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Feuerdrama von Crans-Montana: Vermisste Belgierin ist tot – Viele Minderjährige unter den Todesopfern

04.01.2026, Schweiz, Crans Montana: Menschen zünden Kerzen an und legen Blumen vor der versiegelten Bar "Le Constellation" in Crans-Montana. Foto: Antonio Calanni/AP/dpa

AKTUALISIERT – Die vermisste junge Belgierin gehört zu den Todesopfern des Feuerdramas von Crans-Montana. Das hat das Außenministerium in Brüssel am Sonntag bedtätigt.

Victoria, die junge Belgierin aus Wallonisch-Brabant, die seit dem Brand der Bar in der Silvesternacht im Ferienort Crans-Montana im Schweizer Kanton Wallis vermisst wurde, gehört zu den Todesopfern, teilte das Außenministerium in einer Erklärung mit.

„Die Schweizer Behörden haben uns bestätigt, dass die bisher vermisste junge Landsfrau zu den Todesopfern gehört. Wir sprechen der Familie und den Angehörigen des Opfers unser Beileid aus“, erklärte das FÖD Außenministerium.

Zwei weitere Belgier wurden bei dem Brand verletzt. Eine zweite junge Frau aus Brabant erlitt Verbrennungen, konnte das Krankenhaus jedoch schnell wieder verlassen. Ein junger Mann mit belgischer und schweizerischer Staatsangehörigkeit gehört ebenfalls zu den Verletzten. Er wurde am Samstag in ein belgisches Krankenhaus verlegt.

04.01.2026, Schweiz, Crans-Montana: Trauernde marschieren schweigend nach einer Sonntagsmesse von der Kapelle, in der die Messe abgehalten wurde, zum Brandort, um der Opfer des Feuers in der Bar „Le Constellation“ zu gedenken. Foto: Antonio Calanni/AP/dpa

Mehr als die Hälfte der 40 Todesopfer aus der abgebrannten Bar in Crans-Montana sind identifiziert, und es zeigt sich: Zahlreiche Opfer waren Minderjährige. Darunter ist unter anderem eine 14-jährige Schweizerin, wie die Schweizer Polizei im Kantons Wallis berichtet.

Andere identifizierte Opfer, etwa aus Italien, waren erst 16 Jahre alt, als die Brandkatastrophe in der Silvesternacht ihrem jungen Leben ein Ende setzte.

Das Inferno in einer Bar des Schweizer Skiorts wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Sie setzte den Erkenntnissen zufolge Schaumstoff an der Decke in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus.

Untersucht wird, ob die Brandschutzvorschriften eingehalten wurden. Gegen die beiden französischen Betreiber der Bar wird inzwischen unter anderem wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Unklar ist unter anderem, ob die Deckenabdeckung regelkonform war und ob es genügend zugängliche Notausgänge gab.

Die Schweiz plant am 9. Januar einen nationalen Trauertag und eine Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde legte online ein Kondolenzbuch auf. (cre)

27 Antworten auf “Feuerdrama von Crans-Montana: Vermisste Belgierin ist tot – Viele Minderjährige unter den Todesopfern”

  1. Besorgte Mutter

    Einfach nur traurig, wenn feiernde Menschen so aus dem Leben gerissen werden.
    Allen Verletzten wünsche ich gute Genesung, und allen Angehörigen viel Kraft bei ihrer Trauerbewältigung.

  2. Der Alte

    Viele Fragen noch offen, zwei Fragen bereits beantwortet: wurden die Brandschutzbestimmungen eingehalten? Nein. Ist es generell sinnvoll eine Diskothek in einem Kellergeschoss zu betreiben? Nein. Wenn man bedenkt, dass es früher mehrere Diskotheken und Kellerbars in Aachen gab, muss wohl mancher Nordostbelgier heute denken: Glück gehabt. Mein Mitgefühl den Angehörigen und den Opfern

    • Katar 2022

      Voll Ihrer Meinung Peer van Daalen

      Erst die Eule die es schafft die Decke anzuzünden, und dann diese Vollpfosten die die brennende Decke noch filmen!!!! Statt sich in Sicherheit zu bringen. Einfach nur noch krank.🤮

      • @Katar 2022

        Nein nicht krank, sondern total verblödet.
        Mit offenem Feuer im Keller hantieren, das machen nur Idioten, brennen die Decke an und filmen sich noch dabei.

