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Amnesty International (AI): Die FIFA muss jetzt den Druck auf Katar erhöhen

In Katar findet die Fußball-WM vom 21. November bis 18. Dezember 2022 statt. Foto: picture alliance / dpa

Amnesty International (AI) hat die FIFA erneut aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Bedingungen für die Arbeiter auf den Baustellen der Fußball-WM 2022 in Katar verbessern. „Die FIFA muss sofort den Druck auf die katarische Regierung erhöhen“, sagte die Katar-Expertin der Organisation, Regina Spöttl.

Die Menschenrechtsorganisation stellte in Berlin einen Bericht vor, in dem sich mehr als 200 Bauarbeiter und Gärtner zu ihren Arbeitsbedingungen auf der Baustelle des Khalifa-Stadions und dem Sport- und Leistungszentrum in Doha kritisch äußern.

Die Arbeitsmigranten seien einer Reihe von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, beklagte Amnesty. In einigen Fällen müsse man von Zwangsarbeit sprechen. Den Wanderarbeitern würden bei Ankunft in dem Golfstaat die Pässe abgenommen, um zu verhindern, dass sie das Land vor Ablauf des Arbeitsvertrags verlassen. Amnesty prangert an, dass viele Bauarbeiter ihre Löhne erst nach monatelangen Verspätungen bekämen, häufig weniger Geld als vereinbart.

Eine WM-Baustelle in der Hauptstadt Doha. Foto: Shutterstock

Eine WM-Baustelle in der Hauptstadt Doha. Foto: Shutterstock

Die Organisation rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitsmigranten auf den WM-Baustellen in den nächsten zwei Jahren auf rund 36 000 Menschen steigt. 90% der Arbeiter kommen Amnesty-Angaben zufolge aus südasiatischen Ländern wie Bangladesch, Indien und Nepal.

Katar hatte zuletzt angekündigt, bis Ende 2015 international angemahnte Arbeitsreformen umzusetzen, um die Bedingungen für Wanderarbeiter zu verbessern. Neben Amnesty hatten auch bereits andere Menschenrechtsorganisationen die Zustände auf Katars WM-Baustellen kritisiert.

Der Fußball-Weltverband sei sich der Risiken bewusst, denen die Arbeiter für das Turnier 2022 ausgesetzt seien, hieß es in einer FIFA-Mitteilung vom Donnerstag.

Allerdings sei man zuversichtlich, dass die von den katarischen WM-Organisatoren angestrengten Maßnahmen eine gute Basis zur Überprüfung der Rechte der Arbeiter bieten. «Wir bleiben überzeugt, dass die einzigartige Anziehungskraft und Sichtbarkeit der Weltmeisterschaft weltweit ein starker Katalysator für signifikante Veränderungen ist», heißt es in der Mitteilung.

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