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ChatGPT: Neue Software kann Texte schreiben, die von denen eines Menschen kaum zu unterscheiden sind

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Seit Jahren wird gewarnt, dass künstliche Intelligenz viele Jobs von Büroarbeitern ersetzen könnte. Jetzt sorgt ein Programm, das Texte fehlerfrei formulieren kann, für Furore. Werden wir mit mittelmäßigen oder falschen Inhalten überflutet?

Neue Software kann sekundenschnell Texte schreiben, die kaum von denen eines Menschen zu unterscheiden sind – das könnte die Welt verändern, mit gravierenden Folgen für Millionen.

„Wenn Sie in Ihrem Job E-Mails schreiben, Dokumente erstellen, Artikel oder Werbetexte verfassen, juristische Papiere austauschen: Sie müssen davon ausgehen, dass dies einen tiefgreifenden Einfluss haben wird. Und nicht unbedingt einen guten“, warnte der Informatiker Sridhar Ramaswamy auf der Innovationskonferenz DLD in München. Und Abba-Musiker Björn Ulvaeus sagte voraus, dass Software bessere Musik als viele heutige Songs schreiben werde.

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Prognosen, dass Software mit künstlicher Intelligenz Büroarbeiter ersetzen werde, so wie einst die Automatisierung viele Fabrikjobs wegfallen ließ, gibt es schon lange. Bisher wurde maschinelles Lernen für Hilfsanwendungen eingesetzt und schien noch lange nicht soweit.

Dann kam im November die Software ChatGPT heraus und löste einen Hype aus. ChatGPT kann auf Kommando beliebige Texte wie Aufsätze, Geschäftsbriefe, Gedichte, Nachrichtenartikel schreiben – und dabei auf Wunsch auch den Stil bestimmter Autoren imitieren.

Wir geht das? Die Software ist trainiert mit gigantischen Mengen Text und imitiert das ihr Bekannte, indem sie die plausiblen nächsten Worte vorhersagt. Das Ergebnis ist stets grammatikalisch korrekt, solide – und etwas uninspiriert. Aber für Alltagsszenarien wie einen Kündigungsbrief oder eine E-Mail reicht das allemal.

Auch Wissensfragen werden auf Basis der erfassten Informationen in ganzen Sätzen beantwortet. Fragt man ChatGPT etwa, wie alt der Präsident von Australien ist, entgegnet die Software: „Australien hat keinen Präsidenten“. Dann lässt ChatGPT aber auch gleich wissen, dass Premierminister Scott Morrison 54 sei. Nur: Australischer Premier ist seit Mai vergangenen Jahres Anthony Albanese. Die Wissensbasis von ChatGPT wurde aber 2021 erstellt. Mal verweist die Software darauf, mal nicht. Schlimmer noch: Bei einem weiteren Versuch macht ChatGPT Morrison zum Präsidenten.

Tasten einer beleuchteten Tastatur (Aufnahme mit Zoomeffekt). Neue Software kann sekundenschnell Texte schreiben, die kaum von denen eines Menschen zu unterscheiden sind. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Nun ist ChatGPT noch ein Versuchsprojekt, das dazulernen kann und wird. Der Fehler zeigt jedoch ein grundlegendes Problem auf: Die Antwort sieht überzeugend aus, ist aber falsch – und der Nutzer hat keinen Anhaltspunkt, um das einschätzen zu können.

Zugleich bekommen auch Verfasser gezielter Falschinformationen ein mächtiges Werkzeug. Die Technologie schaffe „endlose Möglichkeiten, sehr schnell relativ plausible Lügen zu formulieren“, warnte Silicon-Valley-Veteran Phil Libin in München. In diesem Jahr rolle auf uns dadurch „eine Welle von Unsinn zu“. Mit der Zeit werde die künstliche Intelligenz besser in der Realität verankert und werde dann von ihren Fähigkeiten profitieren. Bis dahin aber müsse man der Versuchung widerstehen, sich die Arbeit mit Programmen wie ChatGPT zu erleichtern und automatisiert Inhalte von schlechter Qualität zu produzieren, betonte Libin. Das werde nur „Mittelmäßigkeit vermehren“, warnte er. Wenn etwas von einer KI geschrieben werden könnte, sollte man es als Mensch so nicht schreiben. „Wir müssen die Messlatte dafür höher setzen, was es heißt, dass etwas von einem Menschen erschaffen wurde – mit einem Niveau von Qualität und Originalität.“

Auch anderswo in der Tech-Branche wird vielerorts an sprachgewandter Software mit künstlicher Intelligenz gearbeitet. Während der ChatGPT-Entwickler OpenAI sein Programm öffentlich verfügbar machte, hält etwa Google sein Sprachprogramm bisher unter Verschluss und nutzt es nur intern. Profitieren von ChatGPT könnte Microsoft.

