Gesellschaft

Anti-Atom-Protest: 90 km lange Menschenkette von Tihange über Lüttich und Maastricht bis Aachen

Aktionen gegen das AKW Tihange gab es schon mehrere, zum Beispiel diese Laser-Protestaktion deutscher Atomkraftgegner Ende September 2016 in Tihange. Foto: epa

Die Initiative „Stop Tihange“ lässt nicht locker. Sie plant einen Anti-Atom-Protest durch drei Länder. Zigtausend Menschen sollen sich im Juni 2017 zu einer 90 km langen Kette formieren.

Die Menschenkette startet am 25. Juni vom umstrittenen Atomkraftwerk Tihange über Lüttich und Maastricht bis nach Aachen. Es wäre die bis dahin größte Protestaktion gegen die Reaktoren, sagte der Sprecher des Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie, Jörg Schellenberg, nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Mit der Protestaktion unter dem Namen „Kettenreaktion“ fordern die Teilnehmer ein sofortiges Abschalten des AKW Tihange. Wegen tausender kleiner Risse in den Reaktorbehältern sind deutsche Experten nicht sicher, ob die Meiler bei Störfällen sicher sind. Gegen den Betrieb hat sich eine Allianz aus 90 Kommunen an der Grenze formiert.

Der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (Bildmitte) enthüllt Ende November 2016 in Aachen eine interaktive Zählsäule, an der das umstrittene belgische Atomkraftwerk in Tihange symbolisch ausgeschaltet werden kann. Foto: dpa

Zu der Menschenkette können sich Gruppen wie Vereine, Schulen oder Politiker per Internet anmelden. Die sollen dann mit anderen Gruppen jenseits der Grenzen zusammengebracht werden. Im Protest gebe es keine nationalen Grenzen.

„Die Grenzen laufen nur zwischen den Profiteuren und den potenziellen Opfern“, sagte Schellenberg. Der Aufwand sei enorm und werde nur mit Spenden finanziert.

Im Aachener Raum hat es in den vergangenen anderthalb Jahren schon viele Formen von Protest gegen das AKW Tihange gegeben sowie Gerichtsklagen.

Die bisher größte Protestaktion von Bürgern hatte es im vergangenen Jahr bei einem Fußballspiel auf dem Aachener Tivoli mit 21.000 Zuschauern gegeben. (cre)

  1. Wahl, Joachim

    Auf der internetseite des „Vereins“ findet man folgendes zu einem Termin in Antwerpen im März.:
    Wir fordern:
    „1.Schließung der Atomreaktoren in Doel und Tihange
    2.100 % erneuerbare und bezahlbare Energie
    3.Ein sozialer Übergang: menschenwürdige Arbeit für alle 65.000 Angestellten im Hafengebiet“
    Den 1ten Punkt könnte man ja noch als realistisch betrachten, der 2te zeigt aber mit voller Härte, in welchem Wolkenkukucksheim sich die Weltenretter befinden. Das gilt auch für die Drei oben an der Tanksäule. Wieso 65.000 Angestellte menschenunwürdig arbeiten müssen, entzieht sich meiner Kenntnis.

    • ?_?_?_?_?_?

      @ Pensionierter Bauer @

      Schon immer meinten die Deutschen in Belgien reinkommen zu müssen. Mal der Wilhelm, mal die Nazis und jetzt die Ökospinner.

      Die Hoffnung stirbt als Letzter !
      Vielleicht werden dann die ganzen Schlaglochpisten durch Landstraßen ersetzt !

    • Anti-Bau-Er

      Als Bauer kannst Du dann aber nur noch
      kleine oder verstrahlte Kartoffeln ernten.
      Ökos mit Nazis zu vergleichen ist wie Äpfel mit Kartoffeln gleichzusetzen.
      Bauer kauf Dir mal ein Fernseher oder zumindestens ein Radio

  2. Wenn man eine Durchschnittsgrösse von 1.75m annimmt und die Überlappung der Hände in Betracht zieht, dann ist eine Person in der Schlange ungefähr 1.6m Wert, und dass mit komplett ausgestreckten Armen. Für die 90km bräuchte man ~56250 Leute. Wenn man die Arme hängen lässt, dann könnte man eher von 1.3m ausgehen, und dann werden es schon ~69230 Leute. Mal ganz abgesehen von dem Theater, eine solche Anzahl Leute über solch einer Distanz zu organisieren.

