Politik

BRF-Wahldebatte zu Lontzen: Viele Probleme in Herbesthal

Roger Franssen (Union), Yannick Heuschen (Ecolo), Moderatorin Simonne Doepgen, Sonja Cloot (Liste Plus) und Patrick Thevissen (Energie). Foto: Screenshot BRF

Nach St. Vith, Raeren und Amel stand am Donnerstag die BRF-Wahldebatte zur Gemeinde Lontzen an, wo ebenfalls eine Ära zu Ende geht: Nach 24 Jahren tritt Bürgermeister Alfred Lecerf (Union) ab.

BRF-Redakteurin Simonne Doepgen diskutierte mit den Spitzenkandidaten Roger Franssen (Union), Yannick Heuschen (Ecolo), Sonja Cloot (Liste Plus) und Patrick Thevissen (Energie).

Gut die Hälfte der Sendezeit war der Altgemeinde Herbesthal gewidmet, die immer mehr Aufmerksamkeit seitens der Gemeindeväter erfordert. Von „sozialen Brennpunkten in Herbesthal“ war sogar die Rede. Hinzu kommt, dass etwa die Hälfte der Einwohner von Herbesthal französischsprachig ist.

Roger Franssen (l) und Yannick Heuschen (r). Foto: Screenshot BRF

Lange Zeit wurde über das Gelände des alten Herbesthaler Bahnhofs gesprochen, auf dem kürzlich ein Vereinsheim eröffnet wurde, was aber nichts daran ändert, dass das einst so belebte Viertel des früheren Grenzbahnhofs weiter für Diskussionen sorgt, ebenso die Frage, was aus dem alten Casino von Herbesthal werden soll.

Für die künftige Nutzung des gesamten Bahnhofsgeländes forderte Thevissen einen „Masterplan“. Ein weiteres Diskussionsthema in Herbesthal ist die Renovierung der alten Schule Herbesthal, deren Toilettentrakt über 220.000 Euro gekostet haben soll.

Über die beiden anderen Ortschaften Lontzen und Walhorn wurde weniger gesprochen. Der „East Belgium Park“ hat noch viele ungenutzte Flächen, doch mahnte Schöffe Franssen zu mehr Geduld. Bei 32 Hektar Gewerbegebiet könne man nicht erwarten, dass dort in wenigen Jahren alle Flächen belegt würden.

Thevissen plädierte dafür, dass für den „East Belgium Park“ ein Verantwortlicher benannt wird, der den Betrieben, die Interesse an einer Ansiedlung zeigen, als Ansprechpartner diene.

Sonja Cloot (L) und Patrick Thevissen (R). Foto: Screenshot BRF

Derweil ist in Walhorn wieder einmal ein geplantes Windpark-Projekt in aller Munde, diesmal am Autobahnrastplatz „Walhorner Heide“. Zudem ist der durch die Molkerei verursachte Verkehr den Anwohnern ein Dorn im Auge. Franssen plädierte für eine neue Zufahrt zur Molkerei, damit der Dorfkern vom Lkw-Verkehr entlastet werde.

Die Publifin-Affäre kam nur ganz zum Schluss kurz zur Sprache. Roger Franssen erntete Widerspruch von Patrick Thevissen, als er behauptete, Alfred Lecerf und andere Politiker hätten nichts Illegales getan, allenfalls etwas moralisch Verwerfliches. Thevissen erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Publifin-Affäre auch strafrechtliche Aspekte habe.

Über mögliche Koalitionen wurde gar nicht geredet, obwohl viel darauf hindeutet, dass die Alleinherrschaft der Liste Union am 14. Oktober zu Ende geht. Möglich ist sogar, dass sich die drei anderen Listen Energie, Ecolo und Plus gegen die Union verbünden, etwa unter einem Bürgermeister Patrick Thevissen (Energie). Warten wir‘s ab… (cre)

Die Wahldebatten des BRF werden im Fernsehen nach dem „Blickpunkt“ ab 17.45 Uhr mit zweistündlicher Wiederholung gesendet und im Radio auf BRF1 und BRF2 ab 19 Uhr. Diese Debatten sind jederzeit nachzuschauen im Netz auf BRF.be.

Die BRF-Wahldebatten werden in folgender Reihenfolge ausgestrahlt (in Klammern der jeweilige Moderator):

  • Montag, 1. Oktober: St. Vith (Stephan Pesch)
  • Dienstag, 2. Oktober: Raeren (Anne Kelleter)
  • Mittwoch, 3. Oktober: Amel (Judith Peters)
  • Donnerstag, 4. Oktober: Lontzen (Simonne Doepgen)
  • Freitag, 5. Oktober: Provinzwahlen (Chantal Delhez)
  • Montag, 8. Oktober: Eupen (Olivier Krickel)
  • Dienstag, 9. Oktober: Burg-Reuland (Rudi Schroeder)
  • Mittwoch, 10. Oktober: Bütgenbach (Stephan Pesch)
  • Donnerstag, 11. Oktober: Kelmis (Rudi Schroeder)
  • Freitag, 12. Oktober: Gemeinde Büllingen (Volker Krings)

13 Antworten auf “BRF-Wahldebatte zu Lontzen: Viele Probleme in Herbesthal”

  1. Ekel Alfred

    Die Brunft ist am 14. Oktober für den bisherigen Platzhirsch von Walhorn beendet….nicht eine einzige Partei, auch nicht die der Grünen, hat je hinterfragt, ob die zugesagten Rückerstattungsgelder von Publifin an eine soziale Einrichtung überwiesen wurden….auch hier wird wieder mal mehr ersichtlich….eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus….

