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Sorge um Corona-Lage in Frankreich: Knapp 10.000 neue Infektionen pro Tag

11.09.2020, Frankreich, Straßburg: Jugendliche tragen Mundschutz und sitzen auf der Terrasse eines Cafés. Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Angesichts steigender Corona-Zahlen hat Frankreichs Premier Jean Castex an die Verantwortungs seiner Landsleute appelliert. „Das Virus zirkuliert mehr und mehr in Frankreich“, warnte er am Freitagabend nach einer Sitzung des Verteidigungsrates. Die künftige Situation hänge „von Ihnen ab, von uns“.

Viele Franzosen hatten die Verhängung strengerer Regeln erwartet – etwa regionale Ausgangsbeschränkungen oder Schließungen von Restaurants. Doch davon hielt die Regierung vorerst Abstand.

In einigen Regionen könnten aber dennoch strengere Maßnahmen bevorstehen: Castex forderte drei besonders schwer getroffene Regionen auf, bis Montag neue Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus vorzulegen. Das sind die Städte Marseille und Bordeaux sowie das Überseegebiet Guadeloupe. Die Lage dort sei „besorgniserregend“, so Castex.

11.09.2020, Frankreich, Venissieux: Menschen mit Mundschutz stehen Schlange, um einen Covid-19-Test durchzuführen. Die Infizierten-Zahl in Frankreich erreicht einen Rekordwert. Foto: Jeff Pachoud/AFP/dpa

Der Premier kündigte an, dass die Dauer der Quarantäne von 14 auf 7 Tage verkürzt wird. „Es ist unerlässlich, dass sich alle strikt an diese Zeit der Isolation halten, die einer Kontrolle unterliegen wird“, warnte er. Castex erklärte, den Vorschlag des Wissenschaftlichen Rates umzusetzen. Dieser hat eine solche Verkürzung für Kontaktpersonen und Infizierte vorgeschlagen.

Außerdem gelten nun insgesamt 42 Départements als Risikogebiete. Zuvor waren es knapp 30. Das heißt, dass die Behörden vor Ort die Möglichkeit haben, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben einschränken. Zu diesen Gebieten zählen etwa der Großraum Paris und weite Teile der Mittelmeerküste. Die Bundesregierung hat für diese und weitere Regionen eine Reisewarnung ausgesprochen.

Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen worden. Am Donnerstag wurden binnen 24 Stunden knapp 10.000 neue Infektionen verzeichnet. Dies war die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Am Freitag waren es 9.400.

07.09.2020, Frankreich, Paris: Passanten tragen auf den Champs-Elysées Mundschutze. Foto: Michel Euler/AP/dpa

Die Zahlen bewegen sich seit Ende August auf ähnlich hohem Niveau. Allerdings wird – wie in vielen anderen Ländern auch – deutlich mehr getestet als noch im Frühjahr.

Derzeit sind große Versammlungen verboten. In einigen Städten wie Paris sind Masken auf öffentlichen Plätzen und sogar auf den Straßen vorgeschrieben. Zuletzt hat die Auslastung der Intensivbetten in einigen Regionen wieder zugenommen – landesweit ist sie aber immer noch niedrig. Ärztinnen und Ärzten zufolge sind die Covid-19-Verläufe derzeit weniger schwerwiegend als im Frühjahr.

Castex befindet sich derzeit selbst in Quarantäne in seinem Amtssitz Matignon in Paris. Er hatte am vergangenen Wochenende auf der Pyrenäen-Etappe im Auto von Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme Platz genommen. Dieser wurde anschließend positiv auf das Coronavirus getestet. Castex ist Berichten zufolge aber negativ getestet worden. Bei dem Pressestatement galten dennoch strenge Sicherheitsregeln. (dpa)

52 Antworten auf “Sorge um Corona-Lage in Frankreich: Knapp 10.000 neue Infektionen pro Tag”

  1. Auch in Frankreich sind es erst einmal positive PCR Test und keine SARS-COV-2 Infektionen. Das bewusste verwechseln dieser Begriffe durch Politik und Medien nimmt inzwischen stalinistische Züge an….

