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„Berliner Zeitung“ über die Corona-Lage in Eupen: „Deutschland für viele Patienten letzte Hoffnung“

03.11.2020, Belgien, Lüttich: Ein Covid-19-Patient wird zu einem Hubschrauber geschoben, um vom CHU-Krankenhaus in Lüttich zur Weiterbehandlung nach Köln geflogen zu werden. Foto: Eric Lalmand/BELGA/dpa

Am vergangenen Montag, dem 23. November, veröffentlichte die „Berliner Zeitung“ einen Bericht über die Corona-Lage in Belgien im Allgemeinen und in Eupen im Besonderen. Ein Leser von „Ostbelgien Direkt“ fragte nach der Lektüre des Artikels: „Übertreiben die oder sind wir nicht korrekt von der hiesigen Presse informiert worden?“

Schon der Titel des Artikels der „Berliner Zeitung“ lässt aufhorchen: „Für viele belgische Corona-Patienten ist Deutschland die letzte Hoffnung“.

In dem Bericht ist viel von Eupen die Rede. Der Verfasser des Artikels informierte sich u.a. beim Bestattungsinstitut Despineux-Karls in der Hufengasse, bei Dr. Frédéric Marenne, dem Chefarzt des St. Nikolaus-Hospitals, bei mehreren Pflegern, bei der Gewerkschaft CNE sowie bei Eupens Bürgermeisterin Claudia Niessen (Ecolo) von der „grünen Partei Walloniens“, wie es in dem Bericht heißt.

Der Artikel der „Berliner Zeitung“. Foto: Screenshot

Die Reportage wurde erst am vergangenen Montag, dem 23. November, veröffentlicht, jedoch bezieht sie sich wohl eher auf die Corona-Lage in Eupen vor einigen Wochen, „als der Corona-Tsunami über dem Eupener Krankenhaus mit seinen 192 Betten zusammenschlug“, wie es in dem Text heißt.

„Während der ersten Welle hat das Virus in einem Altersheim in der knapp 20.000 Einwohner zählenden Stadt im deutschsprachigen Teil Belgiens gewütet. In Eupen mussten die Särge damals in der Kapelle auf dem Friedhof gestapelt werden.“ Und bei der zweiten Welle? „Dank der Solidarität der Deutschen“ sei die Krise bewältigt worden, so der Verfasser des Berichts in der „Berliner Zeitung“.

Der Artikel endet mit einem auf einer Intensivstation in Aachen behandelten Patienten aus Belgien, der sein Glück nicht fassen kann: „Sieht der Eupener in den Nachrichten Berichte von den überfüllten Intensivstationen in Belgien, würden seine Augen aber feucht, gesteht er. Es sind auch Tränen der Dankbarkeit für die deutsche Hilfe.“ (cre)

Den Artikel der „Berliner Zeitung“ von Montag, dem 23. November 2020, lesen Sie unter folgendem Link:

Für viele belgische Corona-Patienten ist Deutschland die letzte Hoffnung

45 Antworten auf “„Berliner Zeitung“ über die Corona-Lage in Eupen: „Deutschland für viele Patienten letzte Hoffnung“”

    • Marion Schmitz-Reiners

      Könnte stimmen. Was hat den Autor Cedric Rehman nach Eupen verschlagen, um vor Ort zu recherchieren? Er ist freier Reporter der Stuttgarter Zeitung und anderer Blätter. Zitat aus einem Kurzporträt der Stuttgarter Zeitung: „Cedric Rehman wurde 1978 in Freiburg im Breisgau geboren. Er ist seit dem Jahr 2010 Mitarbeiter der Stuttgarter Zeitung. Als freier Reporter beschäftigt er sich mit diesem und jenem, vom Lokalgeschehen in Stuttgart bis zu Reportagen aus Krisen- und Kriegsgebieten“ (sic!). Hat er wirklich mit so vielen Interviewpartnern gesprochen? War er überhaupt in Eupen? Aber das wird wohl so sein, denn er hat zwei Menschen weinen sehen (einen davon aus Dankbarkeit für Deutschland).

    • Alfons van Compernolle

      Eifel_er: Ich als Belgier , der nun als Belgier 54 Jahre in Deutschland gelebt hat, kann nicht feststellen, dass es zumindest in Vlaanderen gleich welche Vorurteile gegen Deutsche gibt. Wie das in der DG aussieht, kann und will ich deshalb nicht beurteilen. Wir alle sollten uns mal vor Augen halten, dass Belgier/innen ursprünglich aus nur zwei Bevölkerungskulturen stammen
      50% Deutsch – 50% Französisch , wobei in der heutigen Zeit noch ein paar andere Kulturkreise hinzu eingebürgert wurden , was ich gut finde !

