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Die AS lebt noch: „Rote Teufel“ aus Eupen gewinnen 2:1 in Charleroi und beenden ihre schwarze Serie

Das Rückspiel in Charleroi am 17. März 2019: Die Spieler der AS Eupen feiern den Torschützen zum 1:2, Youssef Msakni (Bildmitte, zwischen Alessio Castro Montes, Nr. 14, und Luis Garcia, Nr. 10). Foto: Belga

Die AS hat am Sonntag ihre schwarze Serie beenden können. Die ganz in Rot spielenden Eupener gewannen auswärts beim SC Charleroi 2:1 durch Tore von Alessio Castro Montes und Youssef Msakni. In den Playoffs II bekommen es die Eupener wieder mit dem SC Charleroi, mit Sint-Truiden und Ostende sowie den beiden Zweitligisten Beerschot-Wilrijk und Westerlo zu tun.

Für dieses letzte Spiel der klassischen Phase der Meisterschaft bot AS-Trainer Claude Makélélé erstmals den Tunesier Youssef Msakni im Sturm auf, während der im Sommer 2018 aus Charleroi verpflichtete David Pollet, inzwischen längst als „O-Tore-Mann“ gescholten, nicht einmal dem Kader angehörte, obwohl er theoretisch spielberechtigt gewesen wäre.

Nach sieben Spielen ohne Sieg und nur 4 Punkte von 24 möglichen im Jahre 2019 erwartete Makélélé endlich eine Reaktion, zumal in zwei Wochen die Playoffs II beginnen. Doch eine Reaktion hatte der französische Coach auch vor den Spielen zuvor erhofft, die es dann aber nicht gab.

Eupens Mamadou Fall war für seine Rückkehr nach Charleroi ganz besonders motiviert. Foto: Belga

Für AS-Kapitän Luis Garcia war die Partie im Stade du Pays de Charleroi eines der letzten Spiele für die AS. Der Spanier hatte am Freitag seinen Abschied von Eupen nach fünf Jahren angekündigt.

Die Startelf der „Roten Teufel“ aus Eupen: Van Crombrugge – Castro Montes, Bushiri, Blondelle, Molina – Mulumba, Garcia – Fall, Msakni, Ocansey – Toyokawa.

Die Ränge im Stadion von Charleroi waren nur spärlich besetzt. Die Fans der „Carolos“ mussten wohl noch etwas verdauen, dass Charleroi nach zwei Jahren in den Playoffs I diesmal die Playoffs II bestreiten muss.

In der 5. Minute handelte sich Fall eine Gelbe Karte wegen einer Schwalbe ein. Womöglich war der von Charleroi ausgeliehene Spieler der AS etwas übermotiviert. Nur zwei Minuten später gingen die Eupener durch einen fulminanten Schuss von Castro Montes in Führung – 0:1.

Mit einem solchen Start war nach den enttäuschenden Leistungen der Eupener seit dem Sieg gegen Lokeren am 19. Januar nicht zu rechnen. Doch Vorsicht, denn auch im Spiel in Antwerpen in der Vorwoche hatte Charleroi 0:1 im Rückstand gelegen und am Ende doch gewonnen.

Bilderbuchtreffer von Msakni

In der 15. Minute tauchte Eupen wieder gefährlich vor dem Tor von Penneteau auf durch Toyokawa und Msakni, der Schwung in das Eupener Offensivspiel brachte. In der Eupener Abwehr tat sich unterdessen Blondelle durch einige souverän gewonnene Zweikämpfe hervor.

Überhaupt legten die Gäste aus Ostbelgien in dieser Anfangsphase eine große Spielfreude an den Tag, die man in den letzten Wochen vermisst hatte.

Eupens Offensivspieler Eric Ocansey. Foto: Belga

In der 25. Minute hatte Eupen jedoch Glück, als Perbet nach einer mustergültigen Flanke von rechts durch Marinos alleine vor dem Eupener Tor zum Kopfball kam, dieser aber neben den Kasten von Van Crombrugge ging. Bis zur nächsten richtigen Chance der „Zebras“ musste man allerdings bis zur 42. Minute warten, als ein Schuss von Bruno das Eupener Tor knapp verfehlte. Doch kurz danach gelang Charleroi doch der Ausgleich durch Osimhen, der sich nach einem perfekt ausgeführten Freistoß von Bruno im Kopfballduell gegen Bushiri durchsetzte – 1:1. Bei diesem Spielstand blieb es bis zur Pause.