  2. Krisenmanagement

    Überall in Europa stecken sich sehr viele Menschen an. Die Zahlen sind nicht wirklich aussagekräftig und seriös. Aber wieviele werden noch ernsthaft krank? Auch werden im Moment viele Menschen getestet. Wie zuverlässig sind die Tests? Dann sind natürlich die Zahlen hoch. Die Menschen sind es leid sich an die Bedingungen zu halten. Wird die Lage wirklich so ernst in Frankreich?

  3. Heute morgen in den 9:00 Uhr Nachrichten des BRF, neue „Rekordzahl“ an Corona-Infizierten in Frankreich… Etwas später wurde dann doch erwähnt dass viel mehr getestet wird und der %-tuale Anteil der positiven Test an der Gesamtzahl mit ca. 5% weiterhin stabil ist! Was bedeutet dass die Zahl der positiv Getesteten gar nicht zunimmt sondern sich stabilisiert da eine Veränderung bei abweichender Grundmenge immer gewichtet vorgenommen werden muss da die absoluten Zahlen keine brauchbaren Indikatoren mehr sind. Wer beruflich mit Zahlen arbeitet versteht das sofort, von Leuten wie „AchGott“ oder „5/11“ erwarte ich dieses Verständnis erst gar nicht. Politik und angeschlossene Medien arbeiten immer mit den Zahlen die der eigenen Agenda nützen, mal %-tual, mal absolut, den Unterschied versteht ja eh keiner.

    • Ihr „mathematisches“ Argument ist falsch, da man nicht immer die gleichen Personen testet und dann feststellen würde, dass es 5% waren und jetzt 4% oder 6%.
      Es erwähnt niemand absolute Zahlen, Sie verwechseln zwei völlig verschiedene Parameter.
      Macht nichts, viele meinen man könnte mit 3 Äpfel und 2 Zitronen 5 Früchte errechnen…

      Trotzdem, wenn täglich X neue und ansteckende Fälle auftauchen, dann sind das X neue Gefahren für die Anderen. Vor allem haben sie während 3 bis 7 Tagen vorher andere Personen anstecken können, es sei denn, sie haben die Gefahr durch Maske und Distanz verringert.
      Ob das jetzt 5% von 1.000 oder von 10.000 sind, ist völlig egal !

      • karlh1berens

        Wir haben diese Akzeptanz des ganzen Maskengedöns wegen Menschen wie Ihnen !

        Also nochmal, auch wenn’s für die Katz ist :

        5 % von 1000 = 50

        5 % von 10000 = 500

        Merken Sie was ?

        Dachte ich mir – aber die Katzen (denen ich jeden Morgen und jeden Abend einen Liter Milch gebe) haben’s kapiert : wenn Sie sich vermehren kriegt jede weniger Milch. Aber ich hab weniger Mäuse.
        Wenn ich proportionell zur Vermehrungsrate der Katzen mehr Milch geben würde, wäre ich ärmer und hätte mehr Mäuse.

        Sorry – aber was Anderes fällt mir dazu nicht ein.

      • Beeindruckende mathematische Kompetenz. Sicher gehen Sie auch immer in einem bekannten Eupener Elektronik-Fachgeschäft an der Herbesthalerstrasse einkaufen, da gibt es ja bekanntlich immer die meisten Prozente für’s Geld. Natürlich mit Maske, denn die Infektionszahlen steigen ja weiter an. Leute wie Sie sind eine Stütze des Systems….

          • „Es erschließt sich Ihnen nicht“, wenigstens das haben Sie verstanden. Ob Zahlen richtig oder falsch interpretiert sind, das zu beurteilen dazu sind Sie so kompetent wie ich in Sachen Notenlehre, weil, „es erschließt sich Ihnen ja nicht“…..