      • Walter Keutgen

        Alfons van Compernolle, Eifel_er schreibt über (Vor)-Urteile der Deutschen und hat vermutlich eins gegen sie. Sie aber negieren Vorurteile der Flamen gegen die Deutschen, obwohl Sie garnicht in Flandern wohnten und kraft Ihres intellektuellen und sozialen Status nur mit der Crème zusammenkamen. Ich habe einmal einen Film auf latrois der RTBf gesehen, worin es um das Leben eines Jungen, der mit der Familie seines aus den Ostkantonen stammenden Vaters von dessen Firma nach Westflandern versetzt worden war. Der Film warb für Verständnis für die Ostkantönler, „nicht alle Nazis“. Der Junge wurde sehr wohl angefeindet. Das war allerdings vor ein paar Jahrzehnten. Es geht nicht um die Kulturen, sondern um die Folgen der beiden Weltkriege. Wir haben es viel mit Aachenern zu tun, die auch in Deutschland als überheblich gelten.

  1. Wie sehr Journalismus verkommen ist kann man auch hier erkennen:
    Welt-online:
    „Im Corona-Hotspot Hildburghausen sind jetzt alle Intensivbetten belegt“
    ///
    Wenn man dann weiter liest:
    „Das DIVI-Register listet für den Landkreis, in dem es ein Allgemeinkrankenhaus der Grundversorgung und eine Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie gibt, insgesamt acht Intensivbetten auf. Sie waren am Freitag allesamt belegt, davon zwei mit Covid-19-Patienten. Diese mussten invasiv beatmet werden.“
    ///
    Ups, es gibt nur 8 Intensivbetten im Landkreis von denen 2 durch Corona-Patienten belegt sind. Schuld sind, wird an anderer Stelle suggeriert, die Corona-Demonstranten (zum Teil ohne Maske…). Das ist Systemjournalismus vom Feinsten, die aufmüpfigen Bürger sind schuld an ihrem Elend und kein „Journalist“ fragt die Politiker wieso es eigentlich nur 8 Intensivbetten in einem Landkreis gibt? Wenn das der Honecker noch erleben könnte, von wegen „freie Presse“….

  2. Vielleicht lest ihr zuerst mal den Artikel in der Berliner Zeitung ehe ihr weiter wie obige euren Hirneiter loslasst.

    Kleiner Auszug: Sieben Krankenhäuser im Raum Aachen nahmen insgesamt zehn Schwerkranke aus dem Sankt-Nikolaus-Hospital auf. Krankenwagen und Helikopter verließen auch Kliniken im französischsprachigen Teil Ostbelgiens in Richtung Deutschland. 85 Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen erklärten sich bereit, belgische Corona-Patienten auf ihren Intensivstationen zu versorgen.

  3. HH. Paasch, Lambertz, Arimont, … wie ware es, in Berlin mal einiges klarzustellen?
    Wie die deutsche Presse über Belgien berichtet, ist meistens nur negativ.
    Vielleicht könnte Laschet auch mal ein Wort einlegen. Er kommt ja aus „unserer“ Ecke.

    • Halbwahrheiten

      Wer garantiert denn dass Ihr stolzen Belgier richtig liegt? Vielleicht sollte Herr Paasch sich auch bedanken für den aufrüttelnden Bericht. Welcher übrigens nicht nur in Berlin erschien sondern quer durch die ganze Republik in zig Zeitungen. Schlussendlich basiert doch das Meiste auf die malade Sparpolitik MdBlock und Vorgänger.

    • Eiserner Gustav

      Meistens werden wir Belgier in der deutschen Presse als liebenswerte Menschen bezeichnet. Nur bei uns gibts immer noch ein paar ewig gestrige die von den Prüsse reden. Siehe Kommentare. Die Zeiten ändern sich und auch hier ist eine Mehrheit für ein freundliches Zusammenleben.

      • Germanikus Maximus

        Danke, genau so ist es. Auch ich kam durch mehrere Artikel in Zeitungen und TV dazu, nach Ostbelgien zu fahren. Ich habe noch NIE einen negativen Bericht gelesen.

        Bemerkenswert finde ich die Reaktionen hier jedoch schon. Man erwartet ja keine Dankbarkeit, aber dass unser Land, unsere Sozialsystem und unsere Krankenhäuser mit so viel Kritik bedacht werden, stimmt mich nachdenklich!

  4. Peter Müller

    Typisch Ostbelgien. Wir sind deutscher als die Deutschen. Hat man uns auf den Fuss getreten ?. Undank ist der Welt Lohn. Was stimmt nicht an dem Artikel. Wir wissen doch was hier los war. Wir sollten dankbar sein.