Eupen startete in die zweite Halbzeit so verheißungsvoll wie in die erste. In der 52. Minute brachte Msakni mit einer sehenswerten Einzelleistung, gekrönt mit einem Lupfer über Torhüter Penneteau, die Eupener Mannschaft erneut in Führung – 1:2.

Msakni war es auch, der in der 59. Minute nach einem Freistoß von Kapitän Garcia fast das dritte Eupener Tor erzielt hätte, doch der Kopfball des Tunesiers ging daneben.

Eupen blieb auch nach dieser erneuten Führung weiter gefährlich. Nach 70 Minuten ertönten erste Pfiffe in Stade du Pays de Charleroi. In der 76. Minute sorgte Ocansey mit einer scharfen Flanke in den Strafraum von Charleroi für Gefahr, doch Penneteau war auf der Hut. Kurz danach glänzte auf der Gegenseite Van Crombrugge mit einer Parade nach einem Schuss von Busi.

In Playoffs II Wiedersehen mit Charleroi

Für die Schlussphase brachte Makélélé Lazare für Ocansey. Später kam noch Milisevic für Msakni, der mit seiner Vorstellung (und mit seinem Treffer zum 1:2). Für Milisevic, der von 2011 bis 2014 in Charleroi spielte, gab es sogar Sonderapplaus vom heimischen Publikum. Vor dem Abpfiff wurde auch noch Toyokawa für Essende ausgewechselt.

Es blieb beim 2:1-Sieg der Gäste aus Eupen. Beide Mannschaften treffen sich in den Playoffs II wieder, denn Eupen und Charleroi spielen in derselben Gruppe zusammen mit Sint-Truiden und Ostende sowie den beiden Zweitligisten Beerschot und Westerlo.

Der AS Eupen bleibt damit die beste Mannschaft des Jahres 2019, Excelsior Mouscron, erspart. Die in diesem Jahr noch ungeschlagenen „Hurlus“ gewannen am Sonntag sogar 2:1 auswärts beim FC Brügge.

Mouscron spielt in den Playoffs II in der Gruppe B mit den Nachbarn Kortrijk und Zulte Waregem sowie Waasland-Beveren, Cercle Brügge und Zweitligist Union St. Gilloise. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

16 Antworten auf “Die AS lebt noch: „Rote Teufel“ aus Eupen gewinnen 2:1 in Charleroi und beenden ihre schwarze Serie”

  1. Wieso musste man so lange warten auf ein gutes Spiel der AS. Endlich Einsatz u Wille gezeigt. Msakni extrem stark, auffällig und tolles Tor gemacht. Hätte man die gleiche Einstellung auch in den letzten Wochen an den Tag gelegt, wäre alles soweit gut.
    Hoffe man spielt genau so gewillt in den PO2. Dass ist jeder Spieler seinem Arbeitgeber und Fan einfach schuldig

  2. Werner Radermacher

    Ich finde es ist ein guter Abschluß der regulären Meisterschaft. Ein guter 12. Platz mit großen Punkteabstand auf die vier letzten Mannschaften. Die AS Eupen hätte auch bei 3 Absteiger die Klasse gehalten.

  3. Heute hat man endlich ein Kollektiv gesehen. Mskani macht Lust auf mehr. Ohne Garcia wird es schwer. Mili muss diese Rolle übernehmen. Die späten Auswechslungen sind nochmals gutgegangen…

    • Ostbelgien Direkt

      @AS-FAN-KELMIS: Was soll das? Weshalb soll sich OD nicht freuen, wenn die AS Eupen gewinnt? Das ist aber immer so, wenn die Ergebnisse nicht stimmen, wie in letzter Zeit bei der AS: Dann ist die Presse immer der Sündenbock. Nicht für ungut. Gruß

  4. Nach all der Enttäuschung, doch noch ein Licht am Horizont. Man kann, wenn man will. Endlich mal Msakni von Anfang an! Trotzdem bleiben Rückblickend Zweifel an der Kompetenz des Trainers, den man in Frage stellen sollte. Für nächste Saison sind wir gewarnt.

  5. Eupenerin

    Also heute haben sie mal gezeigt das sie es doch können , Castro Montes u Mskani waren Klasse .Hoffentlich zeigen sie auch in den Playoffs Spielen, das es sich noch lohnt zur AS zu kommen.Ohne Luis Garcia wird es schwer werden aber ich wünsche ihm und seiner Familie alles gute ,danke Luis du hast die Truppe zusammen gehalten .

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