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„Fachkräftebündnis Ostbelgien“ gestartet

V.l.n.r.: Oliver Paasch, Ministerpräsident, Roger Kniebs, WSR, Volker Klinges, IHK, Prof. Dr. Franz Palm, WFG, Robert Nelles, Arbeitsamt, Nathalie Klinkenberg, WFG, Dr. Verena Greten, IAWM, Ewald Gangolf, IAWM, Isabelle Weykmans, Vize-Ministerpräsidentin.

Mit der Einsetzung des sogenannten Strategie-Gremiums nahm das „Fachkräfte-Bündnis Ostbelgien“ seine Arbeit offiziell auf. Ziel des Bündnisses und der ihm angehörenden Partner ist es, gemeinsam zusätzliche Aktionen zur Sicherung von Fachkräften in Ostbelgien anzustoßen und umzusetzen.

Auf der ersten offiziellen Sitzung des Bündnisses wurden ein Strategie- sowie ein Aktionsplan verabschiedet. Einige der angestoßenen Maßnahmen greifen die Vermarktung Ostbelgiens als Wirtschaftsstandort auf.

Vor allem Nachwuchskräfte und Pendler sollen stärker für berufliche Perspektiven in Ostbelgien sensibilisiert werden. Dazu sind zielgruppengerechte Netzwerk-Aktionen und Social-Media-Kampagnen geplant.

Weitere Maßnahmen des neuen Fachkräftebündnisses befassen sich mit der Aufwertung der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Vorstellung einer Analyse des Bestands, Bedarfs und Potenzials an Fachkräften in Ostbelgien. Foto: Gerd Comouth

Der verabschiedete Strategieplan, der als mittel- bis langfristiges Steuerungsinstrument des Bündnisses dient, sieht u.a. folgende Aspekte als prioritäre Handlungsfelder vor:
– die Steigerung der Attraktivität der mittelständischen Ausbildung,
– eine gezieltere Berufswahlvorbereitung,
– die berufliche Integration von Migranten,
– die Zusammenführung von Informationsangeboten und Hilfestellungen für Zuwanderer,
– die gezielte Einbindung der „Ostbelgier in der Welt“.

Partner des „Fachkräftebündnis Ostbelgien“ sind das Arbeitsamt (ADG), das Institut- für Aus- und Weiterbildung (IAWM), die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), der Wirtschafts- und Sozialrat (WSR), die Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie die Regierung der DG. Zum ersten Vorsitzenden des Strategiegremiums wurde Volker Klinges, Geschäftsführer der IHK, gewählt.

Fachkräftemangel: Mythos oder reale Bedrohung?

Bei einer Befragung im Sommer 2018 beklagten 89 Prozent der teilnehmenden ostbelgischen Arbeitgeber Schwierigkeiten bei der Suche nach geeignetem Personal. Davon gaben rund 40 Prozent an, dass sie keine geeigneten Fachkräfte mehr finden.

Vom Fachkräftemangel in Ostbelgien besonders betroffen sind laut der Studie Arbeitgeber im Süden der DG, sehr große (über 200 Beschäftigte) und besonders kleine Unternehmen (bis zehn Beschäftigte), Dienstleistungsbetriebe sowie das Handwerk, das metall- und holzverarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe, der Pflegesektor und der Bildungsbereich.

Die Ergebnisse der Studie sind unter folgendem Link einsehbar:
www.ostbelgienlive.be/fachkräftebündnisstudie

16 Antworten auf “„Fachkräftebündnis Ostbelgien“ gestartet”

  1. schlechtmensch

    In Deutschland muss man nicht zweisprachig (Deutsch / Französisch) sein um einen Job oder Ausbildungsplatz zu finden. Ausserdem ist die Bezahlung in Deutschland besser, man zahlt deutlisch weniger Steuern und bekommt mehr Kindergeld. Da muss man sich nicht wundern daß keiner in der DG arbeiten will.

  2. WOW! Was für ein coup!

    Gleich so eine Prominenz, da kann ja nichts mehr schief gehen!? Und das optimistische Lachen und der Fototermin, die dürfen nicht fehlen. Alles super in der DG. Zumindest von Seiten der Regierenden.

  3. Mein Neffe hat zwei Jahre gesucht, um eine Stelle als Mechatroniker zu finden. In Petit-Rechain ist er dann fündig geworden. Und seine Schwester, ausgebildete Friseurin und Fusspflegerin findet nur schlechtbezahlte Teilzeitjobs.

