Leute von heute

Claudia Niessen (Fortsetzung)

Claudia Niessen bei ihrer Eidesleistung als Mitglied des Eupener Stadtrates Anfang Dezember 2012. Foto: OD

Die Erste Schöffin der Stadt Eupen, Claudia Niessen, hat ihr Schweigen in Sachen Rücktrittsvergütung als ehemalige Senatorin gebrochen. Die Ecolo-Politikerin werde die Rücktrittsvergütung annehmen und für einen „gemeinnützigen Zweck“ und zur „familiären Vorsorge“ verwenden, teilte Ecolo mit.

In dem Kommuniqué von Ecolo heißt es dazu wörtlich:

„Claudia Niessen hat ihr Wahlversprechen, im Falle einer Mehrheitsbeteiligung der Ecolo-Fraktion im Eupener Stadtrat von ihrem Amt als Senatorin zurückzutreten, um somit Vollzeit für das Schöffenamt zur Verfügung zu stehen, eingehalten. Nach Prüfung verschiedener Sachverhalte und reiflicher Überlegung gibt Claudia Niessen nun bekannt, dass sie die vorgesehene Rücktrittsvergütung von Seiten des Senats annehmen und diesbezüglich einen entsprechenden Antrag einreichen wird.“

Claudia Niessen stehen gesetzmäßig vier Monatsgehälter in Höhe von jeweils 7031,79 Euro brutto zu, heißt es in der Stellungnahme: „Nach Steuern und Abtretung einer Pauschale an Ecolo werden vom Gesamtbetrag – lies 28.127 Euro brutto – voraussichtlich 8730 Euro netto übrig bleiben. Die durch den Föderalstaat gewährten, zusätzlichen 28% Unkostenentschädigung für aktive Parlamentarier entfallen ebenso wie die Anrechnung des Zeitraums auf das Pensionsvolumen. Den voraussichtlichen Restbetrag von 8730 Euro wird Claudia Niessen zur Hälfte einem gemeinnützigen Zweck zuführen.“

Die parteiinterne Regelung lehne Ämterhäufung strikt ab – lege jedoch keine Verhaltensregeln zum Umgang mit Rücktrittsvergütungen fest, ist in der Pressemitteilung von Ecolo zu lesen: „Claudia Niessen handelt somit im Respekt der Parteistatuten. Es bleibt kein Raum für Mutmaßung: Mit dem Einsatz ihrer Mittel zu beschriebenem Zweck trifft Claudia Niessen zugunsten grüner Philosophie, Transparenz und Solidarität sowie der Verantwortung ihrer Familie gegenüber die richtige Entscheidung.“

Siehe dazu auch „Standpunkt“-Artikel „Das Eigentor der Claudia Niessen“

Siehe dazu auch vorherige „Leute von heute“-Meldung „Claudia Niessen“

 

46 Antworten auf “Claudia Niessen (Fortsetzung)”

  1. Kommentator

    Na also, geht doch. Weshalb nicht gleich so? Die Leute wollen nur wissen, was mit ihren Steuergeldern passiert. Die ganze Geheimniskrämerei ist für eine Politikerin oder einen Politiker kontraproduktiv. Das wird irgendwann auch MP Lambertz zu seinem eigenen Leidwesen erfahren.

  2. Philippe Post

    Respekt Frau Niessen , trotzdem ist es fast “ lächerlich “ das Frau Niessen sich für Ihre “ 8730 Euro NETTO“ (die Ihr zusethen) rechtfertigen muß „Familie mit 3 Kinder“ !!!!!!!! , wo andereseits Miliarden auf Politischerebene verschwendet werden !!!! aber das interessiert ja keinen …
    P.S. NEIN, ich bin kein Ecolo – Befürworter :)

    • Rechtfertigung

      Wer die moralische und deontologische Latte so hoch hängt, wie ECOLO, muss sich solche Fragen gefallen lassen. Leider kam die Entscheidung erst nach öffentlichem Druck zustande.
      PS. Ich kenne Familien mit drei Kindern, denen 2000 € zur Verfügung stehen. Bei Fam. Niessen sind beide Eltern berufstätig und haben locker das zigfache davon. Also bitte kein Mitleid ! Kein anderer Arbeitgeber erhält, wenn er kündigt, ein „Austrittsgeld“ von 4 Monatsgehältern. Er erhält das Urlaubsgeld und Punkt. Warum müssen Politiker besser dastehen ?

