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AS Eupen kann nach 4:1-Sieg gegen Schlusslicht Lokeren für eine weitere Saison im Oberhaus planen

19/01/2019, Eupen: Mamadou Fall (Mitte, Nr. 70) erzielt das 1:0 für die AS Eupen. Lokerens Torwart Ortwin De Wolf (r) und Ari Skulason (Nr. 6) haben das Nachsehen. Foto: Belga

Die AS Eupen hat den Klassenerhalt so gut wie geschafft. Die Schwarz-Weißen besiegten am Samstag Lokeren 4:1 und haben damit 14 Punkte Vorsprung auf das Schlusslicht.

Auf Eupener Seite war vor dem Anpfiff allen klar, dass man mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten praktisch gerettet sein würde. Man wusste aber auch im Lager der Schwarz-Weißen, dass der SC Lokeren nicht unbedingt eine Mannschaft ist, die den Eupenern liegt. Von den 11 Begegnungen, die es bisher in der ersten Liga zwischen beiden Teams gab, konnte Lokeren sechs gewinnen, davon die drei letzten.

Claude Makélélé ließ den tunesischen Neuzugang Youssef Msakni zunächst auf der Bank. Die Startelf der AS: Van Crombrugge – Castro Montes, Bushiri, Blondelle, Gnaka – Garcia, Marreh – Fall, Milicevic, Keita – Toyokawa.

Zwei Tore in drei Minuten: Eupens Abwehrspieler Siebe Blondelle. Foto: Belga

Im „Gefrierschrank“ Kehrweg-Stadion hatten sich nicht viele mutige Zuschauer eingefunden. Die äußeren Bedingungen waren natürlich ganz andere als in Doha, wo die Eupener ihr Winterquartier hatten.

Die AS erwischte einen Traumstart, denn nach einer starken Vorarbeit von Keita auf dem linken Flügel stieg Fall im Strafraum höher als Lokerens Torwart De Wolf und köpfte in der 5. Minute den Ball ins Netz – 1:0. Lokeren stand jetzt mit dem Rücken zur Wand.

In der 20. Minute musste sich Torhüter De Wolf lang machen bei einem Distanzschuss von Marreh.

In der 26. Minute verhinderte Van Crombrugge erst nach einem unnötigen Ballverlust von Marreh und auch wenige Minuten später gleich zweimal den Ausgleich. Eupen spielte ein wenig mit dem Feuer. Die Taktik, Lokeren weitgehend den Ball zu überlassen und sich auf Konter zu konzentrieren, war nicht ohne Risiko.

Blondelle mit zwei Treffern in drei Minuten

Das Spiel der AS wurde mit der Zeit auch ungenauer, viel zu oft wurden Bälle einfach blind nach vorne geschlagen. In der 40. Minute aber gelang Eupen endlich noch einmal ein guter Spielzug, als Castro Montes im Strafraum klug Keita bediente, dessen Schuss von De Wolf mit den Fingerspitzen abgewehrt werden konnte, doch Toyokawa war wie immer hellwach und bugsierte den Ball über die Torlinie zum 2:0.

Lokeren war jetzt ein wenig groggy, was in der 44. Minute Toyokawa fast zu einem weiteren Tor genutzt hätte, doch diesmal konnte De Wolf den Ball zur Ecke abwehren. So blieb es beim 2:0 zur Pause.

Eupens Abwehrspieler Rocky Bushiri. Foto: Belga

Die zweite Halbzeit begann für Eupen mit einer Schrecksekunde, als nicht einmal eine Minute nach Wiederanpfiff Gnaka beim Versuch, den Ball zu Van Crombrugge zu köpfen, fast ein Eigentor erzielt hätte. Zum Glück für ihn und die AS ging der Ball an den Pfosten.

In der 58. Minute verhinderte Lokerens Torhüter De Wolf erst vor Fall und dann vor Milicevic einen weiteren Gegentreffer, der aber nach dem folgenden Eckball dann doch fiel. Blondelle gelang das 3:0 in der 59. Minute. Und kaum zu glauben: Nur zwei Minuten später erzielte Blondelle ein weiteres Tor, diesmal per Kopf – 4:0.

