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Ehec-Infektionen in belgischen Seniorenheimen – Mehrere Tote

22.04.2021, Nordrhein-Westfalen, Münster: Prof. Alexander Mellmann, EHEC-Experte, Facharzt für Mikrobiologe und Hygiene am Universitätsklinikum Münster, zieht Proben verschiedener Keime, aus einem Kühlschrank. Mellmann leitet das Nationale Konsiliarlabor für das HUS-Syndrom, der schwersten Erkrankungsform des Darmskeims, und pflegt eine der weltweit größten Sammlungen an EHEC-Erregerstämmen. Foto: Guido Kirchner/dpa

Rohkost, rohes Fleisch oder Milch – über bestimmte Lebensmittel können Ehec-Infektionen übertragen werden. In Belgien untersuchen die Behörden mehrere Fälle, die miteinander zusammenhängen könnten.

In mehreren belgischen Seniorenheimen sind etwa 20 Menschen an Ehec erkrankt. Der Nachrichtenagentur Belga zufolge starben bislang fünf von ihnen. Es wird vermutet, dass sich die Betroffenen über kontaminiertes Essen mit dem toxinbildenden Bakterium ansteckten.

Lebensmittel wie rohes Fleisch, roher Fisch, Rohkost oder Rohmilch könnten die Quelle einer solchen Kontamination sein, teilte eine Sprecherin der belgischen Agentur für die Sicherheit der Nahrungsmittelkette (Agence fédérale pour la sécurité de la chaîne alimentaire – AFSCA) mit.

23.05.2011, Hamburg: Eine medizinisch-technische Assistentin arbeitet unter einer Abzugshaube an Stuhlproben, die auf EHEC-Bakterienstämme untersucht werden. Foto: Christian Charisius/dpa

Die ersten Krankheitsfälle seien in der vergangenen Woche aufgetreten. Seit Mittwoch berichten belgische Medien von Todesfällen.

Laboranalysen zeigten, dass die Infektionen durch denselben Typ des Ehec-Bakteriums verursacht wurden, was auf eine gemeinsame Quelle für diese Infektionen hindeutet, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der AFSCA und der flämischen Gesundheitsbehörde hieß.

Für Menschen, die in Pflegeheimen leben und oft bereits gesundheitlich geschwächt sind, kann eine Infektion der Mitteilung zufolge sehr schwerwiegende Folgen haben.

Auch in Deutschland gibt es aktuell ein vermehrtes Auftreten von Ehec-Infektionen. In Mecklenburg-Vorpommern sind nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales vom Donnerstag mehrere Kinder und Erwachsene erkrankt. Mehrere Kinder werden demnach auf Intensivstationen behandelt. (dpa)

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