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Bruno Kartheuser

Bruno Kartheuser (Bildmitte). Foto: K. Behringer

Bruno Kartheuser macht sich immer mehr außerhalb der DG einen Namen. Der Herausgeber der Literaturzeitschrift Krautgarten, die seit 30 Jahren existiert, ist neuerdings Co-Autor eines Buches in französischer Sprache, das am 3. Oktober in Brüssel vorgestellt wird. Titel: „Singulière Belgique“ (Eigenartiges Belgien).

Weitere Autoren des Buches sind u.a. Vincent de Coorebyter, Generaldirektor des CRISP (Centre de Recherche et d’Information socio-politiques) in Brüssel, sowie der Staatsrechtler Francis Delpérée. In dem Buch, das in den Éditions Fayard erscheint, befasst sich Kartheuser mit der Stellung der Deutschsprachigen Gemeinschaft im belgischen Staatsgefüge vor dem Hintergrund der Staatsreformen.

Ziel von „Singulière Belgique“ sei es, einer breiten Öffentlichkeit das verkannte Land Belgien näher zu bringen, heißt es in einer Erläuterung zu dem Buch. Gleichzeitig wird die Frage nach der Zukunft dieses Landes aufgeworfen, die aufgrund des Gemeinschaftskonflikts ungewiss ist.

Treffen mit François Hollande

Vor einigen Monaten hatte Bruno Kartheuser sogar die Ehre, sich mit François Hollande in Tulle in Zentralfrankreich zu treffen.

Der französische Staatspräsident war lange Zeit Bürgermeister von Tulle und Abgeordneter des Départements Corrèze. Die Stadt Tulle hat für Kartheuser eine große Bedeutung. Immer am 9. Juni jährt sich das Massaker von Tulle im Jahre 1944, das ungesühnt geblieben ist. Als Repressalie für einen Angriff des französischen Widerstandes erhängten SS-Leute der Division „Das Reich“ 99 willkürlich ausgewählte Männer. Unter den Beteiligten war SS-Scharführer Walter Schmald aus St. Vith, ein Angehöriger des berüchtigten Sicherheitsdienstes (SD).

Kartheuser veröffentlichte in elf Jahren Forschung vier Bände Dokumentation über das Massaker, seine Vorgeschichte und seine Folgen.

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