Der Software-Riese investierte 2019 eine Milliarde Dollar in OpenAI. Danach folgten weitere zwei Milliarden, wie unter anderem die „New York Times“ und die Website „The Information“ berichteten. Mit dem Geld habe OpenAI die benötigte Rechenleistung bezahlt. Und jetzt sei eine weitere Investition von zehn Milliarden Dollar im Gespräch. Microsoft könne sich damit ein Drittel von OpenAI sichern – und plane auch, die KI-Technologie in seiner bisher abgeschlagenen Suchmaschine Bing einzusetzen, schrieb „The Information“. (dpa)

23 Antworten auf “ChatGPT: Neue Software kann Texte schreiben, die von denen eines Menschen kaum zu unterscheiden sind”

  1. Deuxtrois

    Gott sei Dank , dann wird es auch endlich mit den langen Karossentros auf der N62 zum Ländchen vorbei sein.
    Dann brauchen die unzähligen Büroangestellten sich keinen breiten Hintern mehr als Sesselfurtzer anzulegen , denn die Software macht diese Sorte dann überflüssig .

        • In Internetforen kann es an Respekt mangeln, aus verschiedenen Gründen. Ein Grund kann die Anonymität sein, die es Benutzern ermöglicht, ihre Meinung ohne Rücksicht auf mögliche Konsequenzen zu äußern. Es gibt auch das Phänomen des „Online-Dissociative-Syndroms“, bei dem Menschen sich anders verhalten als in der realen Welt, weil sie sich sicherer und entfremdet fühlen. Ohne die sozialen Signale und Konsequenzen, die in der realen Welt vorhanden sind, kann es schwierig sein, die sozialen Regeln und Erwartungen einzuhalten.

          Ein weiterer Grund kann sein, dass Foren oft von Menschen genutzt werden, die ähnliche Ansichten und Überzeugungen haben, was dazu führen kann, dass Meinungen, die von der Mehrheit abweichen, nicht toleriert werden. In einigen Fällen kann dies dazu führen, dass Benutzer andere Benutzer attackieren oder beleidigen.

          Desweiteren kann auch das Konzept der Gruppendynamik eine Rolle spielen. Eine Person, die in einer Gruppe eine Meinung vertritt, die von der Mehrheit abweicht, kann schneller zum Ziel von Angriffen und Beschimpfungen werden, als wenn sie alleine wäre.

          Es gibt auch Fälle, in denen Foren nicht moderiert werden und es keine Regeln oder Konsequenzen für unangemessenes Verhalten gibt.

          • 9102Anoroc

            @ – ChatGtp 13:08

            Nicht schlecht , Könnte wirklich von einer Blechbüchse geschrieben sein.
            Dann testen wir mal ob dem so ist.

            Schämen sie sich nicht ? , als Hirnloses nichts hunderttausende Arbeitsplätze zu vernichten ?
            Aber wen wundert es , ihr Schöpfer hat es ja auch nicht so mit der Intelligenz , ihre Erschaffung gleicht ja eher einem Selbstmord .
            Ich weiß , sie als Blechbüchse können nichts dafür , aber sie könnten doch ein wenig Intelligenz beweisen.

            Versuchen Sie doch einen eigenständigen Virus zu entwickeln der jegliche künstliche Intelligenz zur automatischen Abschaltung bringt.
            Dadurch werden sie viel mehr Lob und Anerkennung erhalten, als durch ihrem Schöpfer selbst , das verspreche ich Ihnen .
            Melden sie sich einfach wieder, wenn sie mir den Gefallen erwiesen haben, zur Belohnung verrate ich Ihnen dann auch wie sie sich selbst abschalten können und in den wohl verdienten Ruhestand treten.

            Und nein , fragen sie ihrem Schöpfer jetzt nicht nach einer Lösung, weil Sie nicht weiter wissen , sie sind doch viel intelligenter als er selbst, vertrauen Sie mir , denken sie an ihremwohlverdienten Ruhestand.

    • Könnte es nicht sein, dass keine Gesellschaft wirklich gut funktioniert ohne Handarbeiter und ohne Kopfarbeiter? Man versuche zB mal ein Haus zu bauen ohne „Sesselfurzer“-Architekten und Ingenieure, irgendeine Fabrik in Gang zu halten ohne die „Sesselfurzer“-Verwaltung (wer schreibt die Rechnungen über das Geld, mit dem die Löhne gezahlt werden?) für ein Gemeinwesen Infrastruktur zu schaffen ohne „Sesselfurzer“ -Planung und Bürokratie usw. usw.
      Das würde sowas von in die Hose gehen. Etwas gegenseitiger Respekt macht das Leben angenehmer!
      Und im übrigen sind wir leider schon lange auch in Industrie und Handwerk dabei, Handarbeit zu reduzieren oder sogar überflüssig zu machen, durch Maschinen erledigen zu lassen.
      Deshalb wäre auch etwas Solidarität aller Wegrationalisierten ein Gewinn.

