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Thibaut Courtois: Leistung, große Klappe und eine pikante Affäre

06.07.2018, Russland, Kasan: Belgiens Torwart Thibaut Courtois jubelt über den 2:1-Sieg seines Teams im Viertelfinale gegen Brasilien. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Belgiens Thibaut Courtois ist für viele Experten der beste Torhüter dieser WM. Doch nicht nur durch seine Leistung sorgt er für Schlagzeilen, sondern auch durch ungewöhnlich forsche Sprüche.

Er ist einer der Größten seiner Zunft, zu den Längsten gehört er sowieso, und eine große Klappe hat er auch noch: Alles an Thibaut Courtois scheint ungewöhnlich ausgeprägt.

Deshalb hat der belgische Nationaltorhüter bei dieser WM nahezu täglich für Schlagzeilen gesorgt. Durch sportliche Leistung, aber auch durch Läster-Attacken gegen den angeblich „Anti-Fußball“ spielenden Finalisten Frankreich oder den seiner Meinung nach zu kleinen englischen Kollegen Jordan Pickford, auf den er am Samstag im Spiel um Platz drei erneut treffen wird.

10.07.2018, Russland, St. Petersburg: Belgiens Torwart Thibaut Courtois geht mit seiner Tochter auf dem Arm über den Platz nach der 0:1-Niederlage gegen Frankreich im Halbfinale. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

2013 stand Courtois aber auch im Mittelpunkt des größten teaminternen Skandals dieser belgischen Mannschaft, der den Zusammenhalt der Goldenen Generation durchaus gefährdete. Mitspieler Kevin De Bruyne verriet in seiner Biografie, dass Courtois eine Affäre mit De Bruynes damaliger Freundin hatte. Und dass er auf Nachfrage des damaligen Trainers Marc Wilmots für einen Verbleib des Torhüters im Nationalteam plädiert habe.

„Obwohl ich immer noch nicht glauben kann, was Courtois getan hat, arbeiten wir weiterhin professionell zusammen“, schrieb De Bruyne: „Der Trainer fragte mich, ob er das Team verlassen soll. Ich glaube nicht, dass ich das Recht hatte, zu sagen, dass er nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen darf, weil er etwas falsch gemacht hat. Er bleibt natürlich ein guter Torhüter. Also sagte ich, dass er bleiben könnte.“

Der Lautsprecher der Roten Teufel

Courtois und De Bruyne spielen auch fünf Jahre später noch zusammen im Nationalteam. Die beiden waren bei der WM in Russland zusammen mit Eden Hazard die stärksten Belgier und hatten großen Anteil am Einzug ins Halbfinale.

Doch abseits des Feldes könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Während De Bruyne, inzwischen längst mit einer anderen Frau verheiratet und Vater, leise und schüchtern daherkommt, ist Courtois der absolute Lautsprecher des Teams.

Als gefragter Gesprächspartner vor und nach jedem Spiel geht der 1,99 Meter große Keeper des FC Chelsea, dessen Schwester Valérie in der Saison 2016/17 für den Volleyball-Bundesligisten Dresdner SC spielte, keiner Frage aus dem Weg. Er gibt dabei erfreulich wenige Phrasen von sich und eckt dadurch eben auch mal kräftig an.

10.07.2018, Russland, St. Petersburg: Torwart Thibaut Courtois aus Belgien (l) in Aktion mit Olivier Giroud aus Frankreich (M). Foto: Martin Meissner/AP/dpa

Nach dem 1:0 gegen England in der Vorrunde spottete er über den Kollegen Pickford. „Ich hätte ihn gehalten“, hatte Courtois behauptet: „Er ist eben zehn Zentimeter kleiner als ich. Er hatte zu viel zu tun, seine Beine in die Luft zu werfen.“

Nachdem Pickford im Achtelfinale gegen Kolumbien zum Helden im Elfmeterschießen wurde, sagte sein Trainer Gareth Southgate ironisch: „Ich bin überrascht, wie er das mit seiner Körpergröße geschafft hat.“

Am Dienstag ließ Courtois seinen Frust gleich am ganzen gegnerischen Team ab. „Frankreich spielt Anti-Fußball“, schimpfte der 26-Jährige nach der 0:1-Niederlage im Halbfinale: „Ich wäre lieber gegen Brasilien rausgeflogen. Die wollten wenigstens Fußball spielen.“ Dass die Franzosen im Finale stehen, sei „schlecht für den Fußball“.