      • Philippe Post

        es geht sich auch mehr darum , das man sich hier auf einen “ kleinen Fall “ bezieht , wenn man betrachtet wofür sonst die “ auch so guten “ Steuerelder ausgegeben werden !!!

  3. Beobachter

    Es ist wie so oft, der Grundgedanke ist ja nicht verkehrt: ein Parlamentarier, der nicht wiedergewählt wird, ist ja quasi vom Wähler gefeuert worden. In dem Fall finde ich eine Übergangslösung in Ordnung, bis derjenige wieder einen neuen Job gefunden hat. Also eine Art Arbeitslosengeld.

    Es ist aber auch wie so oft, wenn Leute über die Regeln ihres eigenen EInkommens entscheiden dürfen: es artet in Selbstbedienung aus. Jemand, der freiwillig sein Amt aufgibt, soll auch ab dem Moment nichts mehr bekommen. Jemand, der nicht wiedergewählt wird, und sofort in seinen alten Job zurückkehren kann (z.B. als Beamter), soll auch ab dem Moment wieder sein altes Gehalt bekommen und keine Abschiedsprämie.

    Hier wird jetzt 4 Monate Gehalt bezahlt für 0 Monate Leistung. Gerecht?

    Was auch nervt ist der ständig Verweis auf ihre familiäre Situation. Millionen Frauen müssen jeden Tag Job und Familie unter einen Hut bringen, in den meisten Fällen ohne Soderbehandlung durch den Chef. Und hier muss Madame wieder eine Extrawurst bekommen, da sie die Hälfte der Summe als „familiäre Vorsorge“ verwenden will. Ein Großteil der o.g. Millionen Frauen hätte eine familiäre Vorsorge bestimmt nötiger, bekommt aber nichts. Gerecht?

    Ich hab’s schon öfter gesagt, auch hier im Forum: ECOLO ist und bleibt eine nette kleine Protestpartei, die aus der Opposition heraus immer schön Nein sagen kann, aber in der Verantwortung fehl am Platze ist. Einerseits weil ihre Themen in der Realität nicht einfach durchzusetzen sind, andererseits weil ihre Politiker in verantwortlicher Position sehr schnell die Ideale verlieren und dann auch nicht besser sind als alle anderen.

    Manchmal denke ich, die sollten sich etwas an KH Klinkenberg orientieren: erstmal kleine Brötchen backen…

    • Das was Sie hier schreiben“ Beobachter“, betr.“Nachversorgung“ usw. für die Politiker, dem kann ich nur zustimmen. Aber das ist ja nur deswegen möglich, weil diese Damen und Herren hierfür die Gesetze bzw.Regelungen selbst verabschieden. Wer auch sonst?“An der Quelle sass der Knabe“.
      Da stehen wir, als gemeiner Bürger/in , den Mächtigen nur ohnmächtig gegenüber. Das war immer so und wird auch so bleiben.

    • Wurden diese Angaben überprüft? Es war doch mal Rede von einem Jahresgehalt an Entschädigung. Wäre es nicht noch wichtiger zu erfahren, wie die Bilanz von Frau Niessen aussieht. Oder heißt es auch hier „außer Spesen nichts gewesen!“
      Und was die Spende betrifft: Wenn Fabiola ihre Spende nicht einer römisch-katholishcen Einrichtung geben darf, wieso darf Frau Niessen denn mit Steuerrgeldern ein grünes Projekt unterstützen?