  5. Pierre II

    Hat einer von euch „Kritiker“ überhaupt den Bericht der Berliner Zeitung gelesen!?
    Ich hatte dieses Scheiss Virus, habe auch im Krankenhaus gelegen und nicht nur um so blöd herum zu liegen. Jeder der sagt es wäre eine kleine Grippe oder gar ein Witz der kann sich ruhig bei mir melden. Ich werde euch die kleine Grippe dann mal „ganz ruhig unter vier Augen erklären“. Jeder sollte froh sein, solche Grenzüberschreitende Hilfe zu haben.

    • Jetzt läuft Meyer nicht nur dem unbedarften Bakhdi hinterher sonder auch noch dem durchgeknallten Bodo Schiffmann.
      Es reicht, sich die Aussagen von Schiffmann, der keinerlei Ahnung und noch weniger Expertise zu Corona und Viruserkrankungen hat einmal anzusehen und vor allem, wie er sie vorträgt, um zu verstehen, dass sich hier Scharlatane ein Stelldichein geben.
      Da darf der Oberscharlatan aus Ostbelgien natürlich nicht fehlen.
      https://youtu.be/Z5GBTWFHXf4

    • Frage an Dr. Meyer

      3 Fragen Dr. Meyer:

      1. In einer Fernsehdiskussionsrunde bei Servus TV am 8.11 behauptet Dr. Sucharit Bhakdi, dass Pfleger und Ärzte bei der Behandlung und Pflege von Covid19-Patienten, keine Schutzkleidung und auch keine Masken tragen müssten. Das sei unmenschlich und völlig überflüssig.
      Teilen sie diese Meinung?
      2. Auf Kritik auf Seite reagieren sie häufig dünnhäutig und fühlen sich „beleidigt“.
      Der von ihnen geschätzte Schwindelarzt und Corona-Leugner Bodo Schiffmann beschimpft u.a. Politiker bei seinen populistischen Auftritten als “Kakerlaken“.
      Wie stehen sie zu dieser Nazi-Rhetorik und den sonstigen haltlosen, unwissenschaftlichen und hetzerischen Auftritten und Behauptungen des HNO-Arztes, der vorgibt, bei den nächsten Bundestagswahlen mit der von ihm gegründeten Partei (die sie hier bewerben) in den Bundestag einzuziehen und die Regierung zu stellen?
      3. Schämen sie sich eigentlich nicht in wessen Fahrwasser sie hier segeln und welchen Figuren (Bhakdi, Schiffmann, Wodarg) sie hier auf den Leim gehen.

      https://youtu.be/R0adoRrCBG0

  6. Belgofritz

    Großes Kino, da schreibt einer in Berlin über die Corona-Situation in Belgien und Eupen… und schon geht es auf OD wieder um das allmächtige Deutschland, böse Deutsche und das kleine, gedemütigte Belgien … Klicks sind garantiert. Ich hole noch schnell Bier und Popcorn.

  7. Viele reißerische Sätze ohne genaue Aussage. Wie viele Belgier sind denn jetzt nach Deutschland ins Krankenhaus verlegt worden? Ich denke das die Öffnung der deutschen Krankenhäuser für belgische Patienten eine große Hilfe war, aber ohne Zahlenangabe bleiben viele Aussagen vage.

  8. dr fritz van ut jen aunderstadt

    Der Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Und ich denke jeder der daran was auszumachen hat, sollte mal mit den Leute reden, welche im Deutschland behandelt wurden, sofern es noch geht, denn einige von denen sind leider auch verstorben. Zum anderen redet mal mit den Menschen, die aufgrund dieser Verlegungen noch in den hiesigen Krankenhäusern aufgenommen werden konnten. Vielleicht ist die Überschrift reißerisch, aber so ist das nun mal, nicht nur wenn über die DG oder Belgien geschrieben. Zudem muss man erwähnen, dass unsere führenden Politiker als Krisenmanager NULL taugen. Einziger Lichtblick ist der Gesundheitsminister, der mit Weitsicht auf eine Situation versucht zu reagieren. Herr Paasch und Herr Arimont präsentierten sich vor Wochen als Strahlemänner und Weltretter, als sie verkündeten die Grenzen blieben zum Tanken und zum einkaufen offen. Damit besiegelten sie einige Konkurse von Einzelhändler, sowie verschiedener Dienstleister (Frisören). den was passiert seit Wochen alles reist über die grenzen und shoppt dort und lässt sich dort Haare und Nägel machen. berichte zum Black friday in Aachen und Köln und sicherlich auch heute Richtung Luxemburg

  9. Dow Jones

    Gefühlte 95 % der Kommentare auf OD sind gegen die belgischen Politiker, gegen die belgischen Institutionen, gegen die belgischen Corona-Massnahmen, gegen Belgien im Allgemeinen.