        „Geprüft werde auch, ob Anwesende, die noch leben, strafrechtlich …..“
        ..hilft aber nichts, da zum Tatzeitpunkt besoffen.

  3. „Feuerwerkskörper im Visier“.Hier sind noch einige andere Fragen zu beantworten. Die Probleme sind Profitgier des Betreibers (zusätzlich Raum bzw. Keller für weitere 150 Gäste zu schaffen),die Kontrolle von Bauamt und Gewerbeamt (Zulassung) und auch die Feuerwehr und Versicherung für den Brandschutz sind in der Pflicht. Brennbare Schaumstoffmatten als Schallschutz,fehlende Notausgänge,Feuerlöscher und Haspel mit Löschschlauch und Hydrantanschluß.
    Das Personal (Kellnerinnen) wird zum Sündenbock ernannt.
    Was für eine Tragödie…

  4. Kasperle

    Und wieder sucht man Schuldige!
    Traurig wie jetzt wieder geschrien wird! Und da wundert sich jeder warum das öffentliche Leben stirbt.
    Keiner will mehr Verantwortung übernehmen und die, die es trotzdem tun, stehen mit einem Fuß im Knast.

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      #Kasperle. Keiner möchte das so etwas noch mal geschieht. Und wenn die Ursache des Brandes, auch damit zusammenhängt, dass man sich nicht an die Sicherheitsmaßnahmen vom Bau der Bar gehalten hatte, oder diese in Eigenregie vom Betreiber der Bar geändert wurden, sollte man schon für eine Aufklärung der Tragödie sein und auch strafrechtlich durchgreifen, um eine Wiederholung dieser Katastrophe zu verhindern.

  5. Peter Müller

    Tragischer Unfall. Aber das hat es immer gegeben und wird es weiter geben. Trotz Gesetze und noch mehr Auflagen können solche Dramen nicht verhinder oder ausschlossen werden. Trotzdem, furchtbar die Geschichte.

  6. Joachim Wahl

    Was nützt Schuldzuweisung? Jeder trägt auch Eigenverantwortung. Bei aller Tragik ist festzustellen, dass obwohl Teile der Decke brannten, Gäste immer noch mit in Champusflaschen steckenden Wunderkerzen und handys umherlaufen. Es ist keinerlei Fluchtverhalten zu erkennen. Meinten die, man könne den Brand per app löschen?

  7. Neneewaa

    Folgende Textpassage von Tagesschau.de :
    Weil schwerverletzte Brandopfer nur in spezialisierten Intensivstationen und von medizinischen Fachleuten gut behandelt werden können, wurden Dutzende ins europäische Ausland ausgeflogen, etwa nach Bochum, Berlin, Stuttgart, Tübingen und Ludwigshafen. Auch Krankenhäuser in Italien, Rumänien, Frankreich und Luxemburg haben Verletzte aufgenommen.
    Kein Wort von Belgien, wo 6 Personen aufgenommen wurden. Seit Jahren bemerke ich an den deutschen ÖR Medien daß es ein Belgienbashing gibt.
    Hat noch jemand diesen Eindruck?

    • Hugo Egon Bernhard von Sinnen

      #Neneewaa/ Friedrich Merz ist von Belgien nicht mehr so begeistert. Er wollte doch mit den russischen tiefgekühlten Geldern, der Rüstungsindustrie unter die Arme greifen und die Kredite, bei den Banken schneller abbezahlen.
      Hat nicht funktioniert und durch Frieden erst recht nicht. Deshalb sieht er jetzt in unserem Land nur noch den Spielverderber.
      Die deutsche Medien haben wahrscheinlich deshalb den Wink bekommen, Luxemburg größer wirken zu lassen als Belgien ;-)

    • Peter Müller

      Neneewaa
      Da steht „etwa,“ wenn sie wissen was das bedeutet?. Auch Aachen hat Opfer aufgenommen, stand im Grenzecho. Belgien hat natürlich auch Brandopfer aufgenommen. Ich frage mich warum sie überhauptDeutsche Sender schauen.

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