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Busfahrt Eupen-Aachen fast so teuer wie mit Zug von Eupen nach Ostende

Bus Nr. 14 an einer Haltestelle am deutsch-belgischen Grenzübergang Aachen-Köpfchen. Foto: OD

Es ist schon seit Jahren ein großes Ärgernis, aber bis heute konnte die Politik nicht bewirken, dass die überhöhten Tarife auf der Buslinie 14 reduziert werden. Mit dem Bus von Eupen nach Aachen kostet fast so viel wie mit dem Zug von Eupen nach Ostende.

6,20 Euro kostet eine Fahrt auf der Buslinie 14 von Eupen bis Aachen, also 12,40 Euro hin und zurück.

Mit dem „Rail Pass“ (Zehnerkarte) der belgischen Eisenbahn zahlt man für eine Zugreise von Eupen zur Nordseeküste 7,70 Euro hin oder 15,40 Euro hin und zurück – also nur 3 Euro mehr als Eupen-Aachen mit dem Bus von TEC oder vom AAV (Aachener Verkehrsverbund).

Ministerpräsident Oliver Paasch und die Generaldirektorin der TEC Lüttich-Verviers, Isabelle Mewissen bei ihrem Treffen im Sommer 2015. Foto: Kabinett Paasch

„Ostbelgien Direkt“ hat schon mehrfach über das Problem der überhöhten Tarife auf der Buslinie 14 geschrieben, u.a. bei einem Besuch des Aachener OB Marcel Philipp (CDU) in Eupen im September 2014 – vor fast drei Jahren!

Der Bericht, der damals auf „Ostbelgien Direkt“ erschien, bewog jetzt den Fraktionssprecher von Vivant, Michael Balter, zu einer Frage an Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG).

Balter wollte vom ostbelgischen Regierungschef u.a. wissen, was er seit September 2014 unternommen habe, um die Lage im grenzüberschreitenden Busverkehr zu verbessern und eine Senkung der Tarife zu erreichen.

Paasch erklärte, dass die DG-Regierung für diese Angelegenheit nicht zuständig sei. Dennoch habe sie sich zu mehreren Anlässen darum bemüht, die Entscheidungsträger im grenzüberschreitenden Busverkehr an einen Tisch zu bekommen.

Abo-Systeme noch nicht angeglichen

Am 30. Juli 2015 habe er in Eupen die Generaldirektorin der TEC Lüttich-Verviers, Isabelle Mewissen, zu einem Gespräch getroffen, bei dem es u.a. um die Nahverkehrs-Verbindungen zwischen Ostbelgien und Nordrhein-Westfalen ging.

Die Generaldirektorin erklärte damals, dass die Abonnement-Systeme der Betreibergesellschaften in Deutschland und in Belgien bisher noch nicht angeglichen werden konnten. Dies ist der eigentliche Grund für die zu hohen Tarife.

„Bei der Festlegung der Tarifstruktur darf die Grenze für den Fahrgast nicht von Nachteil sein“, hatte Aachens OB Philipp im September 2014 in Eupen gefordert.

Ein Bus des AAV (Aachener Verkehrsverbund) überquert die Grenze in Köpfchen in Richtung Aachen. Foto: OD

Am 10. Februar 2016 hatte Paasch in Namur eine Unterredung mit dem wallonischen Mobilitätsminister Carlo Di Antonio (CdH). Auch bei diesem Termin habe die grenzüberschreitende Mobilität im Mittelpunkt gestanden. Paasch: „Bei dieser Gelegenheit haben wir die wallonische Regionalregierung dazu eingeladen, sich am Interreg-Projekt EMR Connect, das Mobilitätskonzepte innerhalb der Euregio Maas-Rhein entwickelt, zu beteiligen. Mit dem Ergebnis, dass mit dem Zweckverband ‚Liège Europe Metropole‘ tatsächlich ein wallonischer Partner für EMR Connect gefunden werden konnte.“

EMR Connect hat zum Ziel, Hindernisse im grenzüberschreitenden öffentlichen Personennahverkehr zu identifizieren und abzubauen. Und zu diesen Hindernissen gehören neben den Ticketsystemen und der Verkehrsinfrastruktur auch die Tarife.

Am 21. April 2016 hat die Regierung laut Paasch eine ihrer regelmäßigen Versammlungen mit den ostbelgischen Bürgermeistern dazu genutzt, die Gemeindevertreter mit der Nahverkehrsgesellschaft TEC an einen Tisch zu bringen.

So nahmen an dieser Unterredung in Eupen neben der gesamten Regierung sowie den Bürgermeistern und Generaldirektoren der neun ostbelgischen Gemeinden auch die Generaldirektorin der TEC Lüttich-Verviers, Isabelle Mewissen, teil.

TEC offen für Gespräche

„Bei diesem Treffen hatten die Gemeinden die Möglichkeit, über die Thematik der Tarife der Linie 14 hinaus eigene Projekte und Initiativen im Bereich der grenzüberschreitenden Mobilität gegenüber der TEC anzusprechen“, so Paasch in seiner Antwort an Balter.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (links) und Ministerpräsident Oliver Paasch im September 2014 bei ihrer gemeinsamen Pressekonferenz in Eupen. Foto: OD

Am 20. Oktober 2016 traf der Ministerpräsident der DG erneut die Generaldirektorin der TEC Lüttich-Verviers. An dem Treffen nahmen u.a. auch der Bürgermeister von Lontzen, Alfred Lecerf, und der Eupener Mobiliätsschöffe Arthur Genten teil.

