Notizen

3:1-Sieg – Rote Teufel bestehen ersten Härtetest gegen Italien

Die Belgier bejubeln den Treffer von Jan Vertonghen zum 1:1. Foto: epa

Die belgische Nationalelf hat am Freitag ihren ersten Härtetest auf dem Weg zur EM 2016 in Frankreich bestanden. Dank einer Steigerung in der zweiten Halbzeit besiegten die Roten Teufel in Brüssel Italien mit 3:1. Am kommenden Dienstag folgt der nächste Härtetest gegen Spanien.

Nationaltrainer Marc Wilmots hatte sich wie erwartet für den Vervierser Cavanda auf dem Posten des Rechtsverteidigers entschieden. Als Sturmspitze gab der Coach weder Benteke noch Depoitre die Präferenz, sondern Lukaku.

Für Belgien begann diese Partie ganz schlecht, denn schon nach 3 Minuten ging Italien in Führung. Belgiens Torhüter Mignolet konnte einen Schuss von Pellè aus kurzer Distanz nur wegfausten, doch war Candreva zur Stelle, um die „Azzurri“ in Führung zu bringen – 0:1.

Sehr früh gegen Italiener in Rückstand zu geraten, ist bekanntlich Gift. Die Roten Teufel, die erstmals in den neuen Adidas-Trikots auftraten, taten sich in der Folgezeit sehr schwer. In der 11. Minute wurde Cavanda von Candreva richtig nass gemacht, und es bedurfte einer Glanzparade von Mignolet, um einen zweiten Gegentreffer der Italiener zu verhindern.

Trotzdem gelang es den Belgiern, zurück ins Spiel zu kommen. In der 13. Minute hatte Vertonghen bei einem Eckstoß von De Bruyne alle Zeit der Welt, um den Ball mit dem Kopf anzunehmen und den Ausgleich zu erzielen.

Die 39. Minute

Jetzt kam auch endlich Stimmung auf den Rängen des König-Baudouin-Stadions auf. Sehr emotional wurde es dann in der 39. Minute, als alle 22 Spieler zu Ehren der 39 Todesopfer der Heysel-Katastrophe vor 30 Jahren die Kampfhandlungen auf dem Platz einstellten und zusammen mit allen Zuschauern eine Minute lang applaudierten.

Gianluigi Buffon (rechts) und Giorgio Chiellini legten am Donnerstag Blumen an der Gedenktafel zu Ehren der Opfer der Heysel-Katastrophe nieder. Foto: Belga

Gianluigi Buffon (rechts) und Giorgio Chiellini legten am Donnerstag Blumen an der Gedenktafel zu Ehren der Opfer der Heysel-Katastrophe nieder. Foto: Belga

Kurz vor der Pause hatte noch Lukaku eine gute Möglichkeit, doch wurde er in allerletzter Sekunde durch Chiellini am Schuss gehindert, sonst wären die Roten Teufel wohl mit 2:1 in Führung gegangen.

Nach der Pause gingen die Belgier viel entschlossener zur Sache und brachten etwa 5 Minuten nach dem Wiederanpfiff die Italiener gleich drei Mal in Probleme.

Die Belgier dominierten ihren Gegner in dieser Anfangsphase des zweiten Durchgangs, doch hatten sie Riesenglück, als in der 61. Minute Eder für Italien nur den Pfosten traf.

Danach nahm Wilmots einen Doppelwechsel vor: Für Cavanda kam Denayer, und für Lukaku wurde Batshuayi eingewechselt. Denayer rückte in die Innenverteidigung, während Aderweireld auf die rechte Abwehrposition wechselte.

In der 72. Minute verfehlte ein Schuss von De Bruyne – nach einem Täuschungsmanöver von Witsel – nur knapp das Ziel. Zwei Minuten später klappte es dann doch: Nachdem zunächst Buffon einen Schuss des eingewechselten Batshuayi abwehren konnte, hatte De Bruyne beim Rebond etwas Glück und brachte Belgien in Führung – 2:1.

In der 82. Minute krönte Batshuayi den schönsten Spielzug der Belgier an diesem Abend mit dem Treffer zum 3:1 nach toller Vorarbeit von Ferreira-Carrasco.

Danach konnte sich noch einmal Torhüter Mignolet mit einer Weltklasse-Parade auszeichnen. Der Keeper des FC Liverpool, der den verletzten Courtois ersetzte, wurde von den TV-Zuschauern der RTBF und der VRT zum „Spieler des Spiels“ gewählt.

Es blieb beim 3:1 für Belgien. Ein letztlich verdienter Sieg der Roten Teufel, auch wenn er vielleicht um ein Tor zu hoch ausfiel. (cre)

 

9 Antworten auf “3:1-Sieg – Rote Teufel bestehen ersten Härtetest gegen Italien”

  1. Aus dem Spiel gegen Italien kann man viele positive Schlüsse ziehen:
    – Frühen Rückstand wettgemacht und Spiel gedreht.
    – Mignolet ist fast genauso gut wie Courtois.
    – Mit Batshuayi steht ein weiterer torgefährlicher Stürmer zur Verfügung….

  2. Rundes Leder

    Wir können mit grosser Hoffnung und Vertrauen nächstes Jahr zur EM fahren! Wenn man dann noch sieht wen und wer wir noch alles auf der Bank haben! Da können andere Nationen nicht dran tippen! Go Devils, go! Sehr gut!

  3. Super Beispiel von schönem Fußball. Einen super Eindruck hat mir Carrasco ( N° 17 ) hinterlassen. Spritzig und Ideenreichtum. Was mir nicht so gefiel war der Kommentar der Ansager ( Beenkens, Albert usw. ), die anscheinend ein anderes Spiel gesehen haben insofern sie den italienischen Fußball mehr positive Punkte fanden?

    • @Jango: Das Geknottere von Albert im RTBF-TV ging mir auch auf die Nerven. Der schwärmte nur von Italien. Man sollte andererseits nicht so übertreiben wie das Grenzecho, das titelt: „Rote Teufel fegten Italien aus dem Stadion“… Jetzt nur nicht überheblich werden.!!!!!

      • @ Jango 14. November 2015 -11.16 und Moment 14. November 2015 – 11:49.

        Warum haben Sie beiden das Spiel denn nicht auf Één geschaut???
        Dazu gesagt muss man natürlich die flämische Sprache verstehen…ein Land mit 3(In Worten „Drei“) Sprachen…

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