Kultur

Spielberg bereut Neufassung von „E.T.“: „Hätte das nie tun sollen“ – Originalversion des Films von 1982 am Samstag im Cinema in Eupen

"E.T." im Museum von Madame Tussauds in San Fransisco, das 2014 eröffnet wurde. Foto: Shutterstock

Regisseur Steven Spielberg (76) hat die Entscheidung, eine Szene in seinem Film „E.T.“ nachträglich zu verändern, als „Fehler“ bezeichnet. Die Originalfassung von 1982 des mit vier Oscars und einem Golden Globe ausgezeichneten Films ist an diesem Samstag, 8. Juli, um 19 Uhr im Rahmen des Kinoprojekts „RetroVision“ im Eupener Cinema zu sehen.

Die Tatsache, dass Polizisten mit Waffen Kinder gejagt haben, gefiel dem Starproduzenten Spielberg Jahre später nicht mehr. In einer Neufassung zum 20-jährigen Jubiläum des Films 2002 ersetzte er die Waffen durch Walkie-Talkies.

Auf der Bühne des „TIME100 Summit“ bedauerte der Starproduzent sein Einmischen: „Ich hätte das nie tun sollen. ‚E.T.‘ ist ein Produkt seiner Zeit. Kein Film sollte durch die Brille überarbeitet werden, durch die wir heute schauen, egal ob freiwillig oder gezwungenermaßen.“

14.06.2023, USA, Los Angeles: Steven Spielberg, Regisseur aus den USA, kommt zur Premiere von „Indiana Jones and the Dial of Destiny“ im El Capitan Theatre. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

„All unsere Filme sind eine Art Wegweiser dafür, wo wir waren, als wir sie gemacht haben, wie die Welt ausgesehen und was die Welt empfangen hat, als wir diese Geschichten herausbrachten“, erläuterte der Starproduzent seine Gedanken weiter. Er positionierte sich deshalb auch klar dagegen, Werke wegen anstößig empfundener Sprache neu aufzulegen – und nahm damit Bezug auf Roald Dahl, dessen Kinderbücher zu sprachlich entschärften Versionen ohne Wörter wie „fett“ und „hässlich“ umgeschrieben werden. Das sei in Spielbergs Augen sogar „Zensur“.

Der US-Amerikaner wurde mit „E.T.“ zum Meister des Blockbuster-Kinos. Erst kürzlich bezeichnete er den Film als „ziemlich perfekt“. Die Geschichte kam am 11. Juni 1982 in die Kinos der USA. Der Kinostart in Europa war sechs Monate später. Mehr als 140 Millionen Menschen sollen den Film weltweit im Kino gesehen haben.

Wer den Film in der Originalfassung von 1982 nicht gesehen hat oder ihn noch einmal in Kinoformat sehen möchte, hat dazu die Gelegenheit an diesem Samstag, dem 8. Juli, um 19 Uhr im Cinema in Eupen (Neustraße 86). Das von ostbelgischen Cineasten und Kino-Liebhabern gegründete Kinoprojekt „RetroVision“ hat sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit KultKom, dem Kulturellen Komitee der Stadt Eupen, und der Infrastruktur des Eupener Kinos Cinema kultige Klassiker erneut auf die große Leinwand zu bringen.

Das Programm der 1. Staffel des Kinoprojekts „RetroVision“ im Überblick.

Ziel des Projekts „RetroVision“ ist es, die Nostalgie des Publikums anzusprechen und eine Zeit vor Computereffekten, Internet und digitaler Bearbeitung wieder aufleben zu lassen. Insbesondere bietet sich die Gelegenheit für die ältere Generation, diese großartigen Filme ihren Kindern oder Enkeln auf großer Leinwand zu präsentieren.

In der 1. Staffel werden drei Familienfilme angeboten: „E.T. der Außerirdische“, „Die unendliche Geschichte“ und „Zurück in die Zukunft“.

Auch für zukünftige Staffeln will das Team ein Programm anbieten, das ein möglichst großes Publikum anspricht und zugleich sehr unterschiedlich ist. „RetroVision“ bietet pro Abend einen oder zwei Filme. Bei den „Double Features“ passen beide Filme thematisch zueinander, haben den gleichen Regisseur oder Hauptdarsteller.