        • So Herr/Frau Stampede, ich hoffe ja nun echt, nachdem Sie hier in einer abwertenden Art und Weise die Kritiker unter uns in die Schranken gewiesen haben, weil wir uns nicht auf die Angaben von Frau Niessen verlassen haben, dass sie in der Fortsetzung zu diesem Artikel auch Stellung beziehen.
          Wissen Sie, der Artikel, der sagt, dass die Kritiker doch recht hatten und Sie sämtliche Glaubwürdigkeit verloren haben? Ich bin mir sicher eine Person wie Sie hat die nötige Kompetenz und Fähigkeit diesen Artikel zu finden.
          Nur eine Bitte: Suchen Sie nicht so, wie Sie nach Informationen bezüglich dieser Sache, oder allen anderen Sachen zu denen Sie schreiben gesucht haben, das wäre nur noch peinlich!

      • stampede

        Ach das Andere hab ich überlesen. Ja weil Frau Niessen keine Steuergelder überweist, sondern Ihr Gehalt. Dass darf jeder. Und falls es Sie wundert. Sie dürfen auch spenden. Klingt komisch, ist aber so.

  4. Auswanderer

    Interessanter ist die Frage ob Claudia Niessen dieses Geld auch aus freien Stücken ohne gesellschaftlichen Druck gespendet hätte. Rein von der Aussenwirkung hätte ich zudem in einer offiziellen Mitteilung nicht geschrieben „nach reiflicher Überlegung“ sondern „für Claudia Niessen kam es gar nicht in Frage das Geld selber einzustreichen“. Aber dass Politiker bekanntlich nicht mit den besten PR-Beratern ausgestattet sind weiß man nicht erst seit Lambertz und Weykmans. So bleibt der fade Beigeschmack, dass die genannte Summe erst nach länger Überlegung (wie dumm aber auch dass ein spitzfindiger Leserbrief-Schreiber diese für den nächsten Urlaub eingeplanten Einnahmen ausgegraben hat). Ich Schätze Claudia Niessen sehr, doch hier hätte sie schneller und entschlossener reagieren sollen. So bleibt der Beigeschmack der Heuchelei, anderenfalls hätte ich ihr das abgenommen … Als neue Erste Schöffin könnte Sie das Geld nun nachhaltig In die Eupener Kultur- und Jugendszene investieren. Tom Rosenstein wird einige Initiativen kennen, die dringend auf eine solche Spende angewiesen ist. Wenn Niessen die Überreichung der Spende nicht zum PR-Coup mit Presse und Fotografen macht ist das eine tolle Sache!

  5. Beobachter

    Heute im GE:

    “ „… Ich dagegen habe jetzt einen Job, wo ich weniger als die Hälfte verdiene. Und wenn man weiß, dass ich trotzdem die gleiche Arbeitszeit erledige, habe ich für meine Familie ausgerechnet, dass ich eine gewisse Gegenleistung bekommen muss“, rechtfertigt sich die dreifache Mutter Claudia Niessen.“

    Aha, sie hat also ausgerechnet, dass für ihre Familie ein Gehalt als erste Schöffin und ein Gehalt als Mitarbeiter im Ministerium mit zusätzlich etwas Wurschtelei als selbständiger Architekt nebenbei nicht ausreicht. Sie „muss“ noch was mehr haben. Lachhaft…

    Vor allem das Wort Gegenleistung passt wunderbar in den Kontext, Gegenleistung wofür??? Geschenk wäre passender.

    • Wahrheit

      …die armen Politiker – die verlieren doch jeglichen Bezug zur Realität.
      Und auch die Grünen sind da nicht besser als viele andere. Zu Beginn ihrer Legislatur hat der Senat doch gar nicht gearbeitet. Bekommen wir Steuerzahler denn auch das Geld zurückerstattet? Hat man da das Geld verweigert oder wurde die Präsenz einiger Stunden dick bezahlt.
      Im Verhältnis dazu hat ein MP in der DG nicht das dickste Gehalt.

      Auch der neue Parlamentspräsident müsste wie in der Wirtschaft erst mal mit kleinen Brötchen anfangen…

    • PR-Pleite

      Es ist beruhigen festzustellen, dass Frau Niessen mit ihren Erklärungsversuchen und ihrer arroganten Anspruchshaltung nicht durchkommt.
      Mit ihrem strategischen Vorgehen, das aus einer vermeintlichen intellektuellen Überlegenheit herrührt, hat sie sich schonungslos … selbst entlarvt. Dies ist die positive Begleiterscheinung einer peinlichen PR-Pleite. Recht geschehen !

