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Eupens letzter Sommer ohne Freibad: Drei Fragen zum neuen Wetzlarbad

Das sich im Bau befindliche neue Wetzlarbad von der Anhöhe gegenüber aus betrachtet. Foto: OD

Der Bau des neuen Wetzlarbads in Eupen schreitet weiter voran. Es ist im Prinzip der letzte Sommer, in dem die Eupener auf ein Freibad verzichten müssen. Im Zusammenhang mit dem neuen Wetzlarbad stellen sich drei Fragen in Bezug auf die Parkplätze, den Transport und die Kosten.

In den nächsten Tagen soll es heiß werden. Es hat sogar den Anschein, als würden wir einen außergewöhnlich warmen und trockenen Sommer erleben, ähnlich dem von 1976, als mancherorts sogar für Regen gebetet wurde (siehe dazu Bericht an anderer Stelle).

In Eupen werden wohl etliche Bürger bedauern, dass es auch in diesem Sommer kein Freibad gibt. Es ist nach dem von 2013, 2014, 2015 und 2016 bereits der fünfte „Trockenschwimmer-Sommer“ in Eupen.

Blick auf den Eingangsbereich. Foto: OD

Zum Glück wird es aller Wahrscheinlichkeit nach der letzte Sommer sein, in dem die Eupener auf ein öffentliches Freibad verzichten müssen. Wenn alles klappt, wird das neue Wetzlarbad im Ortsteil Hütte im Frühsommer 2018 in Betrieb genommen. Hallenbad und Freibad sollen gleichzeitig eröffnet werden.

Ein Blick auf den Bau, so wie er sich im Augenblick präsentiert, lässt vermuten, dass im Sommer 2018 im Wetzlarbad unter freiem Himmel geschwommen werden kann (anbei aktuelle Fotos von diesem Samstag, dem 17. Juni 2017).

Kürzlich wurde bekannt, dass es im neuen Wetzlarbad zumindest vorerst keine Mietkabinen für Privatpersonen geben wird, was mancher ehemalige Wetzlarbad-Besucher möglicherweise bedauern wird.

Unabhängig davon stellen sich im Zusammenhang mit dem neuen Wetzlarbad im Moment drei Fragen.

FRAGE 1: Parkplätze

Eine Frage kommt von einer Leserin von „Ostbelgien Direkt“ und betriff die Anzahl Parkplätze. Wörtlich schrieb sie uns Folgendes:

Der Parkplatz gegenüber dem Schwimmbad. Foto: OD

„Wo werden die Leute ihre Autos parken? Es gibt noch keinen Plan, wo eventuell ein Parkplatz entstehen wird? Das ist ja so, als wüsste man jetzt noch nicht, wo die Gäste sich umziehen können! Wie kann man so ein Bad planen, ohne vorher eine Lösung für die Parkplätze zu haben? Die Parkplätze seitlich des Freibads fallen weg, ebenso die Parkplätze vor dem ehemaligen Eintritt. Es bleibt also nur der kleine Parkplatz auf der gegenüberliegenden Seite. Für den Normalbetrieb ist das schon zu wenig. Wie wird die Lage aussehen, wenn im Sommer 2.500 Gäste das Schwimmbad besuchen?“

FRAGE 2: Transport

Eine weitere Frage stellt sich in Bezug auf die Beförderung der Besucher zum und vom Wetzlarbad.

Bushaltestelle direkt vor dem Wetzlarbad. Foto: OD

Es macht schon einen Unterschied, ob man im abgelegenen Ortsteil Hütte ein Freibad wie das frühere Wetzlarbad hat, das überwiegend im Sommer, an Feiertagen oder nach Feierabend genutzt wird, wenn die Besucher Zeit haben, oder eines, das zusätzlich zum Freibad auch ein Hallenbad ist, das auch im Herbst, Winter und Frühjahr wochentags genutzt wird.  insbesondere von Schulen.

Das alte Hallenbad am Stockbergerweg konnten die Schüler zu Fuß erreichen und verlassen. Hingegen müssen sie in Zukunft, wenn sie sich zum Ortsteil Hütte begeben wollen, dorthin gefahren werden. Dies erfordert einen gewissen Aufwand an Logistik und Organisation. Ist man darauf vorbereitet?

Die Buslinie 725, die vor dem neuen Wetzlarbad hält, wird wohl nicht ausreichen. Sie führt über die Unterstadt (Bellmerin, Haagen, Schilweg, Haas), die Oberstadt (Kehrweg, Werthplatz, Bahnhof, Bushof, Rathaus, Lascheterweg), Baelen und Dolhain bis nach Verviers (Bahnhof).

Die erst Anfang Juni in Eupen eingeführten Pferdewagen könnten ab dem Sommer 2018 auch bis zum Wetzlarbad fahren, hieß es, aber diese Kutschfahrten sind primär ein touristisches Angebot und kein Transportmittel – schon gar nicht für Leute, die es eilig haben.

