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Mouscron unter Schock und in Trauer nach dem Mord an Bürgermeister

Ein Mann schreibt am Dienstag in Mouscron einige Zeilen in ein Kondolenzbuch für den ermordeten Bürgermeister Alfred Gadenne. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa

AKTUALISIERUNG – Mouscron steht unter Schock und trauert: Der Bürgermeister der Stadt, Alfred Gadenne (CdH), ist am Montagabend tot aufgefunden worden. Der 71-Jährige fiel einem Verbrechen zum Opfer. Ihm wurde die Kehle durchschnitten.

Nach Angaben des Prokurators des Königs in Mons, Christian Henry, wurde Gadenne auf dem Friedhof in der Nähe seines Wohnsitzes gefunden. Der Bürgermeister öffnete und schloss jeden Tag den Eingang zum Friedhof.

Blumen liegen am Dienstag in Mouscron vor dem Eingang des Friedhofs, wo der Bürgermeister der Stadt ermordet wurde. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa

Kurz vor 20 Uhr muss sich das Verbrechen abgespielt haben, als Gadenne wie gewohnt den Friedhof schließen wollte.

Als Gadenne nicht nach Hause gekommen sei, habe seine Gattin nachsehen wollen und dabei die Leiche des 71-Jährigen entdeckt, hieß es.

Die genauen Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Ein Untersuchungsrichter wurde mit den Ermittlungen betraut. Die Polizei riegelte den Tatort weiträumig ab.

Am Abend wurde eine Person festgenommen. Dabei handelt es sich laut Sudpresse um einen 18-jährigen Mann, der sich an Gadenne habe rächen wollen, weil sein Vater vor zwei Jahren seinen Job bei der Stadtverwaltung verlor und daraufhin Selbstmord beging.

Alfred Gadenne, CdH-Bürgermeister von Mouscron. Foto: Belga

Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, habe der 18-Jährige selbst die Polizei gerufen und sich bei deren Eintreffen noch vor Ort befunden. Dort sei auch ein Teppichmesser gefunden worden, bei dem es sich um die Tatwaffe handeln könnte. Der Verdächtige habe sehr ruhig gewirkt, aber nichts zu seinem Motiv gesagt. Er kam wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. Ein Psychiater soll seine Schuldfähigkeit untersuchen.

Viele Bürger der 60.000-Einwohner-Stadt an der französischen Grenze reagierten schockiert. Schon am Dienstagmorgen standen Einwohner Schlange am Rathaus, um sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. In Schulen gab es eine Schweigeminute, Flaggen wurden auf halbmast gesetzt. Stadt-Mitarbeitern wurde psychologische Betreuung angeboten.

Gadenne war sehr populär in Mouscron. 2006 wurde er Nachfolger von Jean-Pierre Detremmerie als Bürgermeister.

Der CdH-Vorsitzende Benoît Lutgen, der ehemalige wallonische Ministerpräsident Paul Magnette (PS), PS-Präsident Elio Di Rupo und viele andere Persönlichkeiten äußerten sich auf Twitter schockiert über die Todesnachricht und bekundeten ihre Anteilnahme.

  1. Pensionierter Bauer

    Eine dramatische Angelegenheit. Ob es nun einen politischen oder einen räuberischen Hintergrund hat spielt zuerst einmal keine Rolle, es ist ein Verbrechen. Der oder die Täter müssen gestellt und einer gerechten Strafe zugeführt werden. Der Familie und seinen Freunden spreche ich hiermit mein tief empfundenes Mitgefühl aus.

  2. Die Sicherheitslage an vielen Orten ist katastrophal, die Politik schaut weg oder redet das Problem klein. Mehr Sicherheitskräfte, eine besser ausgestattete Justiz und am Ende auch mehr Haftanstalten sind Themen die um die sich (fast) keine Partei kümmert. Die Granden der PS, die jetzt schockiert sind, sollten einmal überlegen in wie weit ihre „laissez faire“ Politik genau diese Ereignisse gefördert statt bekämpft hat. Reden Sie einmal mit Polizeibeamten, die Straftäter sind nach einer Festnahme schon wieder auf der Straße bevor die Beamten den Papierkram erledigt haben….

    • „Mehr Sicherheitskräfte, eine besser ausgestattete Justiz und am Ende auch mehr Haftanstalten sind Themen…“

      Sie haben gar nichts begriffen. Bereicherer werden nur ins Land geholt um einen Vorwand für die Errichtung einen Polizeistaates zu haben. Wenn man das Problem an der Wurzel anpackt und aufhört, Kriminalität zu importieren, dafür aber eine gewisse Klientel exportiert, dann braucht man irgendwann nur noch sehr wenig Polizei bei drastisch verbesserter Sicherheitslage.

      • Radio Euro

        WAS?! In Belgien holt man auch „Bereicherer“ ins Land?! Wer macht denn so was?! Hat die Frau Dr. Merkel einen Klon in Belgien, oder ist Belgien von Deutschland annektiert worden und die deutsche Kanzlerin ist auch am belgischen „Elend“ „schuld“?

  3. Ostbelgien Direkt

    AKTUALISIERUNG – Am Abend wurde eine Person festgenommen. Dabei handelt es sich laut Sudpresse um einen 18-jährigen Mann, der sich an Gadenne habe rächen wollen, weil sein Vater vor zwei Jahren seinen Job beim Bevölkerungsdienst der Stadt verlor und daraufhin Selbstmord beging.

    • Pensionierter Bauer

      Das ganze ist ein riesengroßes Drama. Der Täter ist wahrscheinlich durch den Freitod seines Vaters total verstört. Die Frage stellt sich auch, warum der Vater entlassen wurde. Hatte die Stadtverwaltung keine andere Wahl oder waren es politische Gründe ? Hat der Vater zuhause die ganze Wahrheit erzählt oder nur die Seinige. Menschen in verantwortungsvoller Position müssen auch schonmal schwierige Entscheidungen treffen die dann dramatische Folgen nach sich ziehen. Meine Gedanken sind jetzt bei den beiden schwergetroffenen Familien.

  4. Zuerst einmal ein herzliches Beileid der Familie des Opfers.

    Was für eine niveaulose Diskussion!

    Wie bis jetzt bekannt ist ( http://www.levif.be/actualite/belgique/mort-d-alfred-gadenne-le-suspect-place-sous-mandat-d-arret-et-inculpe-d-assassinat/article-normal-721273.html ) steht die Tat in keinem Zusammenhang mit irgendwelcher Kriminalität und hätte auch durch kein noch so großes Polizeiaufgebot verhindert werden können.

    Auch ist kein Zusammenhang mit Asylanten,, Flüchtlingen, Islamisten, Linken, Grünen oder sonstigen Sündenböcken zu erkennen.

    Solche Taten passieren leider, anscheinend immer häufiger, so hat man wenigstens den Eindruck. Gerade erst hat eine Mutter ihre Kinder mit einer Axt umgebracht bzw; umbringen wollen.

    Und in den USA hat ein durchgeknallter Typ sieben (!) Menschen bei einem Streit während einer Football-Party erschossen.

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