Die AS war danach etwas zu euphorisch, denn in der 66. Minute erzielte der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte Reznicek nach einer Unkonzentriertheit des zweifachen Torschützen Blondelle ein Tor für Lokeren – 4:1. Ging hier doch noch was für die Gäste?

Es ging jedenfalls nicht mehr viel für Lokeren. Makélélé wechselte in der 85. Minute mit Pollet und Msakni zwei frische Stürmer ein. Sowohl Lokeren als auch Eupen hatten noch einige heiße Szenen. Pollet hatte zwei gute und sogar eine hundertprozentige Möglichkeit, aber dem ehemaligen Stürmer von Charleroi will in Eupen bisher einfach nichts gelingen.

Es blieb beim 4:1-Sieg für die AS Eupen, die damit für eine weitere Saison im Oberhaus planen kann. Die Schwarz-Weißen können rein theoretisch (!) sogar noch im Kampf um Platz 6 und die Teilnahme an den Playoffs I ein Wörtchen mitreden, denn der Rückstand auf den Sechsten Sint-Truiden beträgt nur 5 Punkte. Und es bleiben noch acht Spiele in der regulären Meisterschaft zu bestreiten. (cre)

Zum Thema siehe auch folgenden Artikel auf OD:

10 Antworten auf “AS Eupen kann nach 4:1-Sieg gegen Schlusslicht Lokeren für eine weitere Saison im Oberhaus planen”

  1. Jetzt schon nach 22 Spieltagen 1 Punkt mehr als letzte Saison nach 30 Spielen. Da kann nichts mehr anbrennen. An Platz 6 glaube ich nicht, aber bei 5 Punkten Rückstand auf Platz 6 ist nichts unmöglich. Man kann es sich ja zum Ziel setzen. Wenn es dann nur für die Play-Offs 2 reicht, ist das auch okay.

  2. Beobachter

    Zwei Spieler tun mir Leid. Der Torwart von Lokeren bei den Treffern der AS und Pollet von der KAS Eupen. Schlage vor, ihm eine Abfindung zu zahlen und nicht mehr aufzustellen. Der Wille ist vielleicht da aber die Qualität für die D1 bei weitem nicht. Vielleicht wäre dies eine Erlösung für ihn.
    Ansonsten finde ich, dass die Mannschaft doch stärker geworden ist und bei einem guten neuen Torwart für die nächste Saison (falls HVC transferiert wird) und einem guten Ersatz für Garcia die KAS noch einige Jahre in der D1 spielen könnte.

  3. Eupenerin

    Das war ein Bomben Spiel Klasse ,die Jungs haben ihr bestes gegeben ,nur der Pollet den kannste vergessen 😡zu hoch ,daneben 😢. Aber wenn HVC WEG GEHEN SOLLTE 😢was der Mann leistet das muss ne andere noch bringen ,Wahnsinn. Also war ein tolles Spiel ⚽⚽⚽

  4. Fantastisch! Gutes Spiel. Alle wichtigen Spiele gewonnen. Aber Pollet ist so tollpatschig dass er einem leid tut.
    Die 10 Minuten wo der tunesische Neugang gespielt hat haben mich überzeugt. Mit ihm kann man auf jeden Fall die Play off 1 im Auge halten

  5. Sehr gute Leistung. Castro Montes top. Fall mit enormen Laufvermoegen. Und Mskani wird der Knaller wenn er fit ist. Das sah man in den wenigen Minuten die er gespielt hat. Jetzt nur nicht abheben und konzentriert bleiben. Dann wird es noch interessant….

  6. Fritz K.

    Nicht besonders schön gespielt ,aber effektiv. Das sollte der Klassenerhalt wohl sein. Bester Spieler Castro Montez, der sich in dieser Form für andere Vereine interessant macht. Unbedingt in Eupen halten. Die ganze Abwehr hat solide und abgeklärt gegen einen bemühten,nie aufsteckenden Gegner verteidigt und Blondelle macht sogar noch 2 Tore. Wo war Amani ? Er ist doch wesentlich kreativer als ein sich versteckender Milicivic. Und schon wieder wird die Eisenbahnschiene aus der Beziksliga (Pollet) eingewechselt und verdaddelt in 10 Minuten 2 hundertprozentige. Was hat Makalele nur an diesem Spieler gefressen? Msakni hat in den letzten 15 Minuten sein Können aufblitzen lassen.

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