Nachrichten

Nach dem Anschlag in Londoner U-Bahn gilt höchste Terrorwarnstufe

Polizisten stehen am Freitag in London auf einer gesperrten Strafle in der Nähe der U-Bahn-Station Parsons Green, wo es eine Explosion gegeben hat. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa +++(c) dpa

AKTUALISIERUNG – Nach dem Anschlag auf die Londoner U-Bahn gilt jetzt die höchste Terrorwarnstufe in Großbritannien. Das sagte Premierministerin Theresa May am Freitagabend im BBC-Fernsehen. Die Warnstufe fünf bedeutet, dass die britischen Behörden einen unmittelbar bevorstehenden Terroranschlag für möglich halten.

Bei der Explosion einer selbstgebauten Bombe in einer voll besetzten U-Bahn nahe der oberirdischen Haltestelle Parsons Green waren am Morgen mindestens 29 Menschen verletzt worden. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Täter oder den Tätern ein.

Dieses Videostandbild zeigt am 15.09.2017 in London eine U-Bahn an der Station Parsons Green sowie Forsensiker, die den Tatort untersuchen. Foto: Uncredited/POOL/AP/dpa

Die IS-Terrormiliz reklamierte den Anschlag für sich. Ein Kämpfer des Islamischen Staates habe die Tat ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Freitagabend im Internet.

In einer weiteren Nachricht hieß es, dass es „Soldaten des Kalifats“ gelungen sei, mehrere Sprengsätze zu platzieren, von denen einer 30 Menschen getroffen habe. Das schlimmste komme jedoch noch, hieß es über die üblichen Kanäle, über die der IS auch in der Vergangenheit schon Anschläge für sich reklamiert hatte.

Großbritannien ist damit bereits zum fünften Mal in diesem Jahr Ziel eines Anschlags geworden. Bei vier früheren Anschlägen in London und Manchester in diesem Jahr waren insgesamt 36 Menschen ums Leben gekommen, drei der Attacken gingen auf das Konto von Islamisten.

Die höchste Terrorwarnstufe war zuletzt im Mai nach einem Bombenattentat auf die Besucher eines Konzerts in Manchester ausgerufen worden. Dort waren 22 Menschen getötet worden.

Eine verletzte Frau wird am 15.09.2017 in der Nähe der U-Bahn Station Parsons Green in London, wo es eine Explosion gegeben hat, von einer Polizistin begleitet. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Die Bombe in London explodierte gegen 08.20 Uhr mitten im morgendlichen Berufsverkehr. Die Station Parsons Green liegt im westlichen Zentrum der Millionenmetropole, nahe dem Stadion des Fußballclubs FC Chelsea. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall und einer „Feuerwand“ beziehungsweise einem „Feuerball“ in der Bahn.

Die Verletzten wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt, überwiegend wegen Verbrennungen. Acht von ihnen konnten bis zum Abend wieder entlassen werden. Wie Polizei und Rettungsdienste weiter berichteten, schwebte keiner der Verletzten in Lebensgefahr.

In sozialen Medien kursierten Bilder und Videos von einem weißen Eimer in einer Supermarkt-Tüte, der in dem Waggon eine Explosion ausgelöst haben soll. Aus dem Eimer hingen Drähte. Nach BBC-Informationen wurde der Sprengsatz per Zeitschaltuhr gezündet.

Premierministerin May berief den nationalen Krisenstab ein. „Meine Gedanken sind bei denen, die in Parsons Green verletzt wurden“, ließ May mitteilen. Die „feige“ Tat sei darauf gerichtet gewesen, erheblichen Schaden anzurichten. Außenminister Boris Johnson rief die Briten auf, Ruhe zu bewahren.

Auch Bürgermeister Sadiq Khan verurteilte den Angriff. „Unsere Stadt verurteilt die widerwärtigen Individuen, die mit Terror versuchen, uns zu schaden und unsere Lebensweise zu zerstören“, schrieb er.

Der Screenshot von einem Video vom 15.09.2017 zeigt Menschen, die eine U-Bahn-Station nach einer Explosion in London verlassen. Foto: Uncredited/@RRIGS/AP/dpa +++(c) dpa

Ein Großaufgebot an Rettungskräften und bewaffneter Polizei war binnen weniger Minuten zur Stelle. Die Haltestelle wurde weiträumig abgesperrt. Die Bürger wurden aufgerufen, die Umgebung zu meiden. Der Zugverkehr wurde teilweise unterbrochen und umgeleitet.

Hunderte Beamte waren am Nachmittag damit beschäftigt, Videomaterial und andere Beweismittel auszuwerten, wie der Chef der Londoner Anti-Terror-Einheit, Mark Rowley, mitteilte. „Die Fahndung läuft“, sagte Bürgermeister Khan dem Radiosender LBC. Ob bereits konkrete Personen ins Visier geraten seien, dürfe er aber nicht sagen.

Augenzeugen berichteten von dramatischen Szenen. Die Menschen seien aus der oberirdischen Station nach unten auf die Straße gerannt. „Wir liefen die Treppen runter, und es hat sich angefühlt, als würden wir um unser Leben laufen“, sagte ein Mann namens Luke dem Sender BBC5. Eine Frau namens Emma schilderte: „Nach einer Weile stapelten sich die Menschen übereinander, weil einige beim Laufen hingefallen waren.“

Terroranschläge in Großbritannien

Großbritannien und insbesondere die Hauptstadt London sind seit Jahren Ziel von Terroranschlägen. Einige herausragende Beispiele:

19. Juni 2017: Ein Mann rast mit einem Lieferwagen in eine Menschenansammlung in der Nähe eines muslimischen Gebetshauses in London. Ein Mensch stirbt, weitere werden verletzt. Der mutmaßliche Täter soll aus Hass gegen Muslime gehandelt haben.

3. Juni 2017: Drei Männer attackieren im Zentrum Londons Passanten erst mit einem Lieferwagen und dann mit langen Messern. Acht Menschen werden getötet, Dutzende verletzt. Die Terroristen werden von Polizisten erschossen. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamiert den Anschlag für sich.

22. Mai 2017: Bei einem Bombenanschlag nach einem Popkonzert von Teenie-Star Ariana Grande in Manchester reißt ein Selbstmordattentäter 22 Menschen mit in den Tod, darunter auch Kinder. Der IS gibt an, hinter dem Anschlag zu stehen.

22. März 2017: Ein Attentäter steuert ein Auto absichtlich in Fußgänger auf einer Brücke im Zentrum Londons und ersticht anschließend einen Polizisten. Von den Opfern auf der Brücke sterben vier an den Folgen ihrer Verletzungen. Sicherheitskräfte erschießen den Täter. Der IS reklamiert die Tat für sich.

7. Juli 2005: Vier Muslime mit britischem Pass zünden in der Londoner U-Bahn und einem Bus Sprengsätze. 56 Menschen sterben, etwa 700 werden verletzt. (dpa)

    • Laut Spon:“Medienberichten zufolge explodierte der Sprengsatz nicht komplett“.
      Zum Glück haben die muslimischen Hitzköpfe nicht gerade das Pulver erfunden. Technisch versiertere Zeitgenossen würden wohl noch mehr Schaden anrichten.
      PS: Von ca. 14.000.000 Juden (ca. 0,2% der Weltbevölkerung) gewannen 166 den Nobelpreis.

      Von ca. 1.200.000.000 Moslems (ca. 20% der Weltbevölkerung) gewannen nur 4 den Nobelpreis.
      (Stand 2005).
      Fanatischer Glaube und Intelligenz schliessen sich scheinbar aus….

Hinterlasse eine Antwort

Desktop Version anfordern