    • Kerstges Angela

      Mein Gott, was wird sich hier über Frau Niessen aufgeregt! Was hat die Dame euch getan? Ja, schrecklich, 3 Kinder hat sie auch noch! Selbstverständlich gehört es sich, dass Frau Niessen, ein Teil ihres Einkommen spenden soll, sie ist ja schließlich weiblich, oder?!
      Wie so oft, wird hier auch mal wieder mit zweierlei Maß gemessen, oder wurde auch schon mal ein männlicher Politiker aufgefordert, einen gewissen Teil seines Politikergehaltes zu spenden?!
      Wenn ja, dann muss das wohl schon sehr lange her sein.
      Euer Neid muss groß sein!

  6. Stiller Beobachter

    Diese Gelder werden doch nur nach öffentlichem Druck zurückgezahlt.
    Bekommen diese Leute den Hals nie voll?

    Ein Jeder von dieser Sorte müsste Ihr Gehalt/Lohn mal nach Leistung erarbeiten !!!!

    Ottonochmalverdiener treibt es Tränen in den Augen bei diesen Einkommen
    bei sehr wenig Geleisteten

  7. Ein enttäuschter Wähler

    VOR den Senatswahlen hat Frau Niessen dem ostbelgischen Wähler NICHT gesagt, dass Sie im Falle einer Wahl zur Eupener Schöffin als Senatorin zurücktreten würden.
    Im Gegenteil, Sie war am Wahlabend stolz darauf, die Interessen der hiesigen Bevölkerung vertreten zu dürfen (und dies nicht nur bis kurz nach den Gemeinderatswahlen).
    Frau Niessen ist zu sehr auf sich bezogen, nimmt sich das für sie bequemste raus und pfeifft auf die vielen ostbelgischen Wähler (ausserhalb von Eupen) die Sie mit Ihrem Rücktritt als Senatorin regelrecht hintergangen hat.
    Wenn das Schöffengehalt Ihr nicht reicht, soll Sie doch ganz einfach nur Senatorin bleiben! Es hat Sie doch niemand zum Rücktritt gezwungen!
    Geldgier steht bei Ihr anscheinend über alles.

  8. Hähme und Überheblichkeit

    Welch eine Erklärung voller Hähme und Überheblichkeit !
    Schämen sie sich Frau Niessen.
    SIE haben das Senatsmandat abgegeben und deshalb deontologisch Anrecht auf gar nichts ! Ihre jetzige Tätigkeit und die Entlohnung dafür spielt doch überhaupt keine Rolle ! Sie liegt zudem noch immer weit über demjenigen, was ein normaler Arbeitgeber verdient. Fragen sie mal eine Krankenschwester, einen Sozialarbeiter, … was die so verdienen.
    Diese scheinheilige Erklärung erzeugt Ekel und Wut und sagt zum Glück viel über die Person. Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm.

    • Hähme und Überheblichkeit

      Frau Niessen scheint sich vor allem über ihr neues Gehalt zu ärgern, wenn man ihre Äußerungen ließt … Deshalb behält sie ja auch einen Teil der Prämie und vergisst, wieviel sie in den vergangen Jahren im „Senat“ verdient hat. Hier geht es nicht um Frust sondern auch um Gerechtigkeit …

    • Ein enttäuschter Wähler

      An PhP:
      ich ärgere mich tatsächlich darüber, dass Frau Niessen so respektlos mit ihren Wählern (Senatswahl) umgeht. Mit keinem Wort hat sie damals im Wahlkampf vor der Senatswahl erwähnt, dass sie möglicherweise zurücktreten würde. Im nachhinein betrachtet war meine Vorzugstimme für Niessen eine weggeworfene Stimme!
      Ich persönlich werde in Zukunft in der Wahlkabine einen grossen Bogen sowohl um Ecolo als auch um Frau Niessen machen.

