Politik

Arbeitnehmer können ab jetzt die Wochenarbeitszeit von 38 Stunden in nur vier statt in fünf Tagen leisten

Illustration: Shutterstock

Seit Montag, dem 21. November, ist es in Belgien möglich, seine Wochenarbeitszeit an vier statt an fünf Tagen zu leisten.

Es ist eine 4-Tage-Woche bei gleicher Stundenzahl. Die Arbeitszeit wird also nicht verkürzt. Die neue Regelung ist für Angestellte im Privatsektor möglich, aber nicht verpflichtend.

Konkret kann ein Arbeitnehmer, der dies wünscht, bei seinem Arbeitgeber einen entsprechenden Antrag stellen. Die Idee ist, an vier Tagen etwas mehr zu arbeiten, um am fünften Tag frei zu haben.

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Bei einer 38-Stunden-Woche kann der Arbeitnehmer von Montag bis Donnerstag jeweils 9:30 Stunden arbeiten und somit am Freitag nicht zur Arbeit kommen. Die Anzahl Stunden bleibt gleich, aber sie werden auf weniger Tage konzentriert. Diejenigen mit einer 40-Stunden-Woche würden an vier 10-Stunden-Tagen pro Woche arbeiten.

Der Arbeitgeber kann den Antrag des Arbeitnehmers ablehnen, muss dies aber begründen. Wenn der Antrag angenommen wird, gilt er für sechs Monate und kann beliebig oft verlängert werden.

Die 4-Tage-Woche war Teil des von Arbeitsminister Pierre Yves Dermagne (PS) vorangetriebenen Beschäftigungsdeals. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sie umgesetzt werden kann. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind diesbezüglich ziemlich pessimistisch. Die Arbeitgeber befürchten, dass die 4-Tage-Woche ohne Arbeitszeitverkürzung schwierig umzusetzen ist. Für die Gewerkschaften wird sie den Stress nicht verringern, denn die Arbeitsbelastung dürfte an den verbleibenden Tagen größer sein. (cre)

6 Antworten auf “Arbeitnehmer können ab jetzt die Wochenarbeitszeit von 38 Stunden in nur vier statt in fünf Tagen leisten”

  1. Eigentlich vollkommener Quatsch, da man so eher das Burnout Risiko noch mehr erhöht statt es zu verringern. Warum nicht 4/5 bei gleicher Bezahlung?! Geht in Schweden doch auch, warum hier also nicht?

  2. 9102Anoroc

    Die Möglichkeit sich ein verlängertes Wochenende zu schaffen mag ja nicht schlecht sein.
    Bei der gewollten Umsetzung werden wohl viele vom Arbeitgeber enttäuscht werden.
    Es gibt noch viele Jobs die nur in Team Arbeit funktionieren.
    Wenn einer vom Team nicht möchte fällt die Sache flach.
    Auch bei Schichtarbeiten wird es wohl kaum möglich sein , weil sich die Schichtzeit täglich um 2 Stunden verschieben würde.
    Bei Auftragsmangel wiederum könnte es natürlich interessant werden , für Firmen bei denen drei Schichten Standard sind und den Betrieb so nur 20 Stunden aufrecht erhalten können, anstelle von 24 Stunden.
    Das werden sich wohl einige Arbeitgeber zu Nutzen machen und eine komplette Schicht streicht, bzw diese Schicht in dieser Zeit Arbeitslosengeld erhält .
    Flexibilität also für beide Seiten. Die Allgemeinheit wird aber in manchen Fällen auch dafür zahlen müssen.

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