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Belgischer Sieg in der „Hölle des Nordens“ durch Gilbert

14.04.2019, Frankreich, Roubaix: Ives Lampaert (l) aus Belgien vom Team Deceuninck-Quick-Step wird Dritter, Philippe Gilbert (M) aus Belgien vom Team Deceuninck-Quick-Step hebt edie Pflaster-Trophäe als Zeichen seines Sieges in die Höhe. Nils Politt aus Deutschland vom Team Katusha-Alpecin wird Zweiter. Foto: David Stockman/BELGA/dpa

Der Belgier Philippe Gilbert hat am Sonntag in der „Hölle des Nordens“ den Klassiker Paris-Roubaix gewonnen. Zweiter wurde der Deutsche Nils Politt.

Ex-Weltmeister Gilbert gewann damit nur zwei Jahre nach seinem Triumph bei der Flandern-Rundfahrt erneut ein „Monument“ des Radsports.

Gilbert setzte sich im Sprint gegen Politt durch, der trotzdem am Ende total happy war. „Das ist das Highlight der Karriere. Ich bin einfach nur glücklich, mich einfach was getraut zu haben“, sagte der 25-jährige Politt nach seiner bravourösen Vorstellung in der sogenannten „Hölle des Nordens“.

Nach 257 Kilometern, davon 54,5 über das brutale Kopfsteinpflaster, trug sich der Belgier Gilbert erstmals in die elitäre Siegerliste des Rennens ein.

14.04.2019, Frankreich, Roubaix: Philippe Gilbert (r) aus Belgien vom Team Deceuninck-Quick-Step überquert jubelnd als Sieger die Ziellinie, während hinter ihm Nils Politt aus Deutschland vom Team Katusha-Alpecin Zweiter wird. Foto: David Stockman/BELGA/dpa

Gilbert und Politt hatten sich auf dem Weg von Compiègne nach Roubaix 13 Kilometer vor dem Ziel am Carrefour de l’Arbre aus einer kleinen Spitzengruppe abgesetzt. Nicht einmal der dreimalige Weltmeister und Vorjahressieger Peter Sagan konnte dem Duo folgen.

Im Vélodrome kam es dann zum Duell Mann gegen Mann, das Gilbert gewann. „Mein großes Ziel ist es, alle Monumente zu gewinnen. Dem komme ich Schritt für Schritt näher“, sagte Gilbert, dem nur noch ein Sieg bei Mailand-Sanremo fehlt.

Das Rennen über die alten Feldwege aus den Zeiten Napoleons wurde seinem Spitznamen „Hölle des Nordens“ gerecht. Defekte, Stürze und sogar eine kurzzeitige Windkante prägten die erste Renn-Hälfte. Immerhin blieb es bei kühlen Temperaturen trocken, so dass die Pavé-Abschnitte zwar staubig waren. Die befürchtete Rutschpartie blieb aber aus.

Die Vorentscheidung fiel bereits weit vor Roubaix. 65 Kilometer vor dem Ziel suchte Politt die Offensive und fuhr in einer Dreiergruppe mit Gilbert und Landsmann Rüdiger Selig weg. Zehn Kilometer später forcierte der Slowake Sagan die Verfolgung. Es blieb eine sechsköpfige Gruppe übrig, die den Vorsprung stetig ausbaute.

Eine Woche nach Paris-Roubaix steht am kommenden Sonntag mit dem Amstel Gold Race der nächste Klassiker auf dem Programm. Das Rennen bei Maastricht mit dem berühmten Cauberg ist der Auftakt der hügeligen Ardennen-Woche: Anschließend folgen die „Flèche Wallonne“ und Lüttich-Bastogne-Lüttich. Letzteres Rennen, der älteste Klassiker überhaupt, endet in diesem Jahr wieder in der Innenstadt von Lüttich. (dpa/cre)

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