    • Wahrheit

      Das hat mit Frust nichts zu tun. Nur wie hart muss ein kleiner Selbstständiger arbeiten, um über die Runden zu kommen.
      Was verdient wie schon gesagt eine Krankenschwester oder Altenpflegerin die in Schicht arbeitet. Wie sehen die Renten von vielen alten DG Bürgern denn aus? … Das ist eine Zwei Klassengesellschaft! Für Leistung muss bezahlt werden auch in der Politik – aber keine Entschädigungen wenn man sein Amt verlässt oder sich politisch was ändert. Das gibt es nur bei den riesigen Banken, die die EU Krise mit zu verantworten haben, wo auch viele Politiker passiv und aktiv mit am Runder sind …. Bsp. Dexia und Herr Evers…

  9. Auszug aus einem Beitrag der „Dernière Heure“ September 2011 betr.“Ausstiegsprämien“ wallonischer Parlaments-Abgeordneter

    „Ce fut également le cas en 2009 lors de l’admission à la retraite en fin de mandat d’une série de députés wallons dont le président du Parlement, José Happart (530.000 euros) en 2009“
    Was soll man noch dazu sagen, wobei Happart ja nicht der einzige ist, der solche horrende Summen kassiert (hat)

  10. Frau Niessen besitzt die Gabe, Dinge zu erklären, die nicht zu erklären sind und Rechtfertigungen für Verhaltensweisen zu finden, die nicht zu rechtfertigen sind.
    Sie ist halt durch und durch eine Politikerin und mit allen Wassern gewaschen. Dabei ist ECOLO einmal angetreten eine andere Politik und Politik anders zu machen. Was ist davon geblieben ? NICHTS !

    Und dabei wäre es so einfach gewesen, auf dieses Austrittsgeld, das ihr laut Ecolo-Selbstverständnis gar nicht zusteht, zu verzichten. Andere Parteimitglieder haben es ihr vorgemacht. Jetzt spielt sie die barmherzige Samariterin, um letztlich doch kassieren zu können. Da ist man einfach nur SPRACHLOS !

    • stampede

      2.898 von 24.416 Stimmen stammen aus der DG. Davon 5 entäuschte Schreiber aus diesem Forum und einer Aus Wemmel open heist der die Entschädigungsregeln besser kennt als der Senat selber. Für diese veröffentlichte Mutmaßung sollte er sich entschuldigen.

      • Woher nimmst Du die Gewissheit das es nur 5 entäuschte Wähler sind ? Es scheint Dich jedenfalls sehr zu wurmen, das Albert Josef Kessler aus Wezembeek Oppem, der übrigens Ostbelgier ist den Finger in die Wunde gelegt hat ….Ich glaube wohl eher das “ 5 entäuschte Schreiber “ eine Mutmaßung ist….Frau Niessen hat hier ein klares Eigentor geschossen, das wissen und denken mitlerweile mehr als 5 entäuschte Schreiber !

    • PR-Pleite

      Genau das ist sie, die intellektuelle Überheblichkeit von ECOLO.
      Geben sie doch einfach zu, dass die Stellungnahme von Frau Niessen ein Rohrkrepierer erster Güte war. So dumm kann sich jemand, der Bürgermeister von Eupen werden wollte doch gar nicht anstellen. Wenn ich mehrere Jahre eine Senatorenentschädigung erhalten habe (7000 € brutto) und das Mandat den Wählern vor die Füße schmeiße und nahtlos ein Schöffenamt annehme, darf man von einer ECOLO-Politikerin erwarten, auf ihre „Wählerbetrugsprämie“ zu verzichten. Es ist schon etwas dick aufgetragen, jetzt von Anspruch auf eine Gegenleistung zu faseln, Geld zu spenden nur um einen Teil der Prämie kassieren zu können. Hat sie das wirklich nötig ? Was ist nur aus ihrer Partei geworden ?