        • Walter Keutgen

          Dax, warum Sie da ein Eupener Elektronikgeschäft einbringen, erschließt sich mir auch nicht. Wenn es das ist, das ich glaube, ist es kein Elektronikgeschäft, sondern ein Elektrogeschäft.

          • Die Leute rannten dahin weil sie „20% (oder mehr)“ bekamen und merkten nicht dass sie absolut mehr zahlten als bei der Konkurrenz. So ist dass wenn man relative Zahlen nicht von absoluten unterscheiden kann – siehe unser Mathegenie 5/11 der analog dazu auf den Trick der absoluten Zahlen bei den Corona-Infektionen herein fällt ohne zu raffen dass der %-tuale Anteil unverändert bleibt. Daher meine Vermutung dass auch er gerne da kauft wo es die meisten Prozente für’s Geld gibt……

            • Nee, wie schlau – aber durchaus „optimistisch“…
              Wenn wir bei 500.000 Fällen angekommen sind, sind’s ja noch immer weniger als 5% der Bevölkerung. Die Situation hat sich nicht verändert !
              So kann man auch „rechnen“ :-)))

          • WK: Das ist hier so.
            Wenn’s mit den Argumenten eng wird, kommen Elektrogeschäfte, Fusspilz und Milchmäuse in’s Spiel. Mehr Antwort gibt’s nicht :-))
            Weder RT, ken.fm, oder Bild helfen dann weiter …

  4. Politikmüll

    Liebe Leute, glaubt ihr den Schwachsinn? Bin seit kurzem von einer 7-tägigen Reise in der Bretagne zurück. Haben es noch nie so gut gehabt! Die ganzen Regierungen haben voll einen Eck weg! Steckt die Politiker und Virologen in eine Jahrestäne, dann haben wir eine Zeit lang Ruhe ! So eine Vera……ung. !

  5. Horst Emonts-pool

    Horst Emonts-pool
    12/09/2020 14:32
    Ministerpräsident Laschet sagte der Deutschen Presse, keine Maskenpflicht in den Wahlbueros. Die Waehler sollten sich frei fühlen. Also, keine ansteckungsgefahr beim wählen. So ist es.

    Antworten
    Horst Emonts-pool
    12/09/2020 17:54
    Also, ohne Maske ins Wahlbüro, und mit Maske ins Bordell 😂😂😂

  6. Horst Emonts-pool

    Bonner Virologe Hendrick Streeck schwankt langsam um. Er ist jetzt für einen anderen Umgang mit Corona. Man dürfte nicht nur die Infektionszahlen bewerten. Zwar steige die Zahl der positiven Tests in Europa an, aber es gebe kaum einen Anstieg der Todeszahlen.
    Gesellschaftlich betrachtet seien Infektionen ohne Symptome nicht zwangsweise schlimm, so Streeck: “ Je mehr sich infizieren und keine Symptome entwickeln, umso mehr sind-zumindest für einen kurzen Zeitraum-immun. “ Nicht zu vergessen, es ist ein Berater der Bundesregierung.

    • Diese Aussage von Streeck konnte man in „Welt online“ lesen (inzwischen hinter einer Bezahlschranke), worin er auch sagte dass niemand genau wissen kann wie man 100% richtig mit der Situation umgehen soll. Damit hat er sicher recht, nur sieht (oder sagt) er nicht dass die Politiker zu 100% wissen wie sie sich die Situation zum eigenen Nutzen zurechtbiegen können. „Corona for ever“ ist die Devise denn so lange die Menschen sich mit täglichen „Infektionszahlen“ hinter einer Gesichtsmaske befehlen lassen, fragt keiner nach den wirklichen Problemen und die Exekutive kann durchsetzen was sie will. Schon erstaunlich wie schnell aus Bürgern Untertane werden….

      • karlh1berens

        Und das Absurde, Unverständliche daran ist : Diese Politiker fallen ja nicht vom Himmel. Sie wurden ja mal (manchmal direkt, manchmal weniger direkt) von jemandem von uns gewählt. Also sind wir (oder eine Teilmenge von uns) das Übel !

