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Daumen drücken für Rote Teufel: Wie stark ist Belgien ohne De Bruyne, Witsel und wohl auch Eden Hazard?

11.06.2021, Russland, St. Petersburg: Belgiens Eden Hazard (r) beim Abschlusstraining in St. Petersburg. Foto: Igor Russak/dpa

Endlich geht’s los! Drei Jahre hat Belgien auf diese Fußball-EM gewartet. Seit dem Ausscheiden im Halbfinale der WM 2018 in Russland träumen die Roten Teufel vom EM-Titel.

„Belgien hat eine der besten Mannschaften in Europa. Die Stimmung im Land ist sehr positiv, wenn über die Nationalmannschaft gesprochen wird. Das war auch 2018 bei der WM schon so“, sagte Belgiens Torhüter-Legende Jean-Marie Pfaff der Deutschen Presse-Agentur vor dem heutigen Turnierstart der Roten Teufel am Samstag (21.00 Uhr) gegen Russland. „Aber die Leute wollen natürlich auch, dass dabei mal ein Titel rausspringt“, stellte der 67-jährige Ex-Bayern-Torhüter klar.

10.06.2021, Belgien, Tubize: Romelu Lukaku aus Belgien während der Trainingseinheit. In Abwesenheit von Kevin De Bruyne und Axel Witsel ist der Torjäger Belgiens Hoffnungsträger. Foto: Bruno Fahy/BELGA/dpa

Pfaff, der 1980 mit Belgien das EM-Finale erreicht und gegen Deutschland verloren hatte, hofft darauf, dass sein Heimatland schnellstmöglich den zum Auftakt fehlenden Kevin De Bruyne zurückbekommt.

„Wenn er bei der EM nicht spielen kann, dann ist das für unsere Mannschaft ein Problem. Denn De Bruyne ist der Chef im Spiel“, sagte Pfaff. Der Starspieler von Manchester City fehlt zum Auftakt, weil er sich nach seinem Zusammenprall mit Chelsea-Verteidiger Antonio Rüdiger im Finale der Champions League einer Gesichtsoperation unterziehen musste.

Nicht nur De Bruyne fehlt heute in St. Petersburg gegen Russland. Auch Axel Witsel ist nicht dabei, und Eden Hazard wird wohl auf der Ersatzbank beginnen. Damit sind drei Schlüsselspieler der WM 2018, bei der die Roten Teufel übrigens just in St. Petersburg durch einen Sieg im „kleinen Finale“ gegen England Dritter wurden, beim Anpfiff dieser Auftaktbegegnung der Belgier nicht dabei.

02.07.2018, Russland, Rostow am Don: Der ehemalige belgische Torhüter Jean-Marie Pfaff. Foto: Bruno Fahy/BELGA/dpa

Apropos St. Petersburg: In diesem Stadion schied Belgien auch gegen Frankreich im WM-Halbfinale aus. Und in dieser Arena gewann die belgische Nationalelf 4:1 gegen Russland 2019 in der EM-Qualifikation.

Belgiens Nationaltrainer Roberto Martínez sieht denn auch im Aufeinandertreffen mit Russland ein Duell alter Bekannter. „Das erste Spiel ist immer das härteste. Das wird ein echter Test. Es gibt keine Geheimnisse zwischen den beiden Teams, wir kennen uns“, sagte der Spanier am Freitag in St. Petersburg.

Zu Details seiner Aufstellung, also zum Beispiel zu einem Startelfeinsatz von Kapitän Eden Hazard, äußerte sich Martínez nicht. Klar ist nur, dass De Bruyne und Witsel noch nicht zum Einsatz kommen, sondern in Tubize geblieben sind und dort individuell trainieren.

Torhüter und Führungsspieler Thibaut Courtois will im ersten Spiel gleich ein Zeichen setzen. „Ich hoffe, dass wir eine richtig gute EM spielen können. Wir müssen gewinnen und dann weitermachen, wie wir es bei der WM 2018 gemacht haben“, sagte der 29 Jahre alte Torhüter von Real Madrid. Damals war Belgien mit zwei deutlichen Siegen ins Turnier gestartet.

11.06.2021, Russland, St. Petersburg: Belgiens Torhüter Thibaut Courtois in Aktion beim Abschlusstraining. Foto: Igor Russak/dpa

Neben Courtois ruhen die belgischen Hoffnungen auf Torjäger Romelu Lukaku, der sich seit der WM 2018, vor allem seit seinem Wechsel zu Inter Mailand, zum Weltklasse-Stürmer gewandelt hat.

Wenn man davon ausgeht, dass Eden Hazard auf der Bank beginnt, bleiben in der Aufstellung von Coach Martinez wohl nur zwei Positionen offen: Zum einen geht es darum, wer von Thomas Vermaelen und Jason Denayer im Zentrum der Dreierabwehr spielen wird. Zum anderen ist noch unklar, für wen sich Martinez auf der rechten Außenposition entscheiden wird: für den erfahrenen Dries Mertens oder für den jungen Jérémy Doku, von dem einige schon erwarten, er könnte eine der großen Entdeckungen dieser EM werden.

Die mögliche belgische Startelf: Courtois – Alderweireld, Denayer (Vermaelen), Vertonghen – Castagne, Dendoncker, Tielemans, Thorgan Hazard – Mertens (Doku), Carrasco – Lukaku.

HINWEIS – Das Spiel zwischen Belgien und Russland findet am heutigen Samstagabend um 21 Uhr (MESZ) in St. Petersburg statt. Liveübertragung im Fernsehen auf RTBF1 („La Une“) und ZDF. Spielbericht unmittelbar nach dem Schlusspfiff gegen 22.50 Uhr hier auf „Ostbelgien Direkt“.

Zum Thema siehe auch folgende Artikel auf OD:

11 Antworten auf “Daumen drücken für Rote Teufel: Wie stark ist Belgien ohne De Bruyne, Witsel und wohl auch Eden Hazard?”

    • Fred vom Jupiter

      Lukaka auch nicht schlecht. Noch jemand mit Wurstfinger😜
      Denayer zentral da gibt’s keine Alternative. Würde ihn nur die Haare kürzen, dann ist er noch schneller🤔.
      Wenn die Leistung vom Kroatienspiel abgerufen wird ,geht das auch ohne Witsel,De Bruyne und Eden gut.

    • Peter Müller

      Warum immer so negativ wenn mal Spieler ausfallen. Die Mannschaft gewinnt, nicht nur die drei Spieler. Man sollte Vertrauen in die Mannschaft haben. Dafür ist das Trainerteam da, um eine Mannschaft zu formen, wo jeder an jeden glaubt und kämpft. Dann wird das auch etwas.

    • Fred vom Jupiler

      Nicht ein paar Leistungsträger vergessen?
      Wird ungewohnt für die Jungs, wieder bei einer solchen Geräuschkulisse zu spielen. Wird in Kopenhagen noch schwieriger, da man in Dänemark gerade die erlaubten Zuschauer aufgestockt hat. Unsere Jungs sind aber Profi genug um das wegzustecken. Wenn man es mal emotionslos betrachtet, ist es eigentlich völlig egal, ob man 1,2 oder 3.(1 von 4) in der Gruppe wird. Vielleicht sogar ein Vorteil wenn man nicht alles gewinnt

  1. Standpunkt

    Ich finde das mit dem Heimvorteil in dieser EM nicht fair…man hätte die Begegnungen so legen sollen , dass niemand in seinem Heimatland antreten durfte.

    Viel viel Glück …es wird nicht einfach!

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