    Die Initiatoren scheinen wohl ganz mild optimistisch angehaucht zu sein.

  3. Die Menschen, die in tihange, arbeiten sind geschulte Leute.Wir brauchen hier keine deutschen klugscheißer .Möchte mal erleben wenn hier mal ein blackout stattfindet was denn hier los , wäre von Windkraft Anlagen und sonnen Energie kommt zu wenig Strom .Also bin dafür neue Kraftwerke zu bauen .Von mir aus auch gaskraftwerke bei Strom Ausfälle würden auf Dauer viele Arbeitsplätze verloren gehen das sollte mann bedenken .Menschenketten produzieren kein Strom .

    • Guido Scholzen

      erstenß:
      @ trittbrettfahrer
      wO DU HABEN DOITSCH gerlent?!
      da isch Humor-fähn bin und bald fuenftte Yaareszait ist, kommt dieser komentarr wie geruhfen!
      tihange, alaaf.

      zweitens:
      der zweite punkt der anti-atom-aktivisten „100 % erneuerbare und bezahlbare Energie“ sollen die zuerst mal selber in die tat umsetzen. die meisten demonstranten werden mit dem PKW antanzen. einfach lächerlich.

  4. Anonymous

    Vielleicht sollte dieses Aktionsbündnis beim deutschen Energieministerium einen Deal aushandeln, der es Belgien ermöglichen würde, das von Tihange und Doel produzierte Stromvolumen als Ökostrom in Deutschland einzukaufen, und zwar zum gleichen Preis pro MW wie der in den AKWs produzierte Strom.

  5. Mischutka

    Ich glaube irgendwo gelesen zu haben, der Donald aus den USA soll nach Belgien kommen…. So im Mai. Es könnte ja sein, daß der den Demonstranten kurz und einfach Einreiseverbot erteilt. Der ist ja geübt darin. Und der Wladimir aus Moskau kommt mit seinem Militärgedöns um die Straßen zu sperren. Und wenn sich jemand daneben benimmt, kümmert sich der Kung-Bumm-Päng aus Korea darum…. Der „Weh-Dee-Är“ läuft jetzt schon auf Hochtouren….. Und was machen die Teilnehmer denn alle, wenn im Moment der Demo so ein schweres Sommergewitter mit Sturm und Hagel ……. ?
    MfG.

  6. @Dax:
    Kann man denn ein AKW anbieten,das WIRKLICH!!!!! sicher ist????
    Es wird wenigstens versucht eine Alternative zu AKW herzustellen,obs der richtige Weg ist sei dahingestellt.
    Aber die AKW-Lobby schreit alle Versuche der Veränderung mit billigen Parolen nieder,ohne selbst ein SICHERES Konzept anzubieten,geschweige denn es überhaupt zu wollen…

    • Glauben Sie denn Sie steigen in einen Zug ein der WIRKLICH!!!! sicher ist? Oder in einen solchen Bus, oder Flugzeug, oder Taxi…. Ein Risiko Null gibt es nicht, nur eine Abwägung zwischen Risiko und Nutzen. Und da schneiden die KKW gut ab. Versorgungssicher und preiswert bei geringem Anlagenrisiko erlaubt diese Technologie einen großen Mehrwert für die Gesellschaft der sich auch in einem höheren Lebensstandard und Lebenserwartung ausdrückt. Wer diese Gesellschaft kaputt machen will, muss das natürlich dämonisieren:
      Beispiel:
      Hendrik Sander, Buch: Auf dem Weg zum grünen Kapitalismus. Die Energiewende nach Fukushima
      … Sander sieht in seinem Fazit „keine Kräfte im integralen Staat, die willens und in der Lage wären, eine Transformation in Richtung eines grünen Kapitalismus in der deutschen Energiewende anzuführen“ (263). Abschließend beschreibt er daher „Strategien für einen grünen Sozialismus“ (273). Der Politologe betont am Ende, dass er sich neben den wissenschaftlichen Kriterien in seiner Arbeit auch Zielen wie dem „grundlegenden sozialen, ökologischen und demokratischen Umbau der deutschen Energieversorgung sowie [… der] Entwicklung einer emanzipatorischen, postkapitalistischen Gesellschaft“ „parteilich“ (322) verpflichtet fühle.
      Gefördert wurde Sanders Arbeit durch Stipendien der Hans Böckler und der FAZITStiftung. Das Buch ist als erster Band der Reihe „Kritische Wissenschaft“ erschienen.
      ….