Das Rahmenprogramm wird so gestaltet, dass es für das Publikum entspannend und unterhaltsam ist. Die Musik begleitet die Veranstaltungen, sei es als chilliger Soundtrack im großen Saal oder mit einem Live-DJ im Foyer. (dpa/cre)

Für nur 200 belgische Franken (5 Euro) können Sie einen tollen Film anschauen, coole Leute treffen und ein Getränk genießen. Weitere Infos unter retrovision.cinema-eupen.be und www.kultkom.be

Nachfolgend ein VIDEO zum Projekt RetroVision:

11 Antworten auf “Spielberg bereut Neufassung von „E.T.“: „Hätte das nie tun sollen“ – Originalversion des Films von 1982 am Samstag im Cinema in Eupen”

  1. 9102Anoroc

    Ein Perfektionist in seinem Job ;
    der natürlich auch mal Fehler machen kann;
    die wohl auch durch Druck von außen entstanden sind ;
    dem er sich jetzt zurecht nicht mehr beugen möchte , bzw es ihm leid tut dass er sich diesem Druck gebeugt hatte.
    Respekt;
    In der Spitzenpolitik ist ein ehrliches verhalten wie von Steven Spielberg wohl kaum zu finden.

  2. Hans-Werner S.

    Auch hier findet Anorak wieder die richtigen Worte zur rechten Zeit. Mit viel Einfühlungsvermögen und Empathie versetzt er sich in die Lage des Künstlers und zeigt uns dessen mögliche Druck- und Drohkulisse auf. Schließlich spannt Anorak den Bogen weit in andere Gefilde um den überraschten Leser in die politische Ecke mitzunehmen.
    Hier fährt er dann schweres Geschütz auf und verurteilt politische Ränkespiele bis hin zur persönlichen Bereicherung der meisten politischen Größen. Ein rundum gefälliger Kommentar mit einem Schuss erhobenem Zeigefinger, der aber beim Leser ein wohliges Gefühl der moralischen Überlegenheit und der selbstgerechten Zufriedenheit auslöst.

      • 9102Anoroc

        Schnarch 😴
        Ist das heute hier noch mal langweilig hier .
        Mein persönlicher Kommentar Kritiker glaubt dass ich im Besitzer von schweren Geschützen sei ,die ich einsetzen würde;
        Deshalb schickte man einen Detektiv , der in meiner Garage nichts anderes gefunden hat , als ein Fahrrad und dementsprechend Schnappatmung beim Lachen bekommt.
        Zwecks Vertuschung der peinlichen unbegründeten Vermutungen , beauftragt man letzten Endes ,-den aus dem Nachbarstädtchen-.
        Um die Sache ins Lächerliche zu ziehen, bevor es peinlich wirkt und behauptet ich würde der Politik zugehörig sein.
        Da kann man ja schon mal nachdenklich werden, habe aber eben in den Spiegel geschaut und festgestellt dass ich keine Stirnfalten habe , es ist nur mein Sixpack vom Denken.

  3. Germano-Belgier

    „All unsere Filme sind eine Art Wegweiser dafür, wo wir waren, als wir sie gemacht haben, wie die Welt ausgesehen und was die Welt empfangen hat, als wir diese Geschichten herausbrachten“
    Dies gilt mMn nicht nur für Filme, sondern (wie später erwähnt) auch für Bücher, Texte und andere Medien. Es kommt auch keiner auf die Idee eine Zeitung von vor 10 Jahren neu aufzulegen, nur weil die Wortwahl heute eine andere wäre.
    Ich denke auch zB. an Tim und Struppi-Bücher, die Farbige diskreditieren. Man muss die Bücher erklären und nicht verändern, denn aus Fehlern soll man lernen, und nicht versuchen sie zu vertuschen!

      • 9102Anoroc

        @ Germano-Belgier 12:42

        Tim und Struppi Bücher:-)
        Ja, Dank Captain Haddock , haben viele von uns in jungen Jahren das Fluchen gelernt.
        Herge‘ würde in der heutigen Zeit, bei gleichem Schreibstil , Ärger mit sämtlichen Kinderpsychologen bekommen , auch mit besorgten Müttern würde er dann wohl Probleme haben.-)

        Trotzdem hatte das in der damaligen Zeit, beim Lesen, einen unschlagbaren Unterhaltungswert.
        ich denke da an den Fall Bienlein;
        Reiseziel Mond;
        Schritte auf dem Mond;
        und Flug 714 nach Sydney.
        Um einige der tollen Bücher , der Vergangenheit zu nennen
        Und das ganze auch noch aus der Feder eines Belgiers, das war für Kinder schon beeindruckend.

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