Politik

Zweitägiger Besuch von Belgiens Premier De Croo in Berlin findet in deutschen Medien kaum Erwähnung

10.05.2022, Berlin: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) empfängt Alexander De Croo, Premierminister von Belgien, mit militärischen Ehren vor dem Bundeskanzleramt. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Zu einem zweitägigen Besuch hielt sich Belgiens Premier Alexander De Croo (Open VLD) am Montag und Dienstag in Berlin auf. Das Interesse der deutschen Presse an der Visite war überschaubar. Berichte gab es eigentlich nur von den mitgereisten belgischen Journalisten.

Wenn man den Suchbegriff „De Croo Berlin“ auf Google eingibt, bekommt man Artikel der VRT sowie von Grenz-Echo, RTBF, BRF, DH, 7sur7, LN24, LaLibre, De Standaard, Proximus und La Meuse bzw. Sudinfo zu sehen. Deutsche Berichte gibt es vom Pressedienst der Bundesregierung sowie von germany.diplomatie.belgium.be. Dann noch ein Artikel von Politico in englischer Sprache. Deutsche Tagespresse Fehlanzeige.

Am Montag stand der Besuch von De Croo in Berlin im Schatten des Treffens von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bei Bundeskanzler Olaf Scholz.

09.05.2022, Berlin: Alexander De Croo, Premierminister von Belgien, trägt sich vor seinem Gespräch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue in das Gästebuch ein. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

In der Tagesvorschau der Deutschen Presse-Agentur (dpa) für Montag wurde De Croos Anwesenheit in der deutschen Hauptstadt nicht mit einem Wort erwähnt. Wohl aber gab es Fotos von der Zusammenkunft zwischen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Belgiens Premier im Schloss Bellevue. Mehr aber auch nicht.

Was das Treffen zwischen De Croo und Scholz betrifft, so wurde der Gast aus Belgien von dpa nur im Zusammenhang mit einer Aussage des Kanzlers zu dessen Reise nach Kiew erwähnt, mit der De Croo aber nichts zu tun hat.

In der dpa-Tagesvorschau für Dienstag wird De Croos Besuch unter „Weitere Themen“ angerissen, doch ein Thema ist es dann noch nicht. „Einzelmeldungen nach Nachrichtenwert“ heißt es da. Es gibt letztlich keine einzige Meldung.

Zum Glück sind sowohl beim „Empfang mit militärischen Ehren durch Bundeskanzler Olaf Scholz“ sowie bei der „gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Gespräch“ Fotografen präsent. Sonst wäre die zweitägige Visite De Croos in Berlin zumindest in Deutschland überhaupt nicht wahrgenommen worden. (cre)

10.05.2022, Berlin: Bundeskanzler Olaf Scholz (r, SPD) und Alexander De Croo, Premierminister von Belgien, geben eine Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. Foto: Kay Nietfeld/dpa

23 Antworten auf “Zweitägiger Besuch von Belgiens Premier De Croo in Berlin findet in deutschen Medien kaum Erwähnung”

  1. Karli Dall

    „Sonst wäre die zweitägige Visite De Croos in Berlin zumindest in Deutschland überhaupt nicht wahrgenommen worden. (cre)“

    Ein Besuch in Kiew – in der Politiker-Reisehauptstadt – wäre aber sehr stark wahrgenommen worden.
    Wer als Politiker wahrgenommen werden will, muss in das völlgig zerstörte Kiew fahren – mit Schutzhelm und Splitterschutzweste – Fotografen und Medienleute sind dort immer anwesend für Fotos und Berichte…….

  2. "Alter Kelmiser"

    Was wollt bzw. erwartet ihr Traumtänzer hier in Ostbelgien von den Deutschen?
    Unser Land „Belgien“ war, ist und wird immer ein Land von „Nobodys“ für die Deutschen sein!

    • Alfons van Compernolle

      Das , Alter Kelmiser , ist so nicht zutreffend !! Belgien hat in Deutschland einen großes Ansehen in der Bevölkerung ! Die Tagespresse ist da hingegen mehr auf „Auflage & somit Verdienst“ gestrickt !

