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Deutschland will Gespräche mit Russland über Sputnik V

29.12.2020, Argentinien, Firmat: Eine Person zeigt ein Fläschchen mit dem Impfstoff Sputnik V. Foto: Patricio Murphy/ZUMA Wire/dpa

Deutschland will mit Russland über mögliche Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V sprechen.

Die EU-Kommission habe erklärt, dass sie über das russische Präparat keine Verträge wie mit anderen Herstellern schließen werde, sagte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag im WDR5-„Morgenecho“. Daraufhin habe er bei einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister erklärt, „dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden“.

05.03.2021, Berlin: Lothar Wieler (l), Präsident Robert Koch-Institut (RKI), spricht nach einer Pressekonferenz zu Corona-Impfungen mit Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit. Foto: Michael Kappeler/dpa

Zugleich betonte Spahn, dass es zunächst eine Zulassung des Impfstoffs durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA geben müsse. Dafür müsse Russland Daten liefern. Auch müsse geklärt werden, wie viel Impfstoff Russland kurzfristig liefern könne.

Einige deutsche Bundesländer haben aber schon vor einer möglichen EU-Zulassung Alleingänge gestartet. Bayern unterzeichnete am Mittwoch einen Vorvertrag über 2,5 Millionen Sputnik-Dosen, Mecklenburg-Vorpommern zog am Donnerstag mit einer Option auf eine Million Dosen nach.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Rahmen einer sogenannten Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde.

19.02.2021, Venezuela, Caracas: Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens öffnet eine Verpackung mit mehreren Dosen des Corona-Impfstoffs Sputnik V aus Russland. Foto: Jesus Vargas/dpa

Im April wollen EMA-Experten Produktion und Lagerung des Impfstoffs in Russland begutachten. Die EU-Staaten Ungarn und Slowakei haben Sputnik bereits auf eigene Faust angeschafft, Ungarn erteilte eine Notfallzulassung.

Bislang hatte Deutschland Impfstoff ausschließlich zusammen mit den anderen EU-Staaten angeschafft. Diesen Weg hatte die deutsche Regierung auch für Sputnik V gefordert – und eine Absage kassiert.

Ein Sprecher der EU-Kommission betonte am Donnerstag jedoch, ein Vorgehen wie das von Deutschland bedeute nicht das Ende der europäischen Impfstoff-Strategie. Vielmehr stehe es Ländern frei, bilateral Impfstoff zu beschaffen, der nicht Bestandteil des gemeinsamen Vorgehens sei. (dpa)

6 Antworten auf “Deutschland will Gespräche mit Russland über Sputnik V”

  1. Der kleine Belgier

    Spahn überlegt, ob er mit Russland verhandeln will, was für eine Aroganz !

    Die glauben wirklich noch alle, Sie währen noch die Besten, wenn die
    Besten dann in Theoretischen Lösungen.

    Praktisch funktioniert meisten nichst mehr richtig, siehe letzte Impftermine in Aachen.
    Bürger standen stundenlang in eisiger Kälte und durften dann nach Hause gehen.
    Traurig traurig.
    Die Weltmeister

  2. Felicitas

    Das gibt genauso ein Desaster wie mit Astrazeneca. Schon allein weil es aus Russland kommt. Alles was aus Russland kommt ist in den Köpfen der meisten Leute perse schlecht.
    Das Zeug ist noch nicht mal zugelassen, da würd schon darüber schwadroniert, dass keine verlässlichen Testdaten vorhanden sind.

  3. Man muss sich entschieden dagegen verwahren, dass alles schlecht sei, was aus Russland komme! Denn der russische Vodka beweist das Gegenteil! Oder ist es mehr der polnische? Verallgemeinern vergiftet Die Stimmung!

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