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Eklat am Spielfeldrand: Fußballfunktionär ohrfeigt TV-Experten [VIDEO]

Der Präsident des FC Sion, Christian Constantin (Mitte), wird am 21.09.2017 von Polizisten während des Fußballspieles FC Lugano gegen den FC Sion eskortiert. Foto: Samuel Golay/KEYSTONE/TI-PRESS/dpa

Ein erboster Fußballfunktionär hat in der Schweiz am Spielfeldrand einen kritischen TV-Experten geohrfeigt, angerempelt und mit Tritten attackiert. Opfer war der ehemalige Schweizer Nationalcoach Rolf Fringer, der auch schon als Trainer beim VfB Stuttgart gearbeitet hat. Fringer ging zu Boden, als der Präsident des FC Sion, Christian Constantin, zuschlug.

Fernsehkameras fingen die Prügelattacke teilweise ein. Die Fußballliga SFL verurteilte den Vorfall „aufs Schärfste“. Die Disziplinarkommission werde ermitteln.

Erste Konsequenzen folgten bereits: Constantin muss seinen Posten als Vizepräsident des Bewerbungskomitees für Olympia Sion 2026 räumen. Er habe darum gebeten, teilte Komitee-Präsident Jean Philippe Rochat mit.

Dieses Archivfoto zeigt den ehemaligen Schweizer Nationalcoach Rolf Fringer. Foto: Urs Flueeler/KEYSTONE/dpa

Constantin verteidigte sein Verhalten am Freitag bei einer Pressekonferenz in Martigny. „Es ist nicht schön, wenn man auf jemanden losgeht“, sagte Constantin. „Aber ich kann nicht sagen, dass ich es bereue.“

Das Verhältnis zu Fringer habe sich über Wochen verschlechtert. Fringer hatte ihn im Fernsehen immer wieder verbal angegriffen und Constantin beispielsweise einmal als „Narzisst“ mit „null Empathie“ bezeichnet.

Fringer, der das Spiel für einen Fernsehsender kommentiert hatte, blieb unverletzt. Anschließend zeigte sich der 60-Jährige entsetzt. „Natürlich kritisiert man. Aber dies zeigt, dass solche Leute nur austeilen und nicht einstecken können“, sagte Fringer. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“

Constantin reichte gegen Fringer eine Klage wegen Verleumdung und Verunglimpfung ein, sagte er der Nachrichtenagentur sda. Seine Mannschaft hatte das Spiel am Donnerstagabend beim FC Lugano mit 2:1 gewonnen.

Die Schweizer Liga werde nun ihre Untersuchung durchführen, aber sie müsse alle Faktoren berücksichtigen. Er rechne auch mit einer Zivilklage Fringers. „Mache ich mir Vorwürfe? Natürlich ist es nicht die beste Art zu reagieren, aber ich kann auch nicht tolerieren, wie er mich attackiert hat.“

Direkt nach der Attacke hatte Constantin am Abend im Fernsehen gesagt: „Ich habe ihm einen Tritt in den Hintern versetzt. Das hat mir gut getan.“ (dpa)

Nachfolgend ein VIDEO zum Ausraster von Constantin gegen Fringer:

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