    • Gastleser

      Jo, Eiche antik, Dutroux, Fritten und zu viel Bier.
      Ich habe einigen angeboten hier schnell und zu fairen Preisen zum Arzt/Pflegeheim zu kommen, nein sie hassen es.
      Lieber im bunten Deutschland bleiben…

    • Der kleine Belgier

      @Alter Kelmiser,
      was erwartest Du Traumtänzer von den Deutschen, wenn noch nicht einmal die Wallonen wissen, dass es uns gibt.
      Ich habe schon einige off. Briefe von belg. Ämter aus Bruxelles bekommen auf welche dann
      unten als Land ( Deutschland) stand, die dann nach einigen Wochen ankamen.

      Falls du als alter Kelmiser Deutsch freundlich bist oder wärst, könntest du deren Anerkennung gewinnen. Gebe etwas dann bekommst Du auch etwas zurück.

  3. @ AVC
    *Belgien hat in Deutschland einen großes Ansehen in der Bevölkerung !*
    Ja klar, was die Tankstellen betrifft, bestimmt! Ein Großteil der Deutschen vertritt heute noch die Auffassung, man spricht in Belgien „ belgisch“!

    • Der kleine Belgier

      @Oje,
      in Italien spricht man : italienisch
      in Frankreich spricht man : französisch
      in den Niederlanden spricht man : niederländisch
      und so kommt es, dass man in der deutschen Sprache für Belgien sagt : belgisch

      Es ist natürlich unser Fehler, dass wir bis heute nicht in der Lage sind, den Europäern mitzuteilen,
      welche Sprachen in Belgien gesprochen werden.
      Es wäre eine Aufgabe der belgischen Regierung und auch von den belgischen Medien, dieses
      zu tun.

    • Alfons van Compernolle

      Ohje: nach 54 Jahren Deutschland (Hamburg etc) , kann ich mir wohl als von Geburt an Belgier ein Beurteilung des Ansehens der Belgier in Deutschland erlauben ! Sie erzählen Mist , was das Ansehen der Belgier/innen in Deutschland betrifft !!

  4. schlechtmensch

    Der Makel nicht bei dem neuen Messias in Kiev gewesen zu sein mit den Taschen voller Geld und schweren Waffen wird auf ewig auf den Politikern lasten. Diesen Makel bekommen sie nicht mehr weg. Also Steuern erhöhen, alles an Waffen zusammenkratzen was geht und ab nach Kiev. Dann wird er auch wahrgenommen.

  5. Es ist gut daß ich diese Seite, ostbelgiendirekt.be, bei mir gelinkt habe. Ich als Deutscher weiß um den deutsch sprechenden Teil Belgiens und es ist für mich sehr hifreich das es diese Webseite gibt. Ich lese EURE Kommetare zu EUREN Themen und, manchmal überschneiden sich EURE und MEINE Themata – dann hab auch ich was von euren Kommetaren! Draufsicht von ausserhalb Deutschlands. „Unseren“ Medien wirklich zu glauben wäre soooo dumm/blöd. Gerade wenn man weiß das ein Hedgefont sich groß in eine europaweit tätige TV und Radioguppe eingekauft hat UND der identische Font hat einen amerikanschen Hersteller von Sotware zum fälschen von Bild&Ton übernommen. DAS hat die Öffendlichkeit leider nicht mitbekommen.

  6. Frank Mandel

    In Belgien spricht man nicht eine Sprache.
    Es gibt flämisch, französisch und deutsch.
    Belgien hat genug mit sich zu tun.
    Immer vorne stehen zu wollen macht einsam.
    Das ist aber auch nicht Belgiens Platz.
    Also mal chillen…, kleines Land, kleine Vorhaben.
    Der Krieg ist vorbei.
    Die DG hat nun wirklich sehr wenig mit Belgien an sich zu tun aber ein attraktiver Teil des Landes.
    Integration geht nicht durch sich selbst hervorheben zu wollen. Präsentieren was man hat und Mankos geschickt überspielen oder flämisch und oder französisch lernen.
    Immer nur motzen und rumhacken geht eben nicht.
    Belgien ist eben vielsprachig.
    Dafür muss man sich aber auch bewegen…
    Eupen ist die Hauptstadt der DG oder das Dorf?
    Ich denke, dass hier viel mehr geht außer Night Shops und Barber Shops!
    Wie bitte?

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