  11. Jetzt mal abgesehen von Frau Niessen, das ganze Entschädigungssystem bei Beendigung der Mandate im Senat und in den verschiedenen Parlamenten unseres Landes (aber auch in anderen Ländern), ist zuwider. Siehe meinen post an anderer Stelle (Quelle DH von September 2011) J.Happart kassierte lt. diesem Zeitungsbericht im Jahre 2009, 509.000 Euro nach Beendigung seines Mandats im WP) Und etliche andere kassierten auch hohe Beträge in besagten Gremien .Es scheint aber so, dass sich im Landesinnern (leider) kaum jemand darüber aufregt, geschweige denn vehement dagegen protestiert.

  12. Parteiloser Beobachter

    In der ganzen Diskussion hier sollte man zwischen einerseits dem System der Entschädigungen und andererseits dem persönlichen Fall der Frau Niessen unterscheiden. Mir scheint als machen hier einige Frau Niessen persönlich für die Existenz dieser Entschädigungen verantwortlich, das mit Sicherheit in diesem Maße völlig übertrieben ist. Jedoch halte ich Frau Niessen zu Gute, dass sie so öffentlich mit diesen Zahlen umgeht (ob öffentlicher Druck hin oder her – sie macht’s!) und eine für mich vertretbare Lösung gefunden hat. Meines Wissens ist bisher noch KEIN einziger scheidender Senator, Kammerabgeordneter, Regionalabgeordneter aus der DG so mit diesem Thema umgegangen. Da wurde still und heimlich einkassiert trotz beispielsweise eines Schöffenpostens in einer Gemeinde und einer zusätzlichen beruflichen Tätigkeit. Vielleicht sollte man diese Ex-Mandatare mal nach ihrer Entschädigungsprämie und deren Verwendungszweck fragen. Viele würden mit Sicherheit mit den Ohren schlackern…..Aus diesem Grunde ist das Vorgehensweise der Frau Niessen schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

    • Grüne Gegenleistungstheorie

      Das Problem liegt u.a. auch darin, dass sich bei den Politikern eine Selbstbedienungsmentalität etabliert hat. Die Instrumente dafür haben sie ohnehin. Ich habe bisher kein logische und nachvollziebare Antwort auf die Frage erhalten, warum eine Senatorin, die ihr Mandat frühzeitig aufgibt, um Schöffin zu werden (oder gleichwelche andere berufliche Tätigkeit ausüben möchte) Anrecht auf – wie Frau Niessen es sagt „Gegenleistung“ haben soll ? Gegenleistung wofür bitteschön? Die Argumentation der grünen Politikerin ist nicht nachzuvollziehen ! Sie macht des alles freiwillig. Keiner hat sie dazu gezwungen. Und da ECOLO ja in diesen Fragen immer schon die erste moralische Instanz war ist es auch logisch, dass man den ECOLO-Politikern auf die Finger schaut. Dies rechtfertigt nicht das Verhalten von einem Herrn Grosch, Evers oder Keutgen … aber von denen erwartet keiner etwas anderes.
      Es geht hier auch gar nicht um die vermeintlichen 4000 € sondern um die Frage des Selbstverständnisses eines grünen Politiker. Und hier gab es ein lupenreines Eigentor von Frau Niessen und ihren Beratern.
      Wenn mir jemand die „Gegenleistungstheorie“ erklären kann, revidiere ich gerne meinen Standpunkt. Bisher habe ich keine plausiblen Argumente gehört.

      • stampede

        Es ist ja eigentlich wie immer. Grüne dürfen nicht fliegen, kein Haus bauen, nur Bio essen und Fahrradfahren. Die Ansprüche der nicht grünen Wählern an die Grünen ist ja mittlerweile höher als an einem Priester. Viel schlimmer noch sind die Ansprüche aber an einen Politiker. Einerseits sind es allesamt Leute die fehlplatziert und unkompetent sind, andereseits sollen sie zuviel Geld kassieren. Mich ärgert einfach nur, dass man immer mindestens einem auf die Füsse treten kann, egal wie man sich entscheidet. Jetzt werden die Meisten sagen, ja das hat man sich ja auch so ausgesucht. Eben. Keiner regt sich darüber auf, das jeder Filialleiter einer Bank genausoviel verdient. Ich meine, wiviel Banken gibt es und wieviel Senatoren. Kümmert keinen, Argument, die haben ja dafür gearbeitet. Es ist lächerlich. Auch der Vergleich, dass es Familien gibt die keine 2.000 € zur Verfügung haben. Was will man denn damit sagen. Grundeinkommen für jeden mit einem Senatorengehalt. Wenn eine Putzfrau Senatorin würde ist sie dann überbezahlt? Die Spielregeln sind wie sie sind. Es kann doch nicht behauptet werden, dass estwas ungesetzliches geschehen ist.Es gibt in ganz Belgien nicht einen Politiker der Verzichtet und anschliessend weniger verdient hat. Es sind ja nicht viele, die mir bekannten habe ich mal gegoogelt. Wenn jemand die Spielregeln ändern möchte kann er sich ja wählen lassen. Logisch wäre man würde die Prämie bei freiwilligen Ausscheiden abschaffen, logisch wäre es auch die Gehälter neu zu bewerten.

