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Armin Laschets Absturz: Nicht Bundeskanzler, nicht mehr Ministerpräsident und bald auch nicht mehr CDU-Chef

24.09.2021, Bayern, München: Beim offiziellen Wahlkampfabschluss von CDU und CSU in der Festhalle am Nockherberg hält Armin Laschet, Kanzlerkandidat der Union, CDU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, auf der Bühne ein Lebkuchenherz mit der Zuckerguss-Aufschrift "Kanzler für Deutschland". Foto: Sven Hoppe/dpa

Für Armin Laschet ging es eine Zeitlang nur steil nach oben. Mit seiner krachenden Niederlage bei der Wahl eines neuen Bundestages hat der Aachener fast alles verloren.

Am Montagmorgen hat Armin Laschet sein Amt als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident niedergelegt. Landtagspräsident André Kuper überreichte dem künftigen Bundestagsabgeordneten dessen Urkunde über die Amtsbeendigung.

Laschet bleibt zunächst geschäftsführend im Amt. Sobald sich am Dienstag der neue Bundestag konstituiert hat, wird sein Stellvertreter, der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP), für voraussichtlich einen Tag die Leitung der Amtsgeschäfte übernehmen.

25.10.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, geht im Landtag zum Büro des Landtagspräsidenten, um sein Amt als Ministerpräsident niederzulegen. Foto: Marius Becker/dpa

Am Mittwoch soll dann Hendrik Wüst (CDU) in einer Sondersitzung des Landtags zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden.

Die Abfolge der Ereignisse wird in weiten Teilen durch die Landesverfassung bestimmt. So darf ein Bundestagsabgeordneter nicht gleichzeitig Regierungsmitglied in Nordrhein-Westfalen sein. Daher scheidet Laschet in dem Moment endgültig als Ministerpräsident aus, in dem er sein Mandat in Berlin annimmt. Erlaubt bleibt ihm, weiter einfacher Abgeordneter im Düsseldorfer Landesparlament zu sein. Für eine voraussichtlich kurze Zeit wird Laschet damit Abgeordneter im Landtag und im Bundestag sein.

Am Mittwoch will Laschet bereits aus Berlin nach Düsseldorf zurückkehren, um in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter bei der geplanten Sondersitzung seine Stimme für Hendrik Wüst abzugeben. Die schwarz-gelbe Koalition hat im Landtag nur eine Stimme Mehrheit – damit kommt es auf jeden Abgeordneten an.

25.10.2021, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Präsidenten des nordrhein-westfälischen Landtags, André Kuper (l), überreicht Armin Laschet seine Urkunde über die Beendigung des Amtes als Ministerpräsident. Foto: Bernd Schälte/Landtag NRW/dpa

Laschet, der in diesem Jahr als Kanzlerkandidat der Union angetreten war, hatte bereits vor der Bundestagswahl erklärt, dass er im Fall eines Scheiterns nicht nach NRW zurückkehren werde.

Damit wurde der Höhenflug des 60-jährigen Aachener CDU-Politikers gestoppt. 2012 war Laschet Chef des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen und 2017 Ministerpräsident von NRW geworden. Und er strebte weiter nach Höherem. Das Jahr 2021 sollte ihn zum Nachfolger von Angela Merkel als Bundeskanzler küren. Er wurde Bundesvorsitzender der CDU und später auch Kanzlerkandidat.

Mit der Bundestagswahl vom 26. September 2021 folgte auf Laschets Höhenflug der tiefe Fall. Weil die CDU nach dem Debakel ihre Führungsspitze erneuern will, wird Laschet wohl spätestens  Anfang 2022 nicht einmal mehr Vorsitzender der CDU sein.

Mit Armin Laschet (CDU) ist übrigens nach 2017 mit Martin Schulz (SPD) aus Würselen ein weiterer Kanzlerkandidat aus der Aachener Region gescheitert. Einen Bundeskanzler aus der Euregio, der Ostbelgien gut kennt und der DG womöglich von großem Nutzen sein könnte, wird es so schnell nicht geben. (cre/dpa)

14 Antworten auf “Armin Laschets Absturz: Nicht Bundeskanzler, nicht mehr Ministerpräsident und bald auch nicht mehr CDU-Chef”

  1. Werner Radermacher

    Ich habe nie verstanden,dass Laschet unbedingt CDU Bundesvorsitzender und Kanzlerkandidat neben Frau Merkel werden wollte. Daran war bereits AKK gescheitert und es hätte ihn eine Warnung sein sollen. Ministerpräsident von NRW ist doch auch eine interessante und einflussreiche Position. Jetzt ist er nur noch Hinterbänkler im Bundestag, wie Martin Schulz nach den Wahlen 2017. Arnim Laschet hat sich selbst überschätzt und ist tief gefallen.

  2. Preussens Gloria

    Ich hätte es unserem Herbesthaler Jungen gegönnt. Mal ehrlich, besser als Bärbock und Co .
    Vor allem hätte er auf der Landkarte gewusst wo Ostbelgien ist. Aber mal im Ernst. Wo sind denn die Konsequenzen der CDU??? Paul Zimiak und Kollegen müssten sofort zurücktreten. Die CDU war Merkel und Sie war der personifizierte Stillstand. Jetzt muss die CDU die Konsequenzen tragen und damit leben.

  3. delegierter

    ja, ja der Armin. Denke dass er sich demnächst aus Brüssel wieder meldet.
    Dort landen sie doch alle, die großen Herrscher, die bei ihren Untertanen ausgedient haben.
    Er wird dann, wie alle Anderen vor ihm schon, irgendetwas gegen den Abbau der Bürokratie in Europa erzählen und einen neu gepolsterten Sessel verschleißen.
    Solche Leute stürzen nicht ab, sie fallen bergauf.

  4. Robin Wood

    Laschet hat einfach nicht das Format für einen Kanzler. Dafür ist er zu sehr Merkels Mitläufer gewesen, hat sein Fähnchen oft nach dem Wind gedreht und das haben die Wähler wohl auch abgestraft, ebenso wie sein Grinsen während der Hochwasserkatastrophe.
    Aber er wird wohl bald was am Futtertrog EU finden.

    Scholz mit Wirecard-Affäre im Nacken ist als Kanzler ein Skandal. Aber wieso sollte es in D anders als in B sein?
    Baerbock ist auch nicht geeignet. Die grünen Vorstellungen sind nicht umzusetzen, zahlen muss am Ende der Steuerzahler, der eh schon – genau wie bei uns – ausgequetscht wird wie eine Zitrone.
    Aber da kein anderer Kandidat zur Wahl stand… wäre Laschet vielleicht doch der bessere Kanzler geworden.

  5. Frankenbernd

    Sorry, aber der Laschet ist echt ne Zumutung. Der wurde nur NRW MP weil die Kraft seinerzeit den Laden so richtig in den Graben gefahren hat. Da haette jeder von der CDU kommen koennen, nur Armin war zur rechten Zeit am rechten Ort.

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