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Endstation Paris? FC Bayern braucht ein „Bayern-Erlebnis“

10.04.2021, Bayern, München: Trainer Hansi Flick (l) von Bayern mit Thomas Müller von Bayern. Foto: Andreas Gebert/Reuters-Pool/dpa

Endstation Paris? Für das Ziel der Titelverteidigung benötigt der FC Bayern München mal wieder einen Fußballabend der Extraklasse. Die Hypothek der 2:3-Niederlage im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain wiegt vor Teil zwei der Viertelfinale-Kraftprobe in der Champions League schwer.

„Locker flockig“ lasse sich das am Dienstag (21.00 Uhr/live auf Club-RTL und Proximus-TV, Kanal 102) im Prinzenpark nicht korrigieren, meinte Thomas Müller. Auf den Routinier kommt es besonders an, da Tore hermüssen und Robert Lewandowski sowie Serge Gnabry fehlen.

– AUSGANGSLAGE: Die Unruhe um die Zukunft von Trainer Hansi Flick und dessen Differenzen mit Sportvorstand Hasan Salihamidzic nerven auch die Profis. Aber die „Freude auf das Highlight“ in Paris lasse sich dadurch niemand nehmen, versicherte Müller. Ein 2:0 oder 3:1 würde den Bayern den Einzug ins Halbfinale gegen Manchester City oder Borussia Dortmund bescheren. Bei einem 3:2 gäbe es erst Verlängerung und nach 120 Minuten eine Entscheidung im Elfmeterschießen.

07.04.2021, Bayern, München: Kylian Mbappé (M) von Paris Saint-Germain erzielt das Tor zum 2:3. Foto: Sven Hoppe/dpa

„Im Fußball kann alles passieren“, bemerkte Müller. Für ihn kommt es bei der Aufholjagd auch auf eine vernünftige „Risiko-Abwägung“ an. Wild nach vorne rennen ist keine Lösung. Die PSG-Offensive um Kylian Mbappé und Neymar muss wie beim 1:0-Finalsieg 2020 in Lissabon in Schach gehalten werden – möglichst mit einem unüberwindbaren Manuel Neuer im Tor. „Aus dem Hinspiel müssen wir lernen“, mahnte Müller.

 – PERSONAL: Mit 19 Akteuren flog Trainer Hansi Flick am Montag nach Paris. Auf der Passagierliste fehlten neben Lewandowski und Gnabry auch Abwehrspieler Niklas Süle. „Es ist nicht so einfach bei so vielen Spielern, die verletzt sind“, haderte Flick. Immerhin: Die im Hinspiel verletzten Lucas Hernández und Leon Goretzka waren beim noch in München durchgeführten Abschlusstraining dabei. Und auch bei den angeschlagenen Jérôme Boateng und Kingsley Coman sehe es gut aus. Es kann nicht die bestmögliche Bayern-Elf auflaufen, aber eine gute.

– HOFFNUNGSTRÄGER: Paris hat die Millionenkicker Mbappé und Neymar. Aber auch die Bayern besitzen ohne Lewandowski immer noch einige Matchwinner-Kandidaten. Für Flick ist Leroy Sané ein sogenannter „Unterschiedsspieler“. Im 100. K.o.-Spiel der Bayern in Europas Königsklasse kann der Nationalspieler genau das beweisen. „Leroy bringt in den letzten Wochen hervorragende Leistungen. Er ist auf dem Platz genau der Spieler, den wir uns vorgestellt haben, der Spieler, der Spiele entscheiden kann, der Spiele drehen kann“, äußerte Flick.

10.04.2021, Bayern, München: David Alaba (r) von Bayern und Unions Grischa Prömel kämpfen um den Ball. Foto: Andreas Gebert/dpa

– PSG: Beim französischen Meister ist der Einsatz von Kapitän Marquinhos in der Abwehr offen. Trainer Mauricio Pochettino will auch erst im Laufe des Tages entscheiden, ob die nach Corona-Infektionen zurückgekehrten Marco Verratti und Alessandro Florenzi auflaufen. Pochettino verblüffte ein wenig mit dieser Aussage: „Bayern ist immer noch Favorit.“ Der Argentinier erinnert sich immer noch schmerzhaft an einen für ihn heftigen Abend im Oktober 2019: Da verlor er in der Gruppenphase als Trainer von Tottenham Hotspur 2:7 gegen die Bayern.

– BAYERN-ERLEBNIS: Normalerweise würde man nach einer 2:3-Heimpleite im Hinspiel jeder Mannschaft kaum noch eine Chance auf ein Weiterkommen einräumen. Nicht so bei Bayern München. Gerade der FC Bayern ist dafür bekannt, dass er mit dem Rücken zur Wand erst recht zu einer außergewöhnlichen Leistung fähig ist. Das wissem auch Neymar, Mbappé & Co. (dpa/cre)

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