Wer so forsch ist, muss auch Leistung zeigen. Und das tut Courtois unbestritten. Als er in der Nachspielzeit des Viertelfinals gegen Brasilien (2:1) einen Schuss von Neymar aus dem Winkel fischte, bejubelte ZDF-Experte Oliver Kahn ungewohnt euphorisch „die Überhand“ und adelte Courtois zum besten Torhüter der WM.

Und Brasiliens Nationalcoach Tite antwortete auf die Frage, ob Hazard oder De Bruyne entscheidend für das Aus des Rekordweltmeisters gewesen sei: „Für mich hat Courtois den Ausschlag gegeben.“ (dpa)

  1. Über das Intimleben der Nationalspieler zu berichten, ist niveaulos. Mich interessiert nur, was sie sportlich leisten. Was sie in ihrem Schlafzimmer (oder wo auch immer) machen und mit wem sie etwas machen oder nicht, interessiert mich nicht, so lange es legal ist. Es sei den, es findet auf dem Spielfeld statt :)

    • Mischutka

      Ja „AchGott“ …. nun stelle dir einmal vor, „es“ würde alles auf dem Spielfeld „passieren“….. Dann müsste evtl. vor jeder Fußballübertragung der Hinweis eingeblendet werden „Dieses Fußballspiel kann jugendgefährend sein – bitte entfernen Sie alle Minderjährigen aus dem TV-Zimmer“ und in den Berichten nach den Spielen würde man in der Presse lesen (müssen) : „Dieser Spielbericht ist für Jugendliche nicht geeignet“……
      Übrigens : was die „privat“ machen interessiert mich auch nicht. Die können von mir aus die ganze Nacht über dieses „Bäng-Gäng“ (oder so ähnlich) veranstalten – solange die ihre Pflicht tun als Spieler, wofür die ja auch bezahlt werden…. Der „Herr“ Ronaldo hat ja auch so ein „Hobby“ … er soll ja sehr viele Kinder mit „zahlreichen“ Damen haben. (Konnte man öfters lesen). Für die ganzen Alimente die er bezahlen muss…. ist er schon „verpflichtet“ schon mal den Verein zu wechseln…. (☺). Er soll ja auch gesagt haben, nur DESHALB sei er so gut auf dem Platz….. (ich war nicht dabei, habe es nur gelesen)..

      • @ Mischutka
        Würde die neue Aktivitätsform aber nicht ganz neue Zuschauerschichten erschließen? Würde Mitmachfußball im Kehrwegstadion nicht die Kasse der KAS Eupen prall füllen? Die Preise für die Übertragungsrechte würden explodieren! „Manndeckung“ würde eine ganz neue Bedeutung erlangen! Keiner würde mehr ins Abseits geraten!

  2. German angst

    Leider hat er einen Ball zu wenig gehalten.Vielleicht hätte Pickford, mit seinen kürzeren Armen, den Ball gehabt ;-)
    Trotz allem hat er mich in diesem Turnier zum ersten Mal überzeugt.

    Da Wilmots im rtikel erwähnt wird.
    Interessant fände ich zu hören, was Wilmots über den Verlauf der WM denkt.

  3. Dass Courtois über den englischen Keeper gelästert haben soll, ist längst dementiert worden. Das war die Interpretation eines Journalisten. Und dass OD über das Privatleben eines Spielers berichtet, ist völlig deplaziert. Übrigens ist das schon ewig her und total irrelevant.

  4. Peter Müller

    Das gute Fussballer nicht immer viel in der Birne haben, sieht man unter anderem an ihm, und zwei drei anderen Leute, die nach einer Niederlage, über den Gegner hergezogen haben. Wenn Sie nicht in der Lage sind, dass Sportlich zu regeln, sollte man den Mund halten.

  5. Peter Müller

    Nun finde ich es erst mal vermessen, bei wunderbaren Kickern wie Mbappé und Griezmann sowie bisher elf WM-Toren von „Anti-Fußball“ zu sprechen. Außerdem klingt das doch eher nach schlechtem Verlierer. Natürlich sieht jeder Fan lieber ein 4:3 (so hat Frankreich übrigens gegen Argentinien im Achtelfinale gewonnen) statt ein 1:0 wie gegen Belgien. Aber Frankreich hatte 19 Torschüsse, Belgien nur neun. Noch Fragen

  6. Courtois hat sich für seinen verbalen Angriff gegen die Franzosen entschuldigt: „La France a tout fait pour qu’on ne puisse pas jouer notre jeu. Griezmann a raison de dire que le plus important, c’est de gagner. J’ai peut-être réagi un peu trop fort, je suis désolé », a-t-il déclaré au micro de beIN Sports.

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