Politik

DG-Regierung will Kindergartenalter von 3 auf 2,5 Jahre absenken

Foto: Shutterstock

In seiner am Montag im DG-Parlament abgegebenen Erklärung hat Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG) angekündigt, dass seine Regierung die Absicht habe, das Mindestalter für die Aufnahme in einen Kindergarten von derzeit 3 Jahren auf 2,5 Jahre abzusenken.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Einführung der Funktion des Kindergartenhelfers. Entsprechende Ausbildungen bzw. Praktika finden schon seit einigen Jahren wieder in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt und dem Robert-Schuman-Institut statt.

Kindergartenhelfer

Die Kindergartenhelfer hätten sich in den letzten Jahren als Entlastung und als wertvolle Unterstützung für die Kindergärtner erwiesen, sagte Paasch. Die Rückmeldungen sowohl der Kindergärten und als auch der Elternvereinigungen seien sehr positiv.

„Vor diesem Hintergrund macht es Sinn darüber nachzudenken, dieses Amt jetzt dekretal einzuführen und damit den Einsatz von Kindergartenhelfern strukturell abzusichern“, so der Ministerpräsident. Die Vorteile lägen auf der Hand:

– Erstens entsteht dadurch eine wichtige, strukturelle Unterstützung der wertvollen Arbeit von Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern.

– Zweitens eröffnen wir mit dieser Maßnahme Berufsperspektiven für all jene, die diese Ausbildung gemacht haben und für die Absolventen der AHS-Ausbildung „Animator für Kindergemeinschaften“.

Die strukturelle Einführung dieses Amtes könnte dann die Herabsenkung des Eintrittsalters in den Kindergarten von 3 auf 2,5 Jahre bewirken, auf die man hinarbeiten wolle.

Zusätzliches Personal

Paasch: „Die aktuellen Schülerzahlen und die demographische Entwicklung begünstigen – auch finanzpolitisch – eine solche Entscheidung. Es wäre ein weiterer Beitrag zum Ausbau der Kleinkindbetreuung. Eine solche Maßnahme würde Kinderkrippen und Tagesmütter spürbar entlasten und somit zusätzliche Kapazitäten freimachen.“

Allerdings müssen laut Paasch hierfür viele Voraussetzungen geschaffen werden: „Das geht nicht im Handumdrehen. Wenn wir kontraproduktive Effekte und eine Überforderung unserer Kindergärten vermeiden wollen, dann müssen wir eine solche Entscheidung gründlich vorbereiten, insbesondere um Kindergärtnerinnen und Kindergärtner durch zusätzliches Personal zu unterstützen. Genau das wird die Regierung tun.“ (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

    • Klara Viebig

      vorschulisch gibt es schon
      Schulfrühstück, womöglich gratis
      Mittagsaufsicht mit warmem Essen auch
      nachschulisch bis es dunkel wird
      Hausaufgabenhilfe
      und zu Hause noch eine Nanny
      Eltern, shame on you!

      • Pensionierter Bauer

        „Eltern shame on you !“
        Das möchte ich nicht verallgemeinert wissen. Denn wenn junge Paare etwas gegen Altersarmut tun, indem sie ein Eigenheim aus eigener Kraft kaufen oder bauen, dann haben sie genau in den Jahren in denen die Kinder klein sind finanziell mitunter unheimlich schwere Zeiten.
        Ja, auch ich finde es traurig dass nimmersatte Immobilienhengste junge Familien mitunter schamlos ausnutzen und sich das Bedürfnis nach einem Eigenheim fürstlich bezahlen lassen. Genauso schlimm ist es, dass hiesige Familien kaum noch eine Chance bei der Vergabe von Sozialwohnungen haben.

        • Die Linke

          @pensionierter Bauer, weiß nicht so recht ob ich mitreden kann zu diesem Thema, glaube mich erinnern zu können, dass das was Sie behaupten schon vor Jahren hinter vorgehaltener Hand „erzählt“ wurde.

    • Da schliesse ich mich an.
      Aber heutzutage sind die Kindergärtnerinnen schon nicht gerade happy wenn mal was in die Hose geht. Mit 2,5 Jahren das Ganze? Na dann Prost Mahlzeit.
      Wo geht das noch alles hin ? Schalten die denn nie ihr Hirn ein ?

    • Germano-Belgier

      Der Kindergarten ist, im Gegensatz zur Schule, keine Pflicht!
      Ebenso wenig wie sein Kind einer Tagesmutter oder in die Kinderkrippe zu bringen. Es bleibt also jedem / den Eltern selber überlassen ob sie ihr Kind mit 2,5 oder mit 3 Jahren, oder überhaupt zum Kindergarten bringen.

      Ich finde diese Initiative eine gute Idee, wenn es mit den Tagesmüttern und Kindergärten abgestimmt wird!

    • Pensionierter Bauer

      Als meine Kinder im Kindergartenalter waren, konnten diese ab zweieinhalb Jahre gehen. Ich war verwundert als dies dann plötzlich unter CSP Führung auf drei Jahre gesetzt wurde. Soweit ich mich erinnere waren damals Kostengründe ausschlaggebend. Es hat den Meiningen nie geschadet, sie waren von Anfang an immer voll bei der Sache. Ich befürworte die Regelung ab zweieinhalb, aber es soll bitte jetzt auch so bleiben und nicht morgen wieder wegen irgendwelcher fadenscheinigen Gründen über den Haufen geworfen werden.