        • Sie haben recht, der Vergleich hinkt, die Opferzahlen im Verkehr sind um 10er Potenzen höher als durch die Nutzung der Kernkraft. Trotzdem möchte ich nicht wieder reiten statt Auto fahren….

      • Versorgungssicher und preiswert bei geringem ,,,,,,,,,

        @ Dax

        Preiswert wohl nur weil der deutsche Steuerzahler die Kosten für die Renaturierung des Uranabbaus in Deutschland trägt. Wer bezahlt wohl für die Entsorgung des strahlenden Mülls in Belgien? Die Konzerne ja wohl nicht.
        Wer bezahlt wenn irgendwas ernsthaftes passiert ist dann ja nicht mehr unser Problem.

            • Und?
              http://www.spektrum.de/news/ewigkeitskosten-wasser-pumpen-bis-in-alle-ewigkeit-spektrum-de/1222444
              ….
              Sollte die Stiftung die Ewigkeitslasten nicht packen, müssten die Bergbauländer Saarland und Nordrhein-Westfalen sowie die Bundesrepublik Deutschland bei den geschätzten Dauerlasten von 220 Millionen Euro im Jahr einspringen.
              ….
              Bergbauschäden sind so alt wie der Bergbau selbst. Deswegen will ich trotzdem nicht wieder auf den Bäumen leben. Da können die grünen Affen unter sich bleiben…
              http://static.dradiowissen.de/editorial/Einhundert/20150529_hambacher-forst_banner.jpg

              • @ Dax

                Die geschätzten Daukerkosten von 220 Mio p.A. werden aus den Erträgen und Zinsen des Stiftungsvermögens getragen. D.h. auf absehbare Zeit sind diese Kosten gedeckt ohne das Stiftungsvermögen anzugreifen.
                Damit ist erst einmal der Steuerzahler ausser Obligo. Im Gegensatz zu den Folge- und Abwicklungskosten der Kernindustrie. Die Konzerne haben sich durch Abspaltung aus der Verantwortung gestohlen.
                Die Rückstellungen decken nur einen Bruchteil der Kosten, für den Rest darf dann der Steueruahler aufkommen. Der hat ja schon die AKW bezahlt da kann er auch den Rückbau bezahlen..
                Bei Wismut Aue verhält es sich nur insofern anders das der größte Kunde weggebrochen ist und die Firma Konkurs anmelden mußte. Das kontaminierte Gelände konnte „mangels Masse“ nicht aus Betriebsvermögen saniert werden.

                • Ach Edi, schon wieder mangelhaftes Leseverständnis. Was steht im Text:
                  …..
                  „Sollte die Stiftung die Ewigkeitslasten nicht packen, müssten die Bergbauländer Saarland und Nordrhein-Westfalen sowie die Bundesrepublik Deutschland bei den geschätzten Dauerlasten von 220 Millionen Euro im Jahr einspringen. „
                  …..
                  Das Stiftungsvermögen sind Rücklagen der Konzerne, genau wie bei den Kosten für die Endlagerung der KKW. Die „Energiewende“ wird diese Rücklagen genau so schnell verdampfen lassen wie der KKW Betreiber, und dann muss der Steuerzahler ran. „Energiewende“ heißt ja Gesellschaftsumbau, grüner Sozialismus, und da es links von der Vernunft steil bergab geht, wird wohl das Ruhrgebiet zur Seenplatte. Wir schaffen das….

                  • @ Dax

                    Das Stiftungsvermögen liegt bei 16,2 Milliarden Euro. Selbst wenn die Erträge über einen Zeitraum von 5 Jahren nicht die Kosten decken Würde das Vermögen nicht auf 0 abgeschmolzen. Bei besseren Erträgen kann dagegen zwischenzeitlich das Stiftungsvermögen aufgestockt werden da der Kostenrahmen ja hinreichend bekannt ist und „Sonderausgaben“ können derzeit auch aus den Erträgen gedeckt werden.
                    Soviel zum Thema Lesevermögen. Manchmal sollten Sie die Artikel die Sie verlinken richtig lesen.

