Standpunkt

Das ist kein guter Stil, Frau Weykmans!

Die „Gardinenpredigt“ von DG-Ministerin Isabelle Weykmans an die Adresse des Eupener Gemeindekollegiums war in politischen Kreisen DAS Thema am Wochenende. In ihrer “Festrede” anlässlich der Grundsteinlegung zur zweiten Phase des Ausbaus des Alten Schlachthofs hatte die Ministerin kein Blatt vor den Mund genommen und den Eupener Bürgermeister Elmar Keutgen und seine Schöffen wegen der zeitlichen Verzögerungen in gewisser Weise sogar verhöhnt.

Dass ausgerechnet die ansonsten eher zurückhaltende, höfliche und stets charmante Isabelle Weykmans plötzlich den Hammer rausholt, das hatte wohl niemand erwartet.

Im Kern hat die Ministerin Recht

Anscheinend hatte sich Weykmans im Vorfeld der Feierstunde im Alten Schlachthof an zwei Dingen gestört: Zum einen soll in der Einladung der Stadt Eupen zur Grundsteinlegung der zweiten Bauphase der Eindruck erweckt worden sein, an den Verzögerungen sei in erster Linie die DG schuld. Zum Zweiten empfand sie wahrscheinlich den Termin vom 28. September – zwei Wochen vor der Eupener Stadtratswahl – als eine Provokation, zumal die DG das Gros der Kosten für das künftige Regionalzentrum Nord übernimmt. So ist in Weykmans mit der Zeit wohl der Entschluss gereift, der Eupener CSP einen Denkzettel zu verpassen.

Ist auch soweit nachvollziehbar, denn im Kern hat Isabelle Weykmans wahrscheinlich sogar Recht. Und man ist ja froh, dass ein Politiker oder eine Politikerin zur Abwechslung mal kein Blabla redet, wie bei den meisten Häppchen-Empfängen der Fall, sondern Klartext.

Mehr Fingerspitzengefühl

Aber war diese Rede die richtige Antwort? Hätte man das, was gesagt werden musste, nicht schon direkt nach Erhalt der offiziellen Einladung monieren können? Ein Anruf bei Elmar Keutgen oder Patricia Creutz hätte genügt.

Beim BRF hat Isabelle Weykmans es bis heute nicht geschafft, diejenigen zur Ordnung zu rufen, die das Haushaltsloch angerichtet haben. Bis dato hat die Ministerin in dieser Angelegenheit überwiegend um den heißen Brei herumgeredet.

Jetzt aber, da in Sachen Regionales Kulturzentrum Nord nicht die eigenen Parteifreunde etwas verbockt haben, sondern der politische Gegner, holt die sonst so bedächtige Isabelle Weykmans plötzlich und unerwartet die Keule raus. Das ist ein bisschen zu durchsichtig. Kein guter Stil.

GERARD CREMER

 

7 Antworten auf “Das ist kein guter Stil, Frau Weykmans!”

      • Der Zusammenhang ist relativ offensichtlich (es sei denn man mag diese Art von Humor nicht). Das Video von Ecolo „karikiert“ unnötiges „Sich selbst feiern“ der Eupener Mehrheit anhand eines Mülleimers im Klinkeshöfchen. Dieser symbolische Mülleimer könnte ebenso gut für das Regionale Kulturzentrum stehen. Das ist der Zusammenhang. Interessant ist, dass Ecolo das Video schon lange vor der 2. Grundsteinlegung veröffentlicht haben und diese somit auf lustig komische Art „prophezeit“ haben.

  1. Frank Bosch

    Vielen Dank an Ecolo und – ganz besonders – Herrn Deleuze für die einweihung dieses alten Mülleimers. Wünsche viel Erfolg für die Einweihung der nächsten !!! Kann man dort auch Wahlwerbung versenken ???

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