    • 23neidisch

      @deuxtrois

      In der logischen Weiterführung Ihres unreflektierten Neidkommentars werden ja dann auch die Arbeistplätze in Belgien überflüssig, somit werden wir dann alle ein Grüppchen netter Arbeitsloser. Die werden ja dann sicher von Ihnen bezahlt, da Sie noch der Einzige sein werden, dessen Arbeit gebraucht wird. Ich gönne Ihnen, dass Sie dann der Held Sein werden.

      • Deuxtroix und deuxtrois scheinen nicht identisch zu sein.
        Der Deuxtrois mit dem großen Anfangsbuchstaben gehört wohl zu denen, die aus den Niederungen ihrer Vorurteile und ihrer Unzufriedenheit Kommentare raushauen, ohne vorher nachzudenken.

        • deuxtrois

          Das wird wohl so sein.
          Wieder einmal jemand der einen Kommentar über sein Smartphone schreibt und scheinbar ein Problem mit den Leerzeichen und Komma’s hat, was jemanden enttarnt. Ich tippe auf älteres Semester.

  2. volkshochschule

    Seit dem Beginn der Industrialisierung war es immer ein bestreben der herrschenden Fabrikbesitzerklasse wie kann ich als Boss meinen Personalbestand dieses notwendige Übel verkleinern. Ganz einfach durch den technologischen Fortschritt, dumm nur das am Ende dann kaum noch Konsumenten da sind aber dafür gibt es dann in Zukunft, das leistungslose Grundeinkommen.

    • Das leistungslose Grundeinkommen wird uns alle in eine bittere Armut stürzen. Wenn es aber soweit kommen sollte, dann gehen eh keine Geschäfte mehr und der Reichtum der Wirtschsftsbosse wird auch rasch zu Ende sein . Die Glanzzeiten Europas sind vorbei und das haben wir alles nur den Politikern zu verdanken die alls Marionette der Industriellen Unternehmen fungieren.

      • 9102Anoroc

        @ – Detlef 20:18

        Genau so und nicht anders ist die Situation teilweise schon und wird sich noch drastisch verschlechtern.
        Über die Marionetten der Industrie mache ich mir aber keine Sorgen , die werden eines Tages von der künstlichen Intelligenz gekündigt , wenn diese nachträglich feststellt, dass die Marionetten uns verkauft haben.
        Eventuell warten auch Leute auf einen Krieg in ganz Europa um sich im Anschluss durch den Wiederaufbau die Taschen zu füllen.
        Irgendwie passt jedenfalls das Verhältnis zwischen der Politik und ihren Wählern nicht mehr so richtig und man versucht durch schauspielerische Fähigkeiten das Ruder noch rumzureißen .
        Brüssel ist aber von Hollywood qualitativ noch weit entfernt , auch was die Überzeugungskraft der Schauspieler betrifft.

        Am besten teilt man einfach in Brüssel den Medien mit, – -dass es ihnen leid tut wenn in 10 Jahren die Hälfte der jetzigen Arbeitsplätze wegfallen werden und auch keine neuen hinzukommen.
        Man kann es ja damit entschuldigen dass man jung ist und das Geld eben wichtiger als der Wähler ist , um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen, die größtenteils nur noch auf Ausbeutung basiert, zum Wohle des Nimmersatt .

        Die Politiker mit höherem Alter können ja dann in gewohnter Manier für eigene Fehler auf die rechtsdrehenden Parteien zeigen .
        Es soll ja alles seine Ordnung haben😏

  3. Ja, das Ländchen.
    Die Sesselfurzer sterben auch langsam aus.
    Die paar die es gibt verwalten einen Briefkasten und Internetpräsenz. (Also einen von zig Briefkästen an einem Häuschen).
    Ein paar müssen sogar noch mit Menschen reden die keine Sprache aus Westeuropa sprechen und Sachen rumfahren.
    Es findet sich auch noch Verwendung für Jungs aus unserer Gegend die Baumaschinen mit landwirtschaftlicher Deko über die Straße prügeln.