        Ich hätte da mal einen Vorschlag :

        Um der Sache auf den Grund zu gehen, schließen wir probehalber bei den nächsten Wahlen alle Frauen vom aktiven Wahlrecht aus. Wenn wir dann nach einer Woche eine neue Regierung haben, wissen wir : die Frauen waren’s schuld.
        Wenn wir allerdings dann noch immer keine Regierung haben, schließen wir bei der nächsten Wahl alle Männer vom akti…………..

        Wenn auch das nichts bringt, wissen wir zumindest eines : Mit uns Erwachsenen kann was nicht stimmen.

        Ich würd’s dann mal mit den Kindern probieren oder mit Würfeln.

        Ich persönlich glaube, dass, wenn uns dann noch etwas Zeit bleibt, wir beim Würfeln landen werden. Der landet ja physikalisch-mathematisch bedingt immer auf einer Seite und nicht auf Kante

        ( ͡° ͜ʖ ͡°)

          • karlh1berens

            Trump ist von einer Mehrheit der „Wahlmänner“ gewählt worden, die sich VOR der Wahl für einen bestimmten Kandidaten aussprechen müssen- wie es die Verfassung der USA vorsieht. Wenn es rein nach Wählerstimmen gegangen wäre, hätte Hillary gewonnen. Aber das amerikanische Wahlsystem ist nun mal wie es ist. Und überdies hat es vorläufig den dritten Weltkrieg verhindert.
            Übrigens ist unser Kommissionspräsident Michel und auch von der Leyen nun wirklich von NIEMANDEM „gewählt“ worden.

            • Walter Keutgen

              karl1berens, ähnliche Diskrepanz hat es bei der Gemeindewahl Paris 2014 gegeben und beim Parlament der DG 2019 und auch mindestens einmal davor. Dax hat da Recht.

              Michel ist nicht Kommissionspräsident sondern von de Leyen. Er ist Ratspräsident. Die 28 Regierungen der EU-Mitgliedstaaten sind nun wirklich nicht niemand. Für mich sind sie verantwortungsvoller als das EU-Parlament.

              • karlh1berens

                @Walter Keutgen 15/09/2020 20:51
                Okay, ich habe da die zwei Posten durcheinandergebracht. Aber Michel hat seinen Posten ergattert, weil er nach Marrakesch gefahren ist und im Gefolge die Regierungskrise in Belgien billigend in Kauf genommen hat (ich möchte mal wissen, wieviel der dafür eingesackt hat). Das hat das Wahlvolk ganz sicher nicht goutiert und das wird auch noch Folgen in Belgien haben – spätestens nach Neuwahlen. Aber die werden ja offensichtlich möglichst weit nach hinten (in die Unendlichkeit ?) geschoben.

                Jemand der allerdings überhaupt nicht auf dem demokratischen Radar war, ist von der Leyen. Gegenüber dieser Machtergreifung ist das amerikanische Wahlmännerprozedere beste Science Fiction

                ( ͡° ͜ʖ ͡°)

  7. Peter Müller

    Haverbeck . Sie behauptete wiederholt, dass das Konzentrationslager Auschwitz kein Vernichtungslager, sondern ein Arbeitslager gewesen sei. Allein in Auschwitz waren etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden.

    Solche Leute haben wir auch hier, die behaupten das Corona nicht existiert, oder nur eine Grippe ist.

    • Walter Keutgen

      Peter Müller, Haverbeck? Ihr Beitrag ist hier der einzige, der das Wort enthält. Ausschwitz war sowohl Vernichtungslager, wobei man bei der Ankunft vergaste, wie Arbeitslager (für die Rüstung), wobei die Arbeiter langsam zu Grunde gingen oder regelmäßig, als zu schwach und zu vergasen eingestuft wurden, vergast wurden. Es hatte zeitweise bis zu 15.000 Insaßen, Frauen und Männer, Juden und Nichtjuden.

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