    • Mischutka

      @ Logisch :
      Hallo lieber @Logisch : Ist das nicht traurig, wenn man so etwas in der heutigen Zeit liest und hört ? Da murksen sich junge Leute ab um einen Beruf perfekt zu erlernen ….. und dann (siehe dein Kommentar).
      Ich kann natürlich nicht wissen, ob du informiert bist, wie das so vor ca. 50-55 Jahren ablief : ich kann da aus eigener (!) Erfahrung und von der von 2 guten Freunden (damals) nur sagen ….. (Tatsache !!!) :
      Wir hatten ziemlich lange Haare. (War ja auch „in“). Da überkam dem „Direktor“ mal eines Tages so ein „Anfall“ und wir mussten, als Angestellte (!) zu ihm ins Büro. Und bekamen alle 3 eine „Mahnung“, wir sollten am gleichen Tag noch zum Frisör gehen und mit einer „normalen“ Frisur wieder am folgenden Tag bei ihm erscheinen….. Gegangen sind wir dann auch – aber nicht zum Frisör, sondern …. zu seiner „Konkurrenz“ wo wir SOFORT mit Freuden aufgenommen wurden. Am folgenden Tag sind wir auch beim „Herrn Direktor“ vorstellig geworden – mit der Kündigung ! Der hat dann einen echten Wutanfall bekommen und wir haben uns VOR IHM halb tot gelacht, was die Situation noch verschärfte. Dann hatte er 3 Fachkräfte weniger (jeder hatte ja einen („seltenen“) Beruf gelernt (mit Diplomen).
      Sein „Theater“ hat der sehr teuer bezahlt – ihm fehlten genau die „richtigen“ Leute……
      Ich wollte jedoch hiermit aber nur sagen : Vor vielen Jahren konnte man sich den Arbeitsplatz praktisch „aussuchen“ – bot dir eine Firma (viel) mehr Gehalt, dann warste weg. Auswahl hatteste ja genug. In der heutigen Zeit ……(siehe deinen traurigen Kommentar) …. suchen und suchen und suchen die jungen Menschen eine Arbeitsstelle die, wenn sie „etwas“ finden, ein „normales“ Leben kaum ermöglicht. Leider !
      VG.

  4. Stellenangebote?

    Vielleicht ist unsere Regierung sogar selber schuld, das so wenige mehr in die Handwerksberufe einsteigen? Die Regierung sucht ja fast Täglich neues Personal. Das fehlt dann natürlich im Handwerk.

  5. Alfons van Compernolle

    Wie waere es denn, wenn wir die sogenannten „parlamentarischen“ Fachkraefte in den Parlamenten
    einmal “ erneuern“ ????? Ist eine derartige Erneuerung nicht schon lange notwendig ??

  6. Pensionierter Bauer

    Genauso wie Sie es beschreiben ist es. Was die Unternehmen wollen, dass ist das die Leute top ausgebildet sind, höchstens 25 Jahre alt sind und mindestens 10 Jahre Berufserfahrung haben. Dazu sollen sie äußerst flexibel und 24 auf 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr erreichbar und verfügbar sein. Weil viele Bewerber mindestens zwei dieser Voraussetzungen nicht erfüllen spricht man ganz einfach von Fachkräftemangel. Es wäre vielleicht auch mal gut, wenn die Unternehmen mal etwas mehr Leute selbst ausbilden würden.

  7. „Die Steigerung der Attraktivität der mittelständischen Ausbildung,“

    Ah ja? Und wie soll das gehen? Eröffnet die DG jetzt eigene Betriebe?

    „Die gezielte Einbindung der ‚Ostbelgier in der Welt‘.“

    Inwiefern hätten irgendwelche Auswanderer Einfluss auf den lokalen Arbeitsmarkt?!

  8. senseless

    „Ein weiteres großes Potenzial wird in der Arbeit mit Schulen gesehen. Wenn es Betrieben und Institutionen gelingt, junges Fachkräftepotenzial schon früh an sichzu binden und diese von interessanten Tätigkeitsprofilen sowie einem gute Betriebsklimazuüberzeugen, wird eine Abwanderung der Fachkräfte unwahrscheinlicher“.
    Und warum sind die beruflich-technisch orientierten Schulen dann nicht in diesem Büdnis vertreten? Eine schulische Berufsausbildung gibt es sowohl im Süden als im Norden der DG.

  9. Ex-Eupener

    Allein das Wort Fachkräfte ist für mich schon ein Witz . Es geht um Arbeiter , die wollen und was können . Vor einigen Jahren als ich noch im Kabelwerk war , kam nach dem Sommerurlaub ein junger Mann aus Amel in unsere Abteilung . Gelernter Beruf Koch , sogar in einem Sterne Restaurant . Nach drei Wochen à fünf Tage war er Maschinenführer in der Kabelproduktion , konnte selbständig arbeiten und ging auch schon auf Nachtschicht . Das war in den 90er Jahren . Er ist Heute noch da und sagte unlängst das seine Koch Ausbildung verlorene Zeit war wo seine Klassenkameraden die direkt mit 16 in den Betrieb gingen schon Jahre gutes Geld verdienten . Er war kein Einzelfall mit so einer Ausbildung die ihm am Ende nichts bringt .

  10. Der Mensch als Antiquität

    Pissing in the wind. Zum Teil, zumindest. Das alles hilft nicht gegen Automatisierung-Maschinen-Chinesierung, Delokalisierungen, und und und. 100 Arbeitsplätze werden kaputt gemacht, 10 enstehen. Der Mensch antiquiert sich selbst. Dumm, dümmer, 2019!

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