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AS-Trainer Makélélé sprach als Gast von „La Tribune“ über seine große Spielerkarriere und seine Mission in Eupen

Einige Teilnehmer der Runde in der Sendung „La Tribune“ (v.l.n.r.): Stephan Streker, Claude Makélélé, Philippe Albert und Rodrigo Beenkens. Foto: Screenshot La Deux

Claude Makélélé, Trainer von Fußball-Erstligist AS Eupen, war am Montagabend Studiogast der bekannten TV-Sendung „La Tribune“ der RTBF, in der jede Woche Fußball-Experten, Profis und Trainer den aktuellen Spieltag in der höchsten belgischen Spielklasse analysieren.

Wie sich allerdings erst am Ende des Gesprächs herausstellte, hatten RTBF-Sportchef Michel Lecomte und Co-Moderator Benjamin Deceuninck in der Vergangenheit schon öfter den 71-maligen französischen Nationalspieler in die Sendung eingeladen, seitdem dieser im November 2017 ziemlich überraschend Trainer der AS Eupen wurde. Immer wieder hatte Makélélé den Verantwortlichen der Sendung „La Tribune“ eine Absage erteilt, für diesen Montag bekamen sie von ihm endlich eine Zusage.

Zidanes Ausraster im WM-Finale 2006

Stephan Streker, einer der Fußballexperten bei „La Tribune“, vermutete gleich zu Beginn, dass wahrscheinlich kein anderer Gast bisher eine derart große Spielerkarriere aufzuweisen habe wie Makélélé.

So stand denn auch zunächst die aktive Laufbahn des heute 45-jährigen Franzosen im Mittelpunkt. Vom FC Nantes über Marseille, Celta Vigo, Real Madrid und Chelsea zu Paris Saint-Germain. Mit Real Madrid gewann er 2002 die Champions League.

AS-Trainer Claude Makélélé als Gast am Montagabend in „La Tribune“. Foto: Screenshot La Deux

Seine Zeit in der „Équipe Tricolore“ kam ebenfalls zur Sprache, insbesondere dieses WM-Finale 2006 in Berlin gegen Italien, das Frankreich nach Meinung von Makélélé gewonnen hätte, wäre da nicht Superstar Zidane in der Verlängerung gegen den Italiener Materazzi ausgerastet. So kam es zum Elfmeterschießen, das die Italiener gewannen.

Was seine Trainerkarriere betrifft, so räumte Makélélé ein, dass dies schon ein schwerer Beruf sei und er sich momentan in Eupen sehr wohl fühle, zumal er es hier mit vielen jungen Spielern zu tun habe. „Die AS Eupen gibt mir die Möglichkeit, meinen Job als Coach nach meinen Vorstellungen zu gestalten.“

Weshalb er vorher als Trainer von Bastia nicht erfolgreich gewesen sei, wollte Sportchef Lecomte von seinem Gast wissen. Makélélé antwortete, in Bastia habe er die Erfahrung machen müssen, dass für einen Trainer die Wahrheit nicht immer auf dem Platz liege, sondern das Umfeld in einem Club genauso wichtig sei. Und in Bastia habe er nicht alles, was um ihn herum ablief, überschauen können, dafür aber habe er viel gelernt.

Claudes Vater André-Joseph spielte in Belgien

In der Sendung wurde Makélélé mit den Namen großer Trainer konfrontiert, mit denen er als Spieler zu tun hatte. Übrigens wurde bekannt, dass sein Vater, André-Joseph Makélélé, der mit Zaire (heute Demokratische Republik Kongo) die WM 1974 in Deutschland bestritt, seinerzeit in Belgien Fußball gespielt hat.

Während dieser Zeit wurde Söhnchen Claude in der Hauptstadt Kinshasa von seiner Mutter und seiner Großmutter großgezogen. Aus dem kleinen Claude hätte also auch später ein belgischer Staatsbürger werden können. „Mein Vater war immer mein Mentor, und er ist es auch noch heute“, sagte Makélélé.

RTBF-Sportchef Michel Lecomte (links) und AS-Trainer Claude Makélélé. Foto: Screenshot La Deux

Was die AS Eupen betrifft, so wurde über das letzte Spiel am Sonntag bei AA Gent gesprochen, so zum Beispiel über den Platzverweis des Eupener Spielers Marreh. Makélélé hätte sich gewünscht, wenn es der Schiedsrichter aufgrund der Tatsache, dass seine Entscheidung falsch war, bei einer letzten Ermahnung belassen hätte.

Lobend äußerte sich der Coach über seinen Trainerstaff in Eupen sowie über Spieler wie Alessio Castro Montes, der in Gent als Rechtsverteidiger eingesetzt wurde und ein sehr gutes Spiel lieferte, Rocky Bushiri, der ein großes Entwicklungspotenzial habe, und Luis Garcia, der für die jungen Spieler ein Vorbild sei.

Die beiden Fragen von RTBF-Sportreporter Rodrigo Beenkens, ob er den Präsidenten der AS Eupen, Tariq A. Al Naama, schon einmal getroffen habe und ob er inzwischen Deutsch spreche, musste Makélélé beide mit Nein beantworten.

Derweil sagten die anwesenden Sportjournalisten, nirgendwo in Belgien würden die Sportreporter so gut empfangen wie in Eupen. Und auf die Frage, ob er nach wie vor an das Projekt von Aspire in Eupen glaube, meinte der AS-Trainer: „Ja, insofern man mir weiterhin die Möglichkeit gibt, dieses Projekt nach meinen Vorstellungen mitzugestalten.“

Abschließend versprach der Franzose, dass die RTBF beim nächsten Mal nicht mehr so lange werde warten müssen, wenn man ihn frage, als Gast in die Sendung zu kommen. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

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