    • Merowinger

      Es gibt neue Reaktortypen die inhärent sicher sind, inhärent bedeutet das sie sich bei einem Problem oder Störfall durch ihre Bau und Funktionsweise selbst abstellen und die nukleare Kettenreaktion zum erliegen kommt.
      Natürlich erzeugen diese neuartigen Reaktoren auch radioaktive Abfallstoffe, die aber im Gegensatz zu heute nur für 300 Jahre sicher gelagert werden müssen bis ihre Radioaktivität ein natürliches Niveau erreicht. Diese Abfallstoffe sind dann nach 300 Jahren so radioaktiv wie die Geosphäre von Natur aus ist.

      Warum es diese Reaktoren in Europa noch nicht gibt liegt erstens an der politischen Entscheidung der größten Wirtschaftsmacht Europas auf Kernkraft in Zukunft verzichten zu wollen und zweitens an den Energieunternehmen die sich von der bisherigen Kreislaufwirtschaft der Kernbrennelemente nicht verabschieden wollen.

  7. Wie gesagt….immer die gleichen Phrasen…die kennt man zur genüge…
    Lösungen suchen(wollen) wie immer Fehlanzeige….
    Was die Menschen in Fukoshima wohl über solche Kommentare denken..?

    • Lösungen suchen ist ja OK (kennen Sie welche?), aber falsche Lösungen propagieren ist nicht akzeptabel. Bisher kommen aus der Öko-Ecke nur Traumlösungen, losgelöst von Physik und Technik. So wird das nichts….

      • Es gibt genug Ansätze, die man weiter verfolgen kann. Es scheitert aber an kategorischen Nein-Sagern. Worin genau der Nachteil an PV + Power to Gas liegt (in Kombination), haben Sie bis heute nicht beantwortet.

        • Guido Scholzen

          bei jeder umwandlung von energie in eine andere energieform gibt es energieverluste.
          bei power-to-gas wird strom in gas umgewandelt (H2 oder methan), das dann irgendwann wieder zu strom gemacht werden soll, sei es in einer brennstoffzelle oder auch in einer turbine im grösseren maßstab.
          da hier energie zweimal umgewandelt wird, wird die letztlich nutzbare energie für den endverbrauch immer kleiner. man sollte sich immer vor augen führen,dass stromspeichersysteme (egal welcher art) zuerst einmal strom brauchen, keinen bringen.
          power-to-gas ist extrem ineffizient, und wird nicht deshalb großflächig eingesetzt, weil es „kathegorische nein-sager“ gibt, wie Sie das nennen, sondern weil es ja-sager gibt, die nichts von energieeffizienz, physik und kosten-nutzen-rechnung verstehen und verstehen wollen.

  8. Da diese lächerliche Aktion über Ostbelgisches Gebiet verlaufen soll haben die Ostbelgier durchaus ein Mitspracherecht. Herr Paasch sollte die Erlaubnis dieser Demonstration an die sofortige Aufhebung der Deutschen Strassenmaut koppeln. „Energie“ ist immer noch Sache der Nationalstaaten somit handelt es sich bei diese RWE gesponsorten Hetzkampagne, um ein Einmischung in innere Angelegenheiten. Solange die Deutsche Strassenmaut für Belgier nicht „vom Tisch“ ist sollten auch sämtliche „Anti Tihange“ Aktionen auf Belgischem Boden verboten bleiben.

    • Mischutka

      @ Steph :
      Super ! Ehrlich. Jetzt können unsere Minister mal zeigen, was sie „drauf“ haben. Einfach eine „Demo-Maut“ verlangen. Und zwar eine saftige ! Pro Person, pro Kilometer, so 5 €. Und für das Team vom „Weh-Dee-Är“ eine Drehgenehmigung erteilen. Pro Tag 100.000 € – so wie bei großen Filmen üblich.
      MfG.

  9. Baudimont

    Das Demonstrationsrecht ist ein Bürgerrecht.
    Aber wenn Demonstrationen hätten Einfluss auf die politische Entscheidungen und etwas ändern würden, dann wären sie verboten“.

  10. Baudimont

    Menschenkette und dazu kommen noch einmal 120.000 bis 150.000 Becher Bier und Würste, na und wie viel ist es mit Mehrwertsteuer?
    Ich schätze die Zahl auf 100.000 € Mehrwertsteuergeld für Belgien
    Noch dazu Zigaretten, Alkohol, Kraftstoffe, süßen Limonade, wird durch den Menschenkette benötigt
    Ich schätze die Zahl auf 200.000 € Mehrwertsteuer für Belgien.
    Am Ende verdient das Finanzministerium am verkauften.

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