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„Klopp kloppt die bekloppten Bayern“: Achtelfinale der Superlative heute an der Anfield Road in Liverpool

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp (links oben) und Bayern-Coach Nico Kovac (rechts oben) bei ihrer Pressekonferenz vor dem Achtelfinal-Hinspiel im Anfield Stadium (unten). Fotos: Sven Hoppe/dpa - Shutterstock

Die deutsch-englischen Fußball-Wochen gehen an diesem Dienstag weiter. Nach Tottenham-Dortmund folgt in dieser Woche Liverpool-Bayern und Schalke-Manchester City. Die Kraftprobe Liverpool gegen Bayern an diesem Dienstag vermittelt fast schon Endspiel-Stimmung.

Für den FC Bayern steht in der Champions League am Dienstag (21.00 Uhr/Club RTL, ProximusTV, Sky) die seit Wochen gehypte Kraftprobe mit dem FC Liverpool an. Im Achtelfinal-Hinspiel will der deutsche Fußball-Rekordmeister im legendären Stadion an der Anfield Road ein Ergebnis erreichen, das ihm für das Rückspiel am 13. März zu Hause gute Chancen auf ein Weiterkommen lässt.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hofft auf ein Unentschieden gegen den englischen Spitzenclub des früheren Dortmunder Trainers Jürgen Klopp.

Im Internet regte der Name Klopp im Vorfeld des Champions-League-Krachers von Dienstagabend an der Anfield Road zu allerlei Wortspielen an wie zum Beispiel das eines mutmaßlichen Fans von Borussia Dortmund: „Klopp kloppt die bekloppten Bayern“. Wobei das Verb „kloppen“ für „schlagen“ bzw. „bezwingen“ steht und neben „bekloppt“ ein Foto von Franck Ribéry mit seinem Gold-Steak gezeigt wird, das Anfang Januar tagelang die Gemüter erhitze.

18.02.2019, Großbritannien, Liverpool: Niklas Süle (l-r), Thiago, James Rodriguez, Javi Martinez und Robert Lewandowski während einer Trainingseinheit im Anfield Stadium. Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa

“Wir werden nicht unbedingt ein 0:0 erleben. Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte Bayern-Trainer Nico Kovac, der ein intensives und hochklassiges Spektakel im ersten Achtelfinal-Duell mit Jürgen Klopps FC Liverpool erwartet. „Der Fokus ist da, wir werden einen harten Fight bieten müssen“, prophezeite Kovac am Montagabend.

Abergläubisch scheinen sie beim FC Bayern immerhin nicht zu sein. Oder besitzen sie sogar britischen Humor? Im Hotel in Liverpool könnten den einen oder anderen Münchner Starkicker durchaus mulmige Gefühle beschleichen.

„Titanic“ heißt die direkt am Mersey River gelegene Luxusherberge, in der die Münchner am Montag ohne den erkrankten Nationalspieler Jérôme Boateng ihre Zimmer bezogen.

Einen Fußball-Untergang – wie Borussia Dortmund ihn zum Auftakt der deutsch-englischen Champions-League-Wochen beim 0:3 gegen Tottenham erlebte – wollen die international unglaublich erfahrenen Bayern nicht erleben, auch wenn es am Dienstagabend sehr stürmisch zugehen dürfte im Stadion der Reds. „Ein Unentschieden wäre wunderbar“, sagte Präsident Uli Hoeneß zu seinem Wunschergebnis.

Hummels: „Unfassbare Stimmung“ im Anfield Stadium

„Für mich ist wichtig, dass unsere Mannschaft die Höchstleistung bringt“, sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Was auf die Bayern vor über 50.000 Zuschauern zukommt, weiß Mats Hummels nur zu gut.

„Ich habe da schon mal gespielt – leider“, erinnerte der Routinier an das 3:4 mit Borussia Dortmund im Viertelfinale der Europa League 2016. Eine „unfassbare Stimmung“ habe damals geherrscht: „Wir waren 3:1 vorne, hatten das Spiel gefühlt im Sack. Die Fans haben das Team nach vorne gepeitscht. Man muss 90 Minuten dagegen halten, sonst verliert man oder kann so untergehen.“ Ein Schiffbruch à la Titanic halt.

18.02.2019, Großbritannien, Liverpool: Mohamed Salah (M) läuft bei einer Trainingseinheit auf dem Trainingsgelände Melwood. Foto: Nick Potts/PA Wire/dpa

In Anfield konnte noch keine deutsche Mannschaft im Europapokal gewinnen. Hummels weiß um die Adrenalinstöße, die nicht nur die Fans, sondern auch der begnadete Motivator Klopp bei den Reds auslösen kann: „Liverpool ist eine wirklich herausragende Mannschaft – stand nicht umsonst letztes Jahr im Finale. Eine Topmannschaft.“ Dagegen funktioniere nur ein Plan, sagte Hummels: „Ganz wichtig ist, vor dem gegnerischen Pressing nicht zu kapitulieren. Nicht quer und nach hinten spielen, sondern mutig nach vorne. Ich weiß aber, wie gut organisiert von Jürgen Klopp trainierte Mannschaften sind.“

Die Bayern sollen ihr spezielles Europapokal-Gen aktivieren. In großen Spielen Großes zu leisten, das liegt ihnen im Blut – meint der Trainer. „Sie brauchen solche Bühne“», betonte Kovac: „Dafür arbeiten sie.“

„Wir haben deutlich mehr Champions-League-Erfahrung als Liverpool“, benannte Rummenigge einen möglichen „kleinen Vorteil“ pro Bayern. „Wir haben in dieser Saison schon viele Höhen und Tiefen gehabt“, bemerkte Abwehrspieler Niklas Süle: „Wir können mit den Spielen gegen Liverpool ein Zeichen setzen, dass mit uns wieder zu rechnen ist.“

Kovac muss sein Potenzial als Trainer zeigen

Es ist der Abend gekommen, an dem auch Kovac sein Potenzial als Trainer zeigen muss. Im Duell mit dem zweimaligen Finalisten Klopp kann der Champions-League-Novize Kovac nachweisen, dass er ein internationaler Toptrainer werden kann und kein „Vollblinder“ ist, wie er selbst sagte.

