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Boris Becker (49): „Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher“

Boris Becker nimmt am 17.10.2017 in Ismaning bei München an einer Podiumsdiskussion teil. Foto: Peter Kneffel/dpa

Der frühere deutsche Tennisstar Boris Becker (49) hat aus dem jüngsten Wirbel um seine finanziellen Verhältnisse gelernt. Eine Rückkehr in die Bundesrepublik hält Becker, der seit Jahren in London lebt, für unwahrscheinlich.

„Vielleicht habe ich auch mich als Person, meinen Namen, meine Marke unterschätzt – was alles passieren kann, wenn Fehler passieren. Das ist eigentlich die größte Lehre, die ich daraus gezogen habe“, sagte Becker in einem Interview der Zeitschrift „Gala“ (47/17).

Der Wahl-Londoner steckt mitten in einem Insolvenzverfahren. Er sei aber weder vermögenslos noch pleite, hatte Becker bereits Anfang des Monats an anderer Stelle betont.

Zuletzt machte Boris Becker vor allem wegen seiner angeblichen Pleite von sich reden (hier eine der vielen Schlagzeilen von bild.de).

„Die Parteien nähern sich in außergerichtlichen Schlichtungsgesprächen an und sind bemüht, eine gütliche Lösung zu finden“, sagte der Tennisspieler dazu der „Gala“.

Auch sein Privatleben sei durch die Negativschlagzeilen massiv beeinträchtigt gewesen, weil er sich gegenüber Ehefrau Lilly und seinen Kindern habe erklären müssen, berichtete Becker im Gespräch mit der Illustrierten. „Ich habe mich mit allen meinen Kindern persönlich getroffen und ihre Fragen beantwortet.“

Eine Rückkehr in die Bundesrepublik hält Becker, der seit Jahren in London lebt, für unwahrscheinlich: „Ich werde wohl nicht mehr nach Deutschland zurückkommen, aber ich trage Deutschland immer in mir, ich bin ein Deutscher im Ausland. Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher. Mein Zuhause ist London.“

Er sagte im Rückblick: „Ich bin vor 50 Jahren in Deutschland geboren worden, habe die ersten 17 Jahre eine behütete und beschützte Kindheit erlebt, bis ich am 7. Juli 1985 den Matchball in Wimbledon verwandelt habe. Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen.“ (dpa)

10 Antworten auf “Boris Becker (49): „Ich habe einen deutschen Pass, aber ich fühle mich nicht als Deutscher“”

  1. Pensionierter Bauer

    Wenn ich dem Staate, der mir durch von Steuergeldern finanzierte Infrastukturen und Förderungsmaßnahmen hat groß werden lassen, genau dann wenn ich dadurch viel Geld verdiene diese Steuern verweigere, könnte ich mich auch nicht mehr mit meinem Heimatland identifizieren.

  2. Zaungast

    „…bis ich am 7. Juli 1985 den Matchball in Wimbledon verwandelt habe. Seitdem wird mein Name in Deutschland instrumentalisiert, im Positiven wie im Negativen.

    Natürlich. Ab da war er prominent und teilt eben das Schicksal aller Prominenter.
    Schließlich hat er ja dann aus seiner Bekanntheit auch ganz gehörig Kapital im wahrsten Sinne des Wortes geschlagen. Wenn er das nicht wollte, hätte er ja ein paar Turniere hinter einander verlieren können, und aus wäre es mit dem Ruhm gewesen, allerdings auch mit der Kohle.

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