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Belgischer Arzt: „Es wird die Woche der Wahrheit sein“

25.03.2020, Belgien, Lüttich: Medizinisches Personal arbeitet auf der „Coronavirus-Einheit“ des CHU-Krankenhauses. Foto: Pool Olivier Hoslet/BELGA/dpa

Geert Meyfroidt, Arzt an der Uniklinik Löwen (UZ Leuven) und Präsident der belgischen Gesellschaft für Intensivmedizin, ist der Ansicht, dass diese Woche entscheidend für das Fortschreiten der Coronavirus-Epidemie in Belgien sein dürfte, wobei der Höhepunkt Anfang April erwartet wird.

Das UZ Leuven ist nach eigenen Angaben das größte Krankenhaus in Belgien und eine der größten und renommiertesten Universitätskliniken Europas. Im Juli 2010 erhielt das UZ Leuven als erstes belgisches Krankenhaus das Qualitätssiegel der Joint Commission International.

„Es wird die Woche der Wahrheit sein“, wurde Meyfroidt von den Zeitungen der Verlagsgruppe Sudpresse zitiert.

Der Arzt ist immer noch sehr vorsichtig in Bezug auf eine mögliche Verbesserung der Epidemiesituation in Belgien. „Es ist sehr schwierig. Überall in Belgien sehen wir, dass sich die Kurve etwas verlangsamt, dass das Wachstum langsamer ist. Das gibt Hoffnung, aber keine Gewissheit.“

25.03.2020, Belgien, Lüttich: Ein älterer Mann sitzt in einem Rollstuhl in einem Korridor des CHU-Krankenhauses, während Mitglieder des medizinischen Personals in seine Richtung gehen. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa

Die zuverlässigsten Modelle sagen laut Meyfroidt einen Höhepunkt Anfang April voraus. „Deshalb wird diese Woche entscheidend sein, um zu sehen, ob wir unsere Kapazität weiter erhöhen müssen.“

Geert Meyfroidt ging auch auf die Verfügbarkeit von Intensivbetten ein. „In ganz Belgien gibt es noch viel Platz. Aber es gibt Regionen, in denen es lokale Epidemien gibt und in denen die Krankenhäuser eine unverhältnismäßig hohe Zahl von Patienten aufnehmen“, fügte der Arzt hinzu und bezog sich dabei insbesondere auf die Situation in der Provinz Limburg. „Die Provinz ist überfüllt. In Limburg beginnt man damit, Patienten in die Nachbarprovinz Flämisch-Brabant nach Diest, Tienen und Löwen zu schicken. Deshalb gab es in Löwen einen raschen Anstieg.“

Im ganzen Land befinden sich derzeit 867 Coronavirus-Patienten auf der Intensivstation. (cre)

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