FRAGE 3: Kosten

Die Gesamtkosten des neuen Wetzlarbads wurden auf 10,7 Millionen Euro geschätzt. Die Baukosten sollen rund 8,9 Millionen Euro betragen, wovon die DG 60% übernimmt.

Die Frage, die sich stellt, lautet: Wird man den Kostenrahmen einhalten? Noch wichtiger ist aber, ob der finanzielle Aufwand, den das Bad erfordert, wenn es denn mal in Betrieb ist, überschaubar bleibt. Ein Loch mit viel Wasser, aber ohne Boden, kann sich die Stadt Eupen nicht leisten…

Noch ist kein Konzessionär benannt worden. Wenn dies erfolgt ist, wird ein Marketingplan erstellt. „Das neue Wetzlarbad hat viel zu bieten, wir müssen es aber auch gut vermarkten“, wurde Eupens Schöffe Werner Baumgarten (SPplus) kürzlich in der Tagespresse zitiert.

„Ostbelgien Direkt“ wird die drei Fragen dem Schöffen Baumgarten weiterleiten und dessen Antworten veröffentlichen, sobald sie bei uns eingetroffen sind. (cre)

Hier noch einige aktuelle Fotos vom Wetzlarbad (zum Vergrößern Bild anklicken):

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Sicher wäre ich mir da noch nicht, ob das Bad im Sommer 2018 in Betrieb ist. Was die Parkplätze betrifft, so gäbe es an Tagen mit viel Zulauf, die meistens Sonn- oder Feiertage sind, noch die Möglichkeit, auf den großen Parkplatz hinter dem Quartumcenter oder auf den Parkplatz vor dem Atelier auszuweichen, wenn dort nicht gerade eine Hochzeit stattfindet.

  2. Ekel Alfred

    @ Eastwind, Quartumcenter und Atelier sind Privateigentum….an Stelle dieses unsinnigen und nicht beanspruchten Sprunghügels gegenüber dem Wetzlarbad, wo sich inzwischen meterhoch das Unkraut ausbreitet, hätte man vernünftigerweise ein Parkhaus errichten sollen….wenn schon so ein monotoner, hässlicher und nichtssagender Betonklotz einem Kulturgut wie die ehemalige Stiftung „Wetzlarbad“ vorgezogen wurde, konnte man an besagter Stelle auch noch ein Eisengerüst (Parkhaus) hinzustellen….

  3. Was ist mit dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes ? War nicht geplant, hier Parkplätze einzurichten ?
    Zusätzliche Parkplätze gibt es seit ein paar Monaten auf einem ehemaligen Gelände des Kabelwerks an der Hütte, Kreuzung Mühlenweg.
    Potential für genügend Parkplätze ist vorhanden.
    Am besten man kommt mit dem Fahrrad.

  4. Wie kann man so ein Projekt planen ohne von Beginn an eine Lösung für die Parkplätze zu haben?
    Es gibt einige Möglichkeiten, die in Frage kommen. Aber wann werden die Planer endlich mal konkret?
    Optimal wäre das alte Campinggelände. Aber das ist den Stadtplanern wahrscheinlich zu teuer. Aber das hätte man bei der Planungsphase bedenken sollen und nun nicht Angst vor Kosten haben.
    Wenn die Gesamtkosten damals auf 10,7 Millionen geschätzt wurden, ist das Herauslassen der Parkplatzkosten nur Schönrechenrei.
    BUTTER BEI DIE FISCHE!!! @STADTRAT EUPEN: ENTSCHEIDET EUCH!!!

  5. Gisela, ich denke sie haben es erfasst.
    Um sich den Tauchertraum vom tiefen Becken (und somit wohl auch einige hundert Stimmen) zu sichern, dabei trotzdem im Finanzrahmen zu bleiben, wurde das Thema Parkplatz nebst benötigter Brücke kurzerhand von einem Schöffen gestrichen. So ein Parkplatz ist richtig teuer, nicht nur der Geländeankauf. Die Betriebskosten schnellen durch dieses nicht unerheblich vergrößerte Wasservolumen in die Höhe, besonders für Chemikalien, weniger Heiztechnisch. Da schweigen sich aber auch die „Grünen“ zu aus….nach uns (den nächsten Wahlen) die Kostenflut? Zudem ein no go, gerade für grüne Politik, ist der Umstand dass wohl kein einziges Schulkind mehr zu Fuß zum Sportunterricht! gelangen wird (echt pervers). Eventuell wird sich da dann jeden Morgen auch eine Blechlawine gestresster Eltern versammeln.
    Andererseits munkelte man zur Zeit „wenn die das so bauen wie geplant, brauchen die auch keinen Parkplatz – dann kommt eh niemand)…und da wären wir dann auch schon bei den Eintrittspreisen.

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