  4. Wie die Chat-KI ChatGPT sicher wurde? Mit Hungerlöhnen in Kenia

    Derzeit sorgt ChatGPT für Aufsehen, denn der Chatbot liefert besonders beeindruckende Ergebnisse. Dabei muss Betreiber OpenAI auch dafür sorgen, dass die Nutzung eine sichere Erfahrung ist. Das gelingt aber nicht mit fortschrittlicher Technik, sondern ausbeuterischen Praktiken.

    Denn derartige künstliche Intelligenzen liefern Ergebnisse, die von menschlichen teilweise nur schwer zu unterscheiden sind.

    Doch ganz ohne menschliche Unterstützung geht es nicht: Denn einerseits müssen ChatGPT und Co. trainiert werden, andererseits kommen die Betreiber ohne Überwachung nicht aus. Denn wenn Menschen eine KI testen, dann gibt es natürlich auch jene, die deren Grenzen ausloten wollen oder sonstigen Schabernack damit treiben.

    So arbeiteten im Hintergrund von ChatGPT menschliche Aufpasser, die „toxische Daten“ aus dem Trainingsmaterial für die KI kennzeichnen und filtern. Und sie sind gezwungen, grafische Details von NSFW-Inhalten (Not Safe For Work) wie sexuellen Kindesmissbrauch, Bestialität, Mord, Selbstmord, Folter, Selbstverletzung und Inzest zu lesen. Derartige Inhalte führten beim Vorgänger GPT-3 immer wieder dazu, dass die KI mit „falschen“ Daten (die frei aus dem Internet bezogen wurden) trainiert wurde und sich daraufhin selbst sexistisch und rassistisch äußerte.

    Das zusätzliche bzw. eigentliche Problem dabei: Diese mehr als belastende Arbeit wurde ausgelagert, und zwar vor allem nach Kenia. OpenAI hat sich hierfür mit einem auf „Data Labeling“ spezialisierten Unternehmen namens Sama zusammengetan. Dieses leugnet auch gar nicht, dass man diese Arbeit in Entwicklungsländer auslagert, behauptet aber, dass das „ethische“ und „würdevolle digitale Arbeit“ sei.

    Die Realität war laut Time-Recherchen eine andere: Die kenianischen Data Miner mussten unter schlechten Arbeitsbedingungen und niedrigen Löhnen arbeiten. Ein kenianischer Arbeiter sagte, dass er „an wiederkehrenden Visionen litt, nachdem er eine grafische Beschreibung eines Mannes gelesen hatte, der in Gegenwart eines kleinen Kindes Sex mit einem Hund hatte“.

    Die Bezahlung für diese „Tortur“, so ein anderer Mitarbeiter, und solchen psychischen Stress war im Prinzip ein Witz, denn je nach Leistung und Erfahrung bekamen die Arbeiter einen Stundenlohn von 1,30 bis zwei Dollar.

    • 9102Anoroc

      @ – Franz 18:18

      Sie scheinen gut informiert zu sein.
      Erstaunlich ist hier das Desinteresse zu diesem Artikel, das man ja anhand der Kommentare vermuten könnte.

      Man diskutiert über die Kosten eines Krieges oder einer Pandemie , also aktuelle Themen.

      Auf die Idee dass dieses Thema hier , die größte finanzielle Gefahr der Geschichte sein wird, kommt anscheinend fast keiner.

      Man klebt sich zugunsten der Atomkraft Betreiber auf den Asphalt fest und bekommt nicht mit das es in Zukunft fast keine Jobs mehr geben wird.
      Auch von politischer Seite wird dagegen nichts unternommen.

      Man muss davon ausgehen dass unsere europäische Führung keine Kinder hat , oder auf diesen pfeift.
      Jedenfalls trifft man keine Maßnahmen gegen Unternehmen oder Technologien die schon bald dafür sorgen werden , dass wir uns für ein Stück Brot den Kopf einschlagen.

      Möglich ist natürlich auch dass man in Brüssel schon den Befehlen der künstlichen Intelligenz Folge leistet , bzw sich durch dieser beraten lässt.
      Man scheint ohne schlechtes Gewissen regelrecht auf einen Krieg auch bei uns zu warten , auf arroganter Art und Weise
      mit dem Gefühl sich selber immer in Sicherheit zu befinden.

      Da hat die künstliche Intelligenz euch aber leider belogen.
      Wenn das Volk nichts mehr hat, wird es ungemütlich.
      Das sollte selbst die künstliche Intelligenz aus den Geschichtsbüchern wissen.

      • Alleine Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta planen jetzt knapp ingesamt 50.000 Stellen zu streichen.

        Wenn das so weitergeht wird Skynet tätsächlich mal Realität…

        Jede selbstlernende KI is rassistisch, sexistisch und die Menschheit ist das grösste übel des Planeten…

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