Hoeneß schätzt Klopp sehr: „Das wird für beide Seiten, für ihn und für uns, ein schweres Stück Arbeit. Und ich hoffe sehr, mit dem besseren Ende für uns.“ Es geht zunächst einmal um eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am 13. März. Salihamidzic benannte den Knackpunkt: „Wir müssen schauen, wie wir defensiv in der Lage sind, da zu bestehen.“

14.04.2018, Großbritannien, Liverpool: Jürgen Klopp, der Trainer von Liverpool, gestikuliert am Spielfeldrand. Foto: Anthony Devlin/PA Wire/dpa

Klopp machte am Montag klar, dass dieses K.o.-Duell nicht in einem Spiel entschieden» werde. In Deutschland wisse man aber sehr wohl, dass die Zuschauer an der Anfield Road das Heimteam zu „110, 120, 130 oder 140 Prozent antreiben“ könnten. Kovac konterte: „Dann müssen wir 150 Prozent bieten.“

In sechs Partien 2019 stand hinten bei den Bayern nie die Null. Und da rannten keine Weltklassestürmer wie Mohamed Salah, Sadio Mané und Robert Firmino auf das Bayern-Tor zu. „Wir messen uns mit der vielleicht besten Offensive Europas“, sagte Außenverteidiger Joshua Kimmich voller Respekt.

Mit einem kampferprobten Abräumer wie Javi Martínez könnte Kovac mehr Kompaktheit vor der Abwehr erzeugen. „Wir werden unter Druck geraten, aber man muss abwägen“, sagte Kovac.

„Unsere Qualität ist auch sehr hoch. Wir können auch auswärts Tore schießen“, sagte Robert Lewandowski. Der gesperrte Thomas Müller fehlt, ebenso Arjen Robben. Liverpool muss seinen Topverteidiger, den 84,5 Millionen Euro teuren Niederländer Virgil van Dijk, ersetzen. „Wir wollen unseren Mann stehen“, kündigte Goretzka auf Bayerns „Titanic“-Mission an.

Derweil freuen sich Fußballfreunde aus ganz Europa auf einen berauschenden Champions-League-Abend. Ein vorgezogenes Endspiel schon im Achtelfinale – Fußballherz, was willst du mehr? (dpa/cre)

7 Antworten auf “„Klopp kloppt die bekloppten Bayern“: Achtelfinale der Superlative heute an der Anfield Road in Liverpool”

  1. Mischutka

    Also Freunde, ich bin nun ganz bestimmt kein Fan von Bayern München. Aber ich muss (wenn auch zum 1. Mal !) dem Uli Knasti (Entschuldigung, habe ich vertippt) also dem Uli Hoeneß ein großes Kompliment machen : In einem TV-Interview (das ich selbst gesehen habe) hat er über die Übertragungsrechte im Fernsehen mal so richtig geteufelt. Er fand es sehr „unverschämt“ daß die Fußballfans jetzt teure Abos kaufen müssen um die Spiele der Champions/Euro-Wettbewerbe sehen zu können. Er ärgert sich „bis zum platzen“ darüber, daß Geringverdiener, Familienväter, Renter usw…. es sich nicht leisten können, wie die „Besserverdiener“ -zig Abos abzuschließen und in den Genuss der Spiele kommen.
    JEDER Fußballfan sollte das Recht haben, die Spiele ohne Zusatzkosten sehen zu können. Er bezeichnete diese TV-Anstalten, welche die „Reicheren“ bevorzugen, als geldgierige „Schweine“ …. Es stimme zwar, daß die („seine“) Bayern auch an diesem System gut mitverdienen, doch dann sollen gefälligst die „öffentlichen“ Sender auch die gleichen Summen bezahlen. Und er sagte noch : „Für unzählige Quizshows, wo die Gewinner „Hunderttausende“ Euros einstreichen können, haben die Geld, auch für stundenlange Diskussionen mit „belanglosen“ Politikern und „Künstlern“ …. und für Unsummen an Gehälter an die Intendanten (mit Gefolge) zu zahlen. Nur für den Volkssport Nr 1 habe man „kein Geld“. Er (Hoeneß) würde bei der nächsten Gelegenheit dieses „Spielchen“ den Verantwortlichen von FIFA und UEFA „höchst unfreundlich“ zur Sprache bringen….. Seien wir mal gespannt ……….

  2. Ming Sching sin fing

    @ Mischukta.
    Ich kann Ihren Ärger und den des Rentners nachvollziehen.
    Zum Glück gibt es genügend Möglichkeiten SKY „hell“ zu machen. Kostet ca 100 € pro Jahr. Alle seriösen Fernseh-und Computerverkäufer in Ostbelgistan habe die entsprechende Lösung die Sie zwar nicht selber anbieten , aber mit Freuden Ihren Kunden weitervermitteln.
    Mittlerweile gibt es übrigens auch Lösungen die nicht einmal mehr eine Satellitenschüssel benötigen und komplett IP basiert laufen.
    Wenn sich übrigens mehr Menschen nicht länger wie Weihnachtsgänse ausnehmen ließen würden SKY, DAZN , Euroschrott und Co schnell zur Vernunft kommen.
    Oder : wer bezahlt Ronaldo, Messi, und Co ihre Gehälter ?
    Antwort : Nur die Idioten die die Milliarden an Sky und co überweisen.

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