    Aber wehe, ein deutscher Journalist schreibt mal was gegen Belgien (wobei er in der Sache wahrscheinlich recht hat, die Schlagzeile scheint etwas übertrieben). Dann wird hier wieder die Fahne hochgehalten und die vorher noch gescholtenen Politiker werden aufgefordert in Berlin zu intervenieren.

    Wenn auf OD ein Artikel über einen Geschichtsdoktor erscheint dann ist das unabhängiger Journalismus und freie Meinungsäußerung. Wenn in einer ausländischen Zeitung über uns geschrieben wird dann ist das auf einmal unseriöse Berichterstattung.

    Leute, werdet mal wach…

    • Schlafwandler

      Die OD-Kommentatoren – in erster Linie natürlich die Besserwisser, Neunmalklugen, Verschwörungstheoretiker, Querdenker, Aluhuträger, Reaktionäre, Scharlatane und sonstwie neben ihren Schuhen Laufenden und natürlich Dr. Meyer – können gar nicht mehr aufwachen. Sie leben in einem Bestätigungs-Universum und nehmen nur das zur Kenntnis, was ihr Weltbild stützt.
      Alles andere wird ausgeblendet.
      OD gibt diesen Menschen ein Ventil, ohne das sie möglicherweise noch größeren gesellschaftlichen Schaden anrichten.
      Statt zu versuchen, sie mit Argumenten einzufangen, sollte man ihnen vielleicht eher ihre Spielwiese alleine überlassen.
      Nach kurzer Zeit „unter sich“ hätten sie sich wahrscheinlich nichts mehr zu sagen und würden sich langweilen, da ihnen niemand mehr Contra gibt. Was dies für OD bedeuten würde, kann sich jeder ausmalen.
      Zwei Fliegen mit einer Klappe erlegen. Wär doch was…

  10. Friedrich Meier

    Ich habe diesen Artikel aus der Berliner Zeitung gelesen.
    Der Bericht ist schon teilweise einseitig. Nicht zuletzt weil hier Aachen als Helfer in der Not für Eupen zitiert wird.
    Dabei sind auch Patienten aus Sankt Vith nach Deutschland transferiert worden, als die Kapazität nicht mehr ausreichte. Hier haben Köln, Trier und auch Euskirchen geholfen.
    Es bleibt zu erwähnen, dass auch andern Krankenhäusern ein großes Dankeschön ausgesprochen werden müsste. Ein einfacher Kontakt zwischen zwei Ärzten auf beiden Seiten der Grenze machte Unkomplizierte Hilfe möglich.
    Schade, dass eine Katastrophe kommen muss, damit solche einfachen Sachen möglich werden.

  11. Hans Eichelberg

    Zur Impfdiskussion in Deutschland, Plasberg gestern:

    „• Prof. Eva Hummers: Das Mitglied der Ständigen Impfkommission sprach offen über mögliche Langzeitfolgen der rasant hergestellten Impfstoffe. „Es ist unsicherer als es sonst ist“, gab sie zu. Weil es noch keine Beobachtungen gibt, was in den ersten sechs Monaten nach der Impfung passiert. Schwierig ist in ihren Augen auch die Frage, wie verbindlich mögliche Impflisten sind. Wenn jemand vor ihr stünde als Ärztin, der geimpft werden will, dem dürfe sie den Impfstoff gar nicht vorenthalten. Auch wenn ein anderer Patient vielleicht gefährdeter ist.

    • Boris Palmer (B‘90/Grüne): Der Tübinger Oberbürgermeister geht davon aus, dass Massenimpfungen im ersten Quartal beginnen können. Er rechnet damit, dass sich letztlich auch Impfskeptiker überzeugen lassen, weil sie ihre Freiheit zurückzuerlangen möchten „Auch die Querdenker wollen nicht mehr mit Maske rumlaufen.“ Palmer war es aber auch wichtig, dass man „die Ängschte“, wie er auf Schwäbisch sagte, aufgreift und erklärt, dass die Impfung weder die Gene verändern kann, noch das Gehirn angreifen. Die Diskussion über eine mögliche Zweiklassengesellschaft von Geimpften und Nicht-Geimpften fand Palmer „kontraproduktiv“, weil sie die Ängste nicht abbaue, sondern schüre. Da war dem OB die Debatte zu schonungslos.“

    „..erklärt, dass die Impfung weder die Gene verändern kann, noch das Gehirn angreifen.“
    Das ist noch nicht bewiesen, deshalb beobachten – Politiker zuerst.

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