  1. Nichts neues, mein Sohn (Jahrgang 1992) wurde seiner Zeit mit 2,5 Jahren in den Kindergarten einer „Staatsschule“ aufgenommen. Nachher wurde dann das Zugangsalter auf 3 Jahre erhöht.

    • Kerstges Angela

      @Verteidiger, 15.07 h. Ja, ist mir auch aufgefallen, fast nur männliche Kommentare zu diesem Thema, zusätzlich hatte deren Wortwahl für mich einen negativen Beigeschmack. „meine Kinder“……….“besitzergreifend“, von eine „Mutterglucke“ u.U nachvollziehbar… !

  2. RENE THEISSEN

    Es ist ja keine Pflicht und Eltern handhaben das wie sie es für gut halten. Manche berufstätigen Eltern sind froh dieses Angebot anzunehmen; vielleicht auch andere. Es gibt Eltern die sind froh wenn Ferien sind und die Kinder in ihrer Nähe, andere wiederum sind froh wenn die Kinder außer Haus sind. In vielen Familien müssen beide Elternteile arbeiten gehen um über die Runden zu kommen; da stellt sich die Frage nicht ob ein Elternteil beim Kind zuhause bleibt. Deshalb hüte ich mich hier jemanden zu verurteilen. Meine Kinder sind nicht viel im Kindergarten gewesen und kommen auch durchs Leben und sind auch keine asozialen Menschen. Mein Beruf (Bauer) erlaubte es mir viel Zeit für die Kinder zu haben. In meiner Prioritätenliste (die jeder für sich festlegt) stand „Zeit für meine Kinder“ ganz oben. Ich habe das nie bereut. Viele Menschen wissen nicht was sie verpassen wenn sie die Entwicklung ihrer Kinder nicht mitbekommen. Es gibt ein Lebensweisheit wo viel Wahres dran ist: man erntet was man sät. Die Zeit die wir in unsere Kinder investieren ist eine der besten Investitionen die wir tun können.

  3. Neulich morgens in einem Kindergarten:
    „Frl, damit du es weisst: „Tim ist heute etwas krank, aber du schaffst das schon!“
    Frl muss alles schaffen und demnächst dann auch noch die Pampersrocker!

  4. Reiner Mattar

    Als vor ca. 20 Jahren das Eintrittsalter in den Kindergarten für die DG auf 3 Jahre angehoben wurde, war das eine reine Sparmaßnahme, hatte keinerlei pädagogischen Hintergrund.
    Wenn diese Maßnahme jetzt wieder rückgängig gemacht wird, hat das eine Reihe von Auswirkungen:
    – Wir brauchen wahrscheinlich weniger Tagesmütter, da sicher viele Eltern das kostenfreie Angebot des Kindergartens vorziehen werden: gut oder schlecht? Arbeitslose Tagesmütter oder Behebung des Mangels an Tagesmüttern…
    – Im Kindergarten brauchen wir mehr Personal. Dass damit die Kindergartenhelferinnen eine Aussicht auf einen Job bekommen, gefällt mir, denn bisher war die Teilnahme an der entsprechenden Ausbildung eine relativ sinnfreie Beschäftigungstherapie…
    – Aber die Kindergartenhelferinnen ersetzen natürlich keine Kindergärtnerinnen, daher bin ich sehr gespannt darauf, wie in Zukunft die genaue Stellenberechnung aussehen wird: gut oder schlecht?

    Und klar entscheiden die Eltern auch weiterhin, welches Angebot sie wahrnehmen möchten…

    Ach ja, schon wieder ein Mann der kommentiert….

  5. Réalité

    Wann endlich entschliesst sich unsere Regierung zur SENKUNG DER MINISTERDICHTE in Ostbelgium!??
    Dieses heisse Eisen gehört schnellstens auf die Tagesordnung, noch viel eher wie dieses hier!
    Einer von den Vieren, wäre satt genug! Aber dafür ein RICHTIGER!

      • 164.451 … 164.452… 164.453… und der Meine 165.454…
        Nur weiter so, dann sind die 200.000 schnell voll.

        Was hat die Ministerdichte mit dem eigentlichen Thema zu tun? Null Komma nichts.

        Zu diesem eigentlichen Thema:
        Schon meine eigenen Kinder gingen hier in der Wallonie mit zweieinhalb Jahren in den Kindergarten und jetzt auch meine Enkel.
        Geschadet hat es keinen, wie manche zu befürchten scheinen.
        Ja, und auch ihr Kuscheltier durften sie mitnehmen, und ihre Mittagsruhe bekamen sie auch.

        Es ist also absurd, den Eltern, die aus welchen Gründen auch immer, dazu gezwungen sind, den Schuldkomplex einimpfen zu wollen, sie seien Rabeneltern und würden materielle Vorteile aus Doppeleinkommen dem Wohl ihrer Kinder vorziehen.

        Nur wenige sind in der glücklichen Lage einer Leserbriefschreiberin im GE, die extra nach Belgien gezogen ist, um hier die Erziehung ihrer Kinder vom Vorschulalter bis zum Abitur selbst zu verwirklichen, was in D nicht möglich ist. Aber ob das für die Kinder wirklich so ein Glück ist…

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