        • Grüne Gegenleistungstheorie

          Ihr letzter Satz hätte gereicht und ein Eingeständnis, dass Frau Niessen einen Fehler gemacht hat, die Prämie zu beanspruchen und von Gegenleistung zu reden.
          Darauf gibt es immer noch keine Antwort:
          Gegenleistung wofür und warum ? Was hat sie sich dabei gedacht ?
          Und ihr Argument, dass die „Spielregeln so sind wie sie sind“ ist ja wohl ein Armutszeugnis für einen grünen Politiker. Wofür sind die Politiker denn da, wenn nicht um Spielregeln zu ändern, die nicht gerecht sind ?

        • Grüne Gegenleistungstheorie

          Ich vergaß: der Kommentar im GE heute zeigt ja wohl, dass das Verhalten von Frau Niessen mittlerweile vielen Beobachtern Anlass zur Kritik bietet. Es sind mit Sicherheit mehr als 5 OD-Leser. Und das ist auch gut so. Ich empfehle Rau Niessen, sich zu entschuldigen und das Fehlverhalten einzugestehen. Dieser Rat ist für ihre weitere politische Karriere mit Sicherheit besser, als der aus ihrem direkten Umfeld … oder die Karriere wird nicht lange dauern.

  13. Ein enttäuschter Wähler

    Die meisten hier im Forum sprechen nur von Geld. Der Umgang mit dem Votum des Wählers ist anscheinend nur ein kleines Kavaliersdelikt und nicht weiter schlimm.
    Für mich ist letzteres aber das wichtigere.
    Sie tritt einfach das Votum der ostbelgischen Wähler, die Frau Niessen als Senatorin auf Grund ihrer Versprechen gewählt haben, mit Füssen.
    Der Respekt gegenüber dem Wähler ist gleich null.
    Sie betrachtet den Wähler eben nur als „Stimmenvieh“!

    • Politiker, die sich nichts erarbeiten oder gar erkämpfen müssen und denen alles nur in den Schoß fällt, verlieren irgendwann die Bodenaftung. Und dies ist scheinbar bei jeder Partei so. Es sind halt die Privilegierten in unserer Gesellschaft, die über ihr Einkommen selbst entscheiden und auch darüber, was sie dafür leisten. Das Mandat ist oft nur Mittel zum Zweck. Um Inhalte geht es meist erst an 2 Stelle. Frau Niessen ist ein Beispiel dafür, was Politik aus jemandem machen kann. Dass ihr Umfeld da nicht einschreitet ist erstaunlich, aber auch verständlich. Die sitzen wohl alle im gleichen Sumpf.

  14. Kerstges Angela

    Kommentar zu Frau Niessen-Kritiker.
    Wieso wird Frau Niessen so u.a. nach ihrem Einkommen kritisiert? Seid ihr neidisch? Macht es selbst, wenn ihr dazu fähig seid! Ja, schrecklich,3 Kinder hat Frau Niessen auch noch, geht doch gar nicht, oder? Als Frau, dann noch Politik. Männer dürften 10 oder mehr Kinder haben und dann noch politisch aktiv sein, aber Frau Niessen, nein, das geht nicht.!
    Alles Gute, Frau Niessen!

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