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Projekt Einstein-Teleskop: Freddy Mockel (Ecolo) drängt auf lokale Vorteile und Bürgerbeteiligung

Oberirdisch wird vom Einstein-Teleskop kaum etwas zu sehen sein, denn das Observatorium mit seinen drei jeweils zehn Kilometer langen Armen wird 250 bis 300 Meter unter die Erdoberfläche liegen, um dort ungestört Messungen durchführen zu können. Illustration: ULiège

Das wallonische Parlament hat diesen Mittwoch einstimmig eine Resolution zur Unterstützung der Bewerbung zur Errichtung des Einstein-Teleskops in der Euregio Maas-Rhein angenommen.

Beim Einstein-Teleskop handelt es sich um ein europäisches Projekt. Tief unter der Erde soll ein Observatorium in Form eines gleichseitigen Dreiecks entstehen. Damit können Gravitationswellen aus dem All gemessen und ausgewertet werden. Das Vorhaben gilt als entscheidender Schritt bei der Erforschung des Universums. Neben der Euregio Maas-Rhein gibt es auch noch andere mögliche Standorte wie zum Beispiel die Mittelmeerinsel Sardinien.

Als Ecolo-Abgeordneter für den Bezirk Verviers, in dem ein großer Teil der Forschungsanlage liegen könnte, erinnerte Freddy Mockel an die Versprechen des Teleskops: ein besseres Verständnis des Universums und grundlegender astrophysikalischer Phänomene. “Es ist aber auch eine Chance für unsere Forschungszentren, unsere Universitäten, unsere Arbeiterinnen und Arbeiter und unsere Unternehmen. Sie können erstklassiges Fachwissen erwerben und einbringen.”

Der Ecolo-Regionalabgeordnete Freddy Mockel. Foto: OD

Die Wallonie plant einen Investitionsbeitrag von 200 Millionen Euro. Das ist weniger im Vergleich zu den Partnerregionen. Es ist aber viel in einer Zeit der knappen Kassen. Außerdem stellt die Wallonie auch ihr Gebiet, ihren Untergrund, ihre Infrastruktur und ihre Verwaltungskräfte bereit. Es ist wahrscheinlich, dass 80 Prozent der Teleskop-Infrastruktur auf und unter den Gemeinden Welkenraedt, Aubel und Bleyberg liegen wird.

Der grüne Abgeordnete aus Eupen weist auch darauf hin, dass die Wallonische Region und die DG bereits große Anstrengungen unternommen haben. Um die Chancen der Bewerbung zu wahren, hielten sie sich bei bestimmten Projekten (unter anderem Windkraftanlagen) zurück. Diese könnten die seismischen Anforderungen des Standorts stören.

Im Namen der Ecolo-Fraktion bedauert Mockel jedoch, dass der Unterstützungstext des wallonischen Parlaments die Aspekte Umwelt, Beschäftigung, ländlicher Raum und Bürgerbeteiligung ausgelassen hat. Paradoxerweise sind dies genau regionale Kompetenzen. Hier hätte man politische Verantwortung zeigen können. Man hätte ein echtes Win-Win-Projekt zwischen Wissen, Umwelt, Beschäftigung und Innovation fordern können.

Der Ecolo-Regionalabgeordnete erinnerte auch daran, dass ein Projekt dieser Größe vorbildlich begleitet und mit besonders viel Bürgerbeteiligung angegangen werden muss. So schafft man gemeinsamen Nutzen und eine faire Verteilung von Vorteilen und Belastungen.

PIn seiner Rede im Plenum betonte Mockel: „Als Abgeordneter für den Bezirk Verviers fühle ich mich von diesem Aspekt der Beteiligung direkt betroffen. Die Bürgerbeteiligung, der Respekt für unsere ländlichen Strukturen und der Respekt der Umwelt sind besonders wichtige Themen. Ein bedeutender Teil der Infrastruktur und der Logistik des Projekts könnte nämlich direkt hier errichtet werden.“ Die Wallonie brauche das Einstein-Teleskop, die Region brauche jedoch ebenso erneuerbare Energien, lokale Arbeitsplätze, Bürgerbeteiligung und eine ausgewogene Raumentwicklung, so Mockel, beides sei vereinbar. (cre)

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