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Vor genau 50 Jahren der erste Sieg von Jacky Ickx in Le Mans: Bummelstreik beim Start und packendes Finish

15. Juni 1969: Jacky Ickx im Ford GT40 (vorne) gewinnt das 24-Stunden-Rennen in Le Mans nach einem packenden Endspurt gegen Porsche-Fahrer Hans Herrmann. Foto: Belga

Im Jahr 1969 war der erste Gesamtsieg von Radsport-Idol Eddy Merckx bei der Tour de France nicht das einzige Highlight für den belgischen Sport. Im selben Jahr gewann Jacky Ickx erstmals das 24-Stunden-Rennen von Le Mans – und das auf eine Art und Weise, die in die Geschichte eingehen sollte.

Sensationell war das Rennen vom 14. und 15. Juni 1969 nicht, weil ein belgischer Fahrer gewann, sondern aus zwei Gründen: Beim Start demonstrierte Jacky Ickx, der mit Jackie Oliver einen Ford GT40 fuhr, mit einem Bummelstreik seinen Unmut über die seiner Meinung nach viel zu gefährliche Prozedur des Le-Mans-Starts, indem er zwar zügig über die Straße ging, aber nicht lief und sich vollständig angurtete, ehe er losfuhr.

Als Ickx endlich startete, war der letzte Wagen vor ihm bereits weit weg. Zu diesem Zeitpunkt gab niemand dem Belgier eine Siegeschance.

Sensationell war aber auch das packende Finish. Drei Stunden vor Schluss lagen zwei Wagen gleichauf: der Porsche 908 von Herrmann/Larrousse und der Ford GT40 von Ickx/Oliver. Nach dem letzten Stopp beider Fahrzeuge entwickelte sich eines der spannendsten Le-Mans-Finale der Geschichte.

26.08.2018, Spa: Der ehemalige belgische Rennfahrer Jacky Ickx (l) spricht mit dem ehemaligen französischen Rennfahrer Alain Prost. Foto: Benoit Doppagne/BELGA/dpa

Der Porsche 908 war auf den Geraden schneller als der GT40, der wiederum in den kurvigen Passagen im Vorteil war. So wiederholte sich fast jede Runde dasselbe Spiel: Hans Herrmann überholte den Ford auf der langen Gerade vor der Mulsanne, und Jacky Ickx konterte in den Kurven vor Start und Ziel.

Als Ickx knapp vor dem Ablauf der 24 Stunden den Porsche von Herrmann vor der Ford-Schikane ausbremste, schien das Rennen entschieden. Aber der Rennleiter zeigte den beiden Piloten auf der Ziellinie mit hochgestrecktem Finger an, dass noch eine Runde zu fahren sei, weil die volle Distanz von 24 Stunden noch nicht erreicht war.

Während die hinter den beiden Führenden liegenden Fahrzeuge bereits abgewinkt wurden, fuhren Ickx und Herrmann noch einmal die berühmte „Hunaudières“-Gerade mit über 300 km/h hinunter. Diesmal gelang es dem Porsche-Piloten nicht, Ickx zu überholen, der mit 100 Metern Vorsprung gewann.

Für Ickx war dies der erste und auch der spektakulärste Le-Mans-Sieg, aber nicht der letzte. Bis 1982 gewann der Belgier noch weitere fünf Mal beim berühmtesten Langstrecken-Rennen der Welt. Nur der Däne Tom Kristensen ist mit neun Siegen in Le Mans noch erfolgreicher als der heute 74-jährige Jacky Ickx. (cre/wikipedia)

Eine Antwort auf “Vor genau 50 Jahren der erste Sieg von Jacky Ickx in Le Mans: Bummelstreik beim Start und packendes Finish”

  1. Sportfan

    Eddy Merckx und Jacky Ickx waren sportliche Idole aus meiner Kindheit und Jugend.
    Beide haben das kleine Belgien damals international berühmt gemacht.
    Heute ist es vor allem die belgische Fußballnationalmannschaft.

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