Paasch: „Bei diesem Termin ging es ganz konkret um die Tarife der Busverbindung zwischen Eupen und Aachen. Die TEC zeigte sich offen für Gespräche sowie für meinen Vorschlag, das Interreg-Projekt EMR Connect als Plattform für Fortschritte in dieser Angelegenheit zu nutzen.“

Die DG-Regierung ist also laut Paasch bemüht, Verbesserungen bei der Buslinie 14 Eupen-Aachen sowie der gesamten Nahverkehrsanbindung Ostbelgiens an die angrenzenden Regionen zu erzielen: „Und dies – das betone ich – obwohl wir nachweislich nicht für Mobilitätsfragen zuständig sind.“

Schließlich kündigte Paasch an, dass es bereits in Kürze ein Treffen zwischen Regierung, Stadt Eupen, der TEC und dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) geben werde. Auch bei dieser Gelegenheit werde die Linie 14 „mit Sicherheit“ zur Sprache kommen. (cre)

Zum Thema grenzüberschreitenden Vekehr siehe auch folgenden Artikel auf „Ostbelgien Direkt“:

  1. Ja, und nochmals ein herzliches Dankeschön an all unsere unfähigen Politiker die nichts anderes tun als labern labern labern und sich mit den Verantwortlichen der Firmen treffen um auf Staatskosten essen zu gehen. Man kann es wirklich kaum mehr glauben wohin Ostbelgien steuert.
    .

  2. Marc Van Houtte

    Ein Wahnsinn der Fortschritt den der Paasch in fast 3 Jahren erreicht hat.
    Für Beziehungen nach Berlin oder Tirol oder sonst wo ist die DG auch nicht zuständig aber ist alle Nase lang da.

  3. ATCforever!

    Bei dieser Rechnung geht man aber von den Preisen für Einzelfahrten aus. Bis zur Grenze zahlt man bloß 2,20€ (mit der 12-Fahrtenkarte „Mutli-irgendwas“), jedoch weit über 3€ wenn man jedes Mal die Fahrt im Bus zahlen würde. Und ab der Grenze gibt es ein Gruppentagesticket für bis zu 5 Personen, welches sich schon bei 2 Personen finanziell lohnt

    • Gemein(d)e

      Sie sollten mit dem Auto in die Stadt fahren, es gibt für ortskundige genügend Parkmöglichkeiten für lau,
      und ich glaub das Knöllchen kostet auch nur 12,50 € im schlimmsten Fall.

      • Falsch geglaubt! Es kommt ganz darauf an, wie lange Sie ohne Ticket parken, bzw. die Parkzeit überschreiten. Nach einigen Stunden kommt dann der Abschleppdients. Und dann wird es einiges teurer als 12,50€!

        • Pensionierter Bauer

          Parken kostet am Bahnhof in Ac 4€ für vier Stunden.Eine Bahnfahrt von Hergenraedt nach AC kostet 10,20€ für Hin- und Rückfahrt. Ich kann das dümmliche Politergeschwafel von der Förderung des öPNV nicht mehr hören, man merkt dass die immer über etwas reden von dem sie selbst nichts Verstehen. Die Preispolitik der Bahn muss man nicht immer verstehen. Ich habe jetzt aber keine Ahnung wieviel es mit einem Abo kosten würde. Wenn es nach einer eventuellen Inbetriebnahme der Strecke Eupen Stolberg bei solchen Preisen bleibt, dann wird die Investition ebenfalls ein Schuß in den Ofen. Das eigene Auto hat zudem noch den Vorteil, dass ich viel flexibler bin; Zeit ist nunmal auch Geld.

      • Pensionierter Bauer

        Sie haben recht, mit ein wenig Ortskenntnis kann man noch an vielen Stellen in Aachen gratis parken. So steht zZt. am Westbahnhof ein riesiger, recht gut ausgebauter Parkplatz gratis zur Verfügung. Einfahrt gegenüber dem Bendplatz. Gut zu Fuß ist man in etwa sieben Minuten auf dem Marktplatz.

  4. und dann wundern sich die Leuts dass immer noch so viele mit dem eigenen Auto nach Aachen fahren ? So lange die Preise für Bus und Bahn so hoch sind, in Belgien aber auch in Deutschland, Niederlande entzieht sich jetzt da meiner Kenntniss, ist das fahren mit dem eigenen Auto meistens billiger. Nur was will man machen ? die Busunternehmer, gleich ob TEC – SADAR oder der AVV die machen ihre Preise wie es denen irgendwie gefällt – wobei wenn ich von Kelmis nach Aachen Stadt will – komme ich mit einem Tagesticket vom Bus preiswerter weg wie wenn ich mit dem Auto in die Stadt fahre und einen Vorteil hat es auch wenn man mit dem Bus fährt – man kommt “ Stressfei “ an ( siehe andere Verkehrsteilnehmer ) und der etwaigen Parkplatzsuche, denn die Parkhäuser in und um Aachen sind doch relativ teuer

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