  2. Herbesthal ist zwar teil der DG aber ein Großteil spricht überhaupt nicht deutsch. Uns wird immer gesagt französisch ist wichtig und das wir besseren und mehr französisch Unterricht an den Schulen benötigen. Ja, dies ist durchaus eine berechtigte Frage aber wie sieht es denn umgekehrt aus? Deutschunterricht für unsere französischsprachigen Freunde? Wer über die Brücke rüber nach Herbesthal fährt, sieht sehr schnell das er nun in der Wallonie ist:)

    • Hermann B.

      Was ist denn schon aus Lecerfs schmutzigen Händen zurückgeflossen? Ein besseres Beispiel für die Doppelmoral eines führenden CSP-Mannes gibt es ja wohl nicht. Franssen war mit Sicherheit involviert oder zumindest informiert, hüllt sich allerdings in Schweigen. Beide sollten sich schämen. Wie kann Franssen überhaupt moralisch das Bürgermeisteramt beanspruchen? Wohl einzig und allein, weil er in einer guten Schule war….

  3. Wahnsinn

    Ich gebe Törö zu 100 % Recht. Zweisprachigkeit ja, aber bitte in beide Richtungen. Und mehr noch: Auch die Kenntnisse der deutschen Muttersprache nicht vernachlässigen. So toll sind die auch nicht bei allen Deutschsprachigen! Ich sage nur „Wa jung“, „da geht es sich um“ und, und, und

    • Mischutka

      @ Wahnsinn :
      Jo wa…. Ich denke mal, besonders wir „alten“ Leute mischen sehr viel Platt unter unserem „Deutsch“. Wa Jung ? Da haste dr Dinges gesehen und dä war mit seine Vrau wat einkaufen jejangen. Und da denkste „Näh, wat is dä Dinges aber dünn jeworden, nur noch Knochen und wat Fell drüber. Seitdem dä sich jetraut hat. Ob dem seine Frau dem nix für in dr Magen jibt ? Und di Vrau von dem, dat is doch de Tochter von dä Eine, weisste, dä mit die jrosse Mull. Dä wat immer so annet stühten is wat hee alles kann und hat…. Aber mich kann dee em A**** lecken, dat V******ch. Und die Puhten von denen haben auch nix an Manieren. Die haben dr janze Tag nur die kleinen Dinger, ich weiß nicht mehr wie die dat nennen, zum telefonieren oder so’n Zeug, in de Hand und fummelen damit erum….. Dat hät es bei uns vrüher nicht jejeben, dr Pap hät uns einjesperrt…. Und et schönste is, die können noch nicht emal richtig Deutsch kallen, so wie wir dat tun. Aus denen wird nie wat……..
      Ja SO hören sich „gute“ Gespräche oft (nicht immer) an – in Aachen sagte mir mal ein Geschäftsmann „alle Kunden sind ganz herzlich willkommen – aber die (älteren) Eupener erkennt man nach 30 Sekunden“………

      • Pensionierter Bauer

        Jo, leve Mischutka e sue iset bij os i osbelgie. Mais os Kinger kalle et net mije soe wie vär et ömmer dönt. En ech deng och wie dr Törö, de Wälsche motte och jet a hönner dütsch due. En vör de Kinger es et beeter wenn se te öch et dütsch rechtich kalle bevör döer en twede Sprog alles avange dörchereh te werpe.
        Vär kalle et duitsch och net te johr, weil os odeche ömmer mer platt onderre jekallt hant.

  4. DenAhlen

    Ich fand, dass diese Diskussion bisher die beste war. Liegt wahrscheinlich auch an der Moderatorin, die immer wieder die Diskussion gesteuert hat (was bei den anderen nicht der Fall war). Ich hatte aber den Eindruck, dass Franssen sich nicht gut verkauft hat und die anderen systematische alles schlecht geredet haben. Kritiker machen allein durch ihre Kritik die Welt nicht besser! Dieses Gelände der Bahn für 300.000 belgische Franken zu kaufen war richtig! Das man dann aber Geld in ein Gebäude investiert und es dann trotzdem verkommen lässt und schlussendlich abreissen muss ist natürlich schade.

  5. Parteiloser Wähler

    Auch ich fand diese Diskussion Interessant und sehr gut durch Frau Döpgen geführt. Ich fand das Hr. Franssen versucht hat klare Antworten zu geben, was nicht Einfach ist wenn man von 3 andere Personen immer wieder “ nur kritisiert“ wird. Weil die 3 Herren immer wieder von “ Wir “ redeten ( also als Partei ), ist es mir aufgefallen dass Frau Cloot meistens das “ ich “ gebraucht hat … Am besten war es, als Sie keine richtige Vorschläge hatte, was mit dem neuen Vereinsgebäude anzufangen. Was den alten Postgebäude angeht, kann ich nur bestätigen dass es schon eine “ Ruine“ war vor 20 Jahren und dass es damals die gleichen Renovierung Arbeiten benötigt hätte. Mehrmals ist die Feuerwehr dort gerufen worden, und – als es dort nichts mehr zu brennen gab – wurden sogar Holzpaletten gebracht um wieder ein Feuer anzustecken. So tickte damals und auch noch vor gar nicht solange, unsere Jugend. Und ich lasse den Hr. Thevissen das Schlusswort : “ Nach 24 Jahren renoviert jeder sein Haus“

  6. Der Gute

    Ich lache mich gerade schlapp… Sitzen doch eine Person dabei, die sich selbst mal an die Nase packen könnte. Steht im Wahlprogramm: Sicherheit auf den Staßen, bessere Schulwege…. Blabla…. und diese Person parkt dann selbst täglich an der Schule so auf dem Bürgersteig, dass die Kinder auf der Straße laufen müssen. Ich weiß schon, wen ich nicht wähle…

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern