Nachrichten

Abrini ist der „Mann mit Hut“ – Anschläge sollten nicht in Brüssel, sondern in Paris verübt werden

Dieses Foto einer Überwachungskamera zeigt Najim Laachraoui (links) und Ibrahim El Bakraoui (Mitte) mit Mohamed Abrini ("Mann mit Hut" rechts) auf dem Brüsseler Flughafen am 22. März vor den Explosionen. Foto: Belga

Seit seiner Festnahme am Freitag in der Brüsseler Gemeinde Anderlecht wird Mohamed Abrini, der mutmaßliche Attentäter von Paris und Brüssel, von den Ermittlern vernommen. Dabei soll der 31-Jährige gestanden haben, der „Mann mit Hut“ zu sein, nach dem seit den Anschlägen vom 22. März in Brüssel gefahndet wurde.

Wie die föderale Staatsanwaltschaft erklärte, legte Abrini ein umfassendes Geständnis ab. Er erklärte, er habe die helle Jacke, die er auf dem Flughafen trug, in einen Mülleimer geworfen. Den Anglerhut habe er später verkauft.

Der „Mann mit Hut“ war auf Bildern einer Überwachungskamera vom Flughafen Zaventem kurz vor dem Anschlag in Begleitung der beiden späteren Selbstmordattentäter Najim Laachraoui und Ibrahim El Bakraoui zu sehen. Später rekonstruierte die Polizei Abrinis Fluchtweg nach den Explosionen auf dem Flughafen (siehe Bericht mit einem Video an anderer Stelle).

Bei seiner Vernehmung hat Abrini außerdem erklärt, dass ursprünglich die Anschläge nicht in Brüssel verübt werden sollten, sondern wieder in Paris. Angesichts des immensen Fahndungsdrucks sei den Extremisten aber die Zeit davon gelaufen, so dass sie sich für Brüssel als Anschlagsziel entschieden, teilte die Staatsanwaltschaft am Sonntag mit.

Mohamed Abrini. Foto: Föderale Polizei

Mohamed Abrini. Foto: Föderale Polizei

Damit wird immer deutlicher, dass die Täter der Brüsseler und Pariser Terroranschläge in äußerst enger Verbindung standen

Abrini war auch in die Mordserie von Paris verwickelt, obwohl seine genaue Rolle unklar ist. Er war zwei Tage vor den Attentaten gemeinsam mit dem inzwischen festgenommenen Salah Abdeslam an einer Tankstelle an der Autobahn nach Paris gefilmt worden. Mit Abdeslam, einem Hauptverdächtigen der Paris-Ermittlungen, soll Abrini auch eine Unterkunft für die Terroristen nahe Paris gemietet haben.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahn-Wagen hatten die Terroristen am 22. März 32 Menschen getötet. Die Terrorserie von Paris am 13. November vergangenen Jahres kostete 130 Opfern das Leben, zudem starben am Tag der Anschläge und bei einer späteren Polizeiaktion insgesamt neun Attentäter. In beiden Fällen bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu den Anschlägen. (dpa/flanderninfo.be/cre)

Siehe auch Artikel „Mutmaßlicher Attentäter Mohamed Abrini gefasst: Ist er der Mann mit Hut?“

4 Antworten auf “Abrini ist der „Mann mit Hut“ – Anschläge sollten nicht in Brüssel, sondern in Paris verübt werden”

  1. Wenn dieser Abrini wirklich der Mann mit Hut war, woran berechtigte Zweifel bestehen, dann würde mich interessieren, weshalb er sich im Gegensatz zu seinen beiden Komplizen nicht selbst in die Luft gesprengt hat. Hatte er Angst? Funktionierte der Bombenauslöser nicht? Ich glaube nicht, dass jemand, der bereit ist, ein Bombenattentat zu verüben, nachher seinen Hut an irgendjemanden verkauft.

Antworten

Impressum Datenschutzerklärung
Desktop Version anfordern