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Vor genau 100 Jahren gewannen die Roten Teufel ihren einzigen Titel: Fußball-Olympiasieger in Antwerpen

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1920 in Antwerpen am 20. April 1920 im Olympiastadion (dem heutigen Stadion von Beerschot). Foto: Belga

Der dritte Platz bei der Fußball-WM 2018 in Russland wird als der größte Erfolg der belgischen Nationalelf angesehen, vor dem 2. Platz bei der EM 1980 in Italien und dem 3. Platz bei der EM 1970 im eigenen Land. Ganz richtig ist das nicht, denn vor genau 100 Jahren gewannen die Roten Teufel bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen die Goldmedaille.

Es war die 7. Olympiade insgesamt, aber die erste nach dem Ersten Weltkrieg, der Belgien stark verwüstet hatte. Die belgische Stadt erhielt den Zuschlag gegenüber Amsterdam, Atlanta, Budapest, Cleveland, Havanna, Lyon und Philadelphia.

In Antwerpen wurde erstmals die olympische Fahne eingesetzt. Bei der Eröffnungsfeier am 20. April 1920 wurde erstmals der olympische Eid von einem Athleten (dem belgischen Fechter Victor Boin) gesprochen. Offiziell eröffnet wurden die Spiele durch den damaligen belgischen König Albert I. Die Schlussfeier fand am 12. September 1920 statt.

Die Mannschaft, die 1920 den Olympiasieg schaffte (v. l. n. r.): stehend Swartenbroeks, Fierens, Hanse, De Bie, Musch, Verbeeck; kniend Van Hege, Coppée, Bragard, Larnoe, Bastin. Foto: Wikipedia

Dass die Olympischen Spiele im völlig zerstörten Belgien, dem hauptleidtragenden Land des Ersten Weltkrieges, überhaupt stattfinden konnten, ist vor allem dem Amerikaner Gustavus T. Kirby zu verdanken, der als Verantwortlicher für die Versorgung Belgiens den Olympischen Spielen erste Priorität einräumte.

Das Olympiastadion von 1920 gibt es heute noch, denn es ist das im Antwerpener Stadtteil Kiel gelegene Stadion von Erstligist Beerschot, das natürlich in der Folge mehrmals modernisiert wurde.

Die olympische Leichtathletik erlebte in Antwerpen die Geburt eines Idols: Der Finne Paavo Nurmi gewinnt seine ersten drei Goldmedaillen.

Das Endspiel des olympischen Fußballturniers fand am 2. September 1920 im Olympiastadion zwischen Gastgeber Belgien und der Tschechoslowakei statt. Die Begegnung wurde allerdings in der 39. Spielminute abgebrochen, nachdem die tschechoslowakischen Spieler aus Protest gegen einige Entscheidungen des Schiedsrichters den Platz verlassen hatten.

Belgien lag zu diesem Zeitpunkt 2:0 in Führung und wurde später zum Olympiasieger erklärt. Robert Coppée und Henri Larnoe hatten in der 6. bzw. 30. Minute getroffen.

Belgien hatte in der ersten Runde ein Freilos und schlug im Viertelfinale die Spanier mit dem damals 19-jährigen kommenden Torwartstar Ricardo Zamora. Im Halbfinale besiegten die Belgier den Nachbarn Niederlande mit 3:0. (cre/wikipedia)

Nachfolgend ein Tweet der FIFA mit einigen Fotos vom Fußballturnier bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen:

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