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Eupens erste Erste Schöffin

Eupens Erste Schöffin Claudia Niessen. Foto: Gerd Comouth

Ihr Vater Hans war der erste grüne Minister, nicht nur in der DG, sondern damals sogar in ganz Belgien. Claudia Niessen selbst gelingt es jetzt ebenfalls, die Erste zu sein, nämlich die erste Erste Schöffin der Stadt Eupen.

Die 33-jährige Ketteniserin erzielte bei der Stadtratswahl am 14. Oktober mit 1336 Vorzugsstimmen das zweitbeste persönliche Ergebnis aller Eupener Kandidaten hinter Elmar Keutgen.

Obwohl die Senatorin deutlich mehr Vorzugsstimmen hat als der PFF-Spitzenkandidat Karl-Heinz Klinkenberg, wird Niessen nicht die erste Eupener Bürgermeisterin, weil laut Gemeindegesetz der Kandidat der stärksten Mehrheitsfraktion mit den meisten Vorzugsstimmen Gemeindeoberhaupt wird – und stärkste Mehrheitsfraktion ist die PFF, wenn auch nur ganz knapp.

Für Claudia Niessen und Ecolo steht viel auf dem Spiel: Ob auf föderaler Ebene oder in der DG mit ihrem Vater als Minister – eine Regierungsbeteiligung ist Ecolo bisher nicht gut bekommen. Bei der darauf folgenden Wahl wurden die Grünen von ihren Wählern abgestraft.

11 Antworten auf “Eupens erste Erste Schöffin”

  1. Bernd Theves

    Nicht die Grünen wurden abgestaft, als sie in der DG-Mehrheit waren, sondern Hans Niessen. Und zwar weil er nicht in der Lage war, seinen Ministerjob anständig auszuführen. Es heißt, dies hätte daran gelegen, dass er nicht unbedingt der Fleißigste ist. Was ihm übrigens auch seinen Job bei der Euregio gekostet hat.
    Die Hans Niessen eigene „Arbeitsmoral“ wird übrigens auch seiner Tochter zugeschrieben. Was man auch leicht an ihrer Bilanz als Senatorin sieht. Allein schon ihre Anwesenheiten im Senat sind nicht so, wie man es erwarten dürfte.
    Ein weitere Aspekt, der berücksichtigt werden müsste, ist die Tatsache, dass Claudia Niessen 2010 mit 4665 Vorzugsstimmen allein aus der DG in den Senat gewählt wurde. Tritt sie dort zurück, werden sich diese Wähler berechtigt vera… vorkommen.

  2. Häschen

    Frau Niessen ist Mutter von 3 kleinen Kindern. Wie will sie da noch Zeit für den Senat haben ?Also wirklich. Und schließlich kann sie nichts dafür, dass sie dafür trotzdem viel Geld bekommt. Das gleiche gilt übrigens auch für Frau Neumann. Sie ist zwar keine junge Mutter aber Innenarchitektin. Und da hat man schließlich auch nicht soviel Zeit für die Politik. Und auch sie kann bitteschön nichts dafür, dass sie trotzdem dafür ein paar tausend Euro erhält.
    Das gleiche gilt aber auch für Mathieu Grosch. Sein Mandat im Europaparlament ist auch eher als eine Art Lebensversicherung für einen ausgelasteten Bürgermeister zu verstehen.
    Alles klar ?

  3. Ein Eupener

    Da muss man sich ja die Frage stellen, warum Herr Theves und Häschen nicht selber Politik machen, wenn man fürs „Nichtstun“ soviel Geld bekommt.
    Motzen können viele aber sich selber politisch engagieren überlässt man dann andere.
    Traurig :-(

  4. Häschen

    Was traurig ist, ist die Tatsache, dass viele Politiker viel (zuviel) Geld für zuwenig Gegenleistung erhalten. Dies gilt nicht für alle, aber für zumindest für die Genannten ! Dies hat mit Motzen nichts zu tun ist aber einen Hinweis auf einen Skandal, den wir einfach so hinnehmen.

  5. Gino Cremer

    Das ist billiger Populismus. Natürlich kann Claudia Niessen auch mit drei Kindern öffentliche Ämter bekleiden, genauso Frau Dethier-Neumann als Innenarchitektin (Werner Baumgarten ist Direktor des Worriken Zentrums. Und? Wo ist das Problem?). Sowohl Kinder als auch ein regulärer Job haben übrigens den Vorteil, dass man Mensch bleibt und nicht zur Polit-Karriere-Wollmilch-Sau umfunktioniert wird. Dass manche Politiker vielleicht zuviel Geld für zu wenig Leistung erhalten, ist möglich. Das ist bei Handwerkern, Zahnärzten, Dienstleistern oder sonstwelchen Berufszweigen aber genau so. Dafür müssen nicht alle Politiker über einen Kamm geschoren werden. In 6 Jahren dürfen Sie die Arbeit von Claudia Niessen ebenso neu bewerten wie die der anderen Koalitionspartner.

    • Häschen

      Das Problem ist, dass einige Politiker (siehe Diskussion in Deutschland über die Nebeneinkünfte der Politiker) ihr Mandat so wahrnehmen, als wäre dies ihr Nebenjob. Dabei erhalten sie horrende Diäten. Herr Baumgarten hat kein politisches Amt inne sondern nur ein Mandat als Gemeinderatsmitglied. Dies ist ein anderes paar Schuhe. Frau Niessen ist Senatorin und Gemeinderatsmitglied. Dies sind bereits Dinge, die laut ECOLO eigentlich nicht vereinbar sind … Dass eine Mutter von drei Kindern ein politisches Amt oder Mandat wahrnehmen kann ist nicht die Frage. Die Frage ist, wie sie dies wahrnimmt … Und hierüber muss man diskutieren dürfen, denn es ist unser Geld, dass die Damen und Herren erhalten und entspricht dem mehrfachen Lohn eines normalen Angestellten oder Arbeiters. Dies ist kein Populismus, dies ist ein Skandal.

      • stampede

        Mir liegen keine Informationen vor, die es zulassen würden so zu urteilen. Vielleicht haben Sie mit Ihren Häschenaugen da mehr Einblick. Vielleicht lassen Sie uns auch an Ihren Quellen teilhaben die es zulassen die Leistungen zu bewerten. Und da Sie auch von den Ecolostatuten keine Ahnung haben, schlage ich vor, Sie erkundigen sich da auch mal, vielleicht entdecken sie noch mehr interessante Dinge für sich. Das in Ihrer Aufzählung Herr Siquet fehlt wundert einen da auch. Im Moment sehe ich nur viel Schall und Rauch. Ich bin ja mal, wie Sie sagen, gespannt was erst los geht wenn die Gewählten mal vereidigt sind. Bewerten Sie doch einfach mal Herrn Grosch für mich, oder die alte CSP Mehrheit. Und lassen Sie mich bitte nicht zu lange warten, ich kann es kaum noch aushalten.

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