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Heute Abend Heidenheim gegen Werder: Duell um den letzten Platz in Liga eins

16.06.2020, Bremen: Trainer Florian Kohfeldt von Werder Bremen trägt eine Maske mit dem Schriftzug "Teamgeist". Foto: Martin Meissner/AP-Pool/dpa

Der 1. FC Heidenheim kämpft um den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte, Werder Bremen gegen den drohenden Super-GAU. Im Rückspiel der Relegation wird es spannend. Noch haben die Bremer ihren Optimismus nicht verloren.

Zwei Vereine, aber nur ein Platz: Im Rückspiel der Relegation kämpfen Werder Bremen und der 1. FC Heidenheim um den letzten freien Spot in der Fußball-Bundesliga.

Während Werder mit dem Klassenerhalt den Super-GAU Abstieg verhindern würde, wäre der Aufstieg für den 1. FC Heidenheim der größte Erfolg in der Geschichte des Clubs. Die Ausgangslage vor der Partie an diesem Montag (20.30 Uhr/In Belgien live auf Eleven Sports – ES2) in Heidenheim ist nach dem 0:0 im Hinspiel völlig offen. Spannung ist damit garantiert.

DIE LAGE BEI WERDER BREMEN: Nach der schwachen Leistung beim am Ende sogar glücklichen 0:0 am Donnerstag war die Stimmung bei den Bremern mies. Nach dem 6:1 gegen Köln hatten viele erneut mit einem klaren Heimsieg gerechnet, doch davon waren die Grün-Weißen meilenweit entfernt.

02.07.2020, Bremen: Milot Rashica (l) von Werder Bremen und Heidenheims Marnon Busch kämpfen um den Ball. Foto: Martin Meissner/AP POOL/dpa

Inzwischen ist die Enttäuschung aber wieder der Zuversicht gewichen, eine völlig verkorkste Saison doch noch positiv zu beenden und den ersten Abstieg seit 40 Jahren zu vermeiden. „Die Ausgangslage ist nicht überragend, aber gibt genügend Möglichkeiten, das zu überstehen“, sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt.

Über eine mögliche Entscheidung in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen wurde bei Werder mit der Mannschaft nicht gesprochen: „Sie soll selbstbewusst genug sein, dass in den 90 Minuten regeln zu können“, sagte Kohfeldt.

DIE LAGE BEIM 1. FC HEIDENHEIM: Die Heidenheimer glauben an die Sensation. Bei 0:0 im Hinspiel hatte die Mannschaft von der schwäbischen Ostalb bewiesen, dass sie ein unangenehmer Gegner sein kann. Das Team von Trainer Frank Schmidt verpasste es gegen enttäuschende Bremer aber auch, sich eine noch bessere Ausgangslage zu erspielen.

Nun setzt der FCH auf seine Heimstärke. Am 6. Oktober 2019 haben die Heidenheimer letztmals ein Heimspiel in der 2. Liga verloren. Es folgten zwölf Partien ohne Niederlage. „Wir stehen vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte. Es ist nach wie vor die Lebenschance – und sie lebt“, sagte Schmidt.

Ex-Manager Allofs: Abstieg wäre ein „Rieseneinschnitt“

Für Ex-Manager Klaus Allofs wäre ein Abstieg von Werder Bremen aus der Fußball-Bundesliga „ein Rieseneinschnitt“ – nicht nur für das Selbstverständnis in der Hansestadt.

16.01.2010, Hessen, Frankfurt: Manager Klaus Allofs von Werder Bremen vor dem Spiel Eintracht Frankfurt – SV Werder Bremen. Foto: picture alliance / dpa

„In der zweiten Liga müsste man mit sehr viel weniger Geld einen kompletten Neustart beginnen. Das kann zwar auch gut gehen – aber besser wäre es, das zu verhindern“, sagte der 63-Jährige in einem Interview des Online-Portals „Sportbuzzer“ (Montag). Ein direkter Wiederaufstieg wäre zudem „kein Selbstläufer“, gab Allofs zu bedenken, „davon kann man nicht ausgehen, siehe Hamburger SV“.

Falls die Bremer die Zusammenarbeit mit Kohfeldt fortsetzen, müsse sich auch der Trainer klar dazu bekennen. „Ich bleibe jedoch dabei, dass die frühzeitige und definitive Entscheidung, notfalls mit Kohfeldt in die zweite Liga zu gehen, nicht die richtige war“, sagte Allofs, der von 1999 bis 2012 Manager beim norddeutschen Bundesligisten war.

Schon zu seiner Zeit sei es absolut notwendig gewesen, die Spieler „immer wieder besser zu machen, um gegen die finanziell schon damals übermächtigen Bayern annähernd konkurrenzfähig zu sein“, erklärte Allofs. „Und das ist heute noch viel schwieriger geworden, weil die Schere weit auseinander gegangen ist.“ (dpa)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

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