgemeister der Stadt Aachen, eine verordnete Stille oder könnte man daraus entnehmen, das die vierte Generation im Königshaus einfach noch nicht zu den Unannehmlichkeiten der Geschichte Stellung nehmen kann.
    Wenn das deutschsprachige Belgien in 2119 zum erneuten Geburtstag einladen wird ….
    Was sicherlich nicht passieren wird, den die seitens unseres derzeitigen Ministerpräsidenten am Ende seiner Rede verkündeten blühenden in Landschaften in unseren schönen Ostbelgien werden durch die Realität des bis dahin voll durchgebrochenen Klimawandel halb verwüstet sein.
    Millionen und Abermillionen von Menschen werden weltweit durch Hunger,Durst, Überschwemmungen, Brandinfernos, Tornados usw. ihr Leben gelassen haben. Der größte Teil Afrikas wird unbewohnbar sein, über 500 Millionen Afrikaner sind bis dann als Klimaflüchtlinge bei uns in Europa gelandet. Bangladesch mit seinen riesigen Bevölkerung gibt es nicht mehr, New York, Shanghai, Amsterdam und viele andere Küstenstädte mussten evakuiert werden weil die Weltmeere nicht nur um die verlogenen paar Meter sondern so richtig hoch eingeschnappt sind.
    Orkane mit ihrer Verwüstungsmaschinerie sind zum Alltag auch bei uns geworden. USW.
    Und das alles weil unsere Politiker aller Couleur sich lieber feiern als zuzugeben das es heute schon zu spät ist.
    Sie selbst werden das ja auch nicht mehr erleben MÜSSEN.
    Es sind die Kleinen von welcher gestern Stolz gesagt wurde das die Kindergartenplätze bei uns kostenfrei sind, welche als erstes, wenn sie mal so um die 35 bis 40 Jahre alt sind, wieder anfangen zu beten, vor Angst vor dem was da auf sie zukommt.
    1919 lag in dem Zeitfenster wo wir Die Krone der Schöpfung angefangen haben unseren Planeten zu vernichten. 2019 stellen unsere Wissenschaftler fest das wir es bald geschafft haben.
    Da wir weiterhin auf nichts verzichten wollen und diese Elitenrasse auch noch weiterhin um Milliarden wächst, werden wir es ganz bestimmt hinbekommen uns selbst zu vernichten
    Also feiert so lange ihr könnt – eure gewählten Vertreter machen es euch ja vor.
    Der letzte schließt ab.

  8. Ich erwartete eine Rede des Königs dem war leider nicht so. Warum hielt Herr Wimmer seine Rede auf französisch und nicht auf deutsch? Unser MP Paasch hat eine tolle Rede gehalten sehr überzeugend in 3 Landessprachen. Herr Miesen enttäuschte . Die paar Königsanhänger ca. 100 Royalisten hätte man auch zum Empfang im Foyer nach den Ansprachen einladen können und nicht in der Kälte stehen lassen sollenals gute Anektierte Steuerzahler Belgiens !!!

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