Leute von heute

100’5

Bei der Pressekonferenz von Karl-Heinz Lambertz waren auch zwei Reporter von 100'5 zugegen (links im Bild). Foto: Christian Willems

Bei Pressekonferenzen der DG-Regierung ist auffallend oft der Privatsender „100’5 – Das Hitradio“ mit einem oder zwei Reportern zugegen, obwohl das Thema der PK das deutsche Zielpublikum des Senders manchmal keine Bohne interessiert.

Auch am Dienstagmittag bei der Pressekonferenz von DG-Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP) waren zwei Reporter von 100’5 zugegen, wobei es bei den Außenbeziehungen ja noch um ein Thema ging, das jenseits der belgisch-deutschen Grenze interessieren könnte. Erst recht, wenn der deutsche Hörer von 100’5 erfährt, dass da im kleinen Ostbelgien ein Ministerpräsident fast zwei Jahre gebraucht hat, um eine parlamentarische Frage zu beantworten.

Bei den Machern von 100’5 denkt man womöglich, dass es nicht schaden kann, sich bei Pressekonferenzen der DG zu zeigen. Immerhin hat man Karl-Heinz Lambertz seine Existenz zu verdanken…

Vielleicht will man aber auch demonstrieren, dass man allen Unkenrufen zum Trotz ein belgischer Sender ist, wie Medienministerin Isabelle Weykmans (PFF) neulich im DG-Parlament versicherte. „100’5 ist kein deutscher Sender, sondern ein belgischer Sender in einer belgischen Trägergesellschaft“, sagte Weykmans im PDG.

Vor allem seit der Finanzkrise beim BRF und den folgenden Entlassungen, Frühverrentungen, Programmstreichungen und Programmkürzungen hat 100’5 in der DG ein akutes Imageproblem.

Zur Pressekonferenz von Karl-Heinz Lambertz zum Thema Außenbeziehungen siehe auch unseren „Standpunkt“-Artikel „Lambertz kriegt so gerade noch die Kurve“

Siehe auch Artikel „Außenbeziehungen: Lambertz entschuldigt sich für verspätete Antwort zu Reisekosten“

 

19 Antworten auf “100’5”

  1. So belgisch kann der Sender ja nicht sein, wenn nur einmal im Monat was über Eupen und Umgebung in den Nachrichten vorkommt. Deutscher Sender mit belgischem Sitz trifft es eher.

    Nur am Rande: Anstatt „Angie – die Queen von Berlin“ zu senden könnten sie ja “ Kalle – King der DG“ senden ;-)

  2. Volltreffer AB!

    Allerdings arbeiten viele, Möbelhändler, Autohauser, Gastronomen etc für Deutschland und sind trotzdem belgisch.
    Mal ehrlich, ohne das Geld unserer Nachbar wäre hier doch längst Schicht

  3. Mir ist es eigentlich egal, ob dieser Verdummungs-Sender das Attribut ‚Made in Germany‘ oder ‚Blanc Bleu Belge‘ bekommt.
    Diese bislang verlustreiche Blödheidsschleuder und Intelligenzvernichtungsmaschine aber eine Erfolgsstory zu nennen, ist eine Frechheit!

  4. Ich finde 100,5 Das Hitradio gut. Und klar kann man als Belgier bei den Gewinnspielen teilnehemen. Ich habe letztes Jahr Die Reise nach Granada gewonnen :-) Und hatte sehr schöne Tage mit dem 100,5 Team und vielen anderen Gewinnern…Wer Den Sender nicht mag, sollte Ihn einfach nicht hören. Ich höre täglich 100,5 . Dieser Sender macht einfach gute Laune :-)

  5. Eigentlich könnte es ums egal sein wenn der Laden Geld und Arbeit abwirft, da bin ich aber überfragt, kennt sich da jemand aus?
    Allerdings ist der Sendeinhalt einfach nur Bodenlos. Musikalischer Mix aus das was niemand hört, inhaltsloses gequatschte überforderter Moderatoren, so erledigt sich das Thema von selber.

  6. Einfach nur schlimm, was einem hier an Dummheit zugemutet wird. Im Süden gibt es eh kein 100,5, dafür werden aber super Frequenzen blockiert. Im Norden gibt es nur Aachen, was ja der Parkplatz von Eupen ist. Die Ausrichtung der Antennen sagt ja alles. Dafür nutzt ein „Privatsender“ an dem die DG beteiligt ist, eine Frequenz des BRF.
    Dann kommt noch die PROMA, die Ministerin und der Vorsitzende des Medienrates hinzu, Mir fällt da nix mehr ein. Selbst Staaten mit anderer Rechtsform-Diktaturen_ können das kaum besser.

    • Zappel Bosch

      Das sag‘ ich doch… (voraussichtlich morgen im GE)

      „100,5 ‘Das Hitradio‘ ist kein deutscher Sender“
      So äußerte sich Medienministerin Weykmans jedenfalls am 28.2. im PDG. Das Belgische am Sender sind aber nur der Firmensitz und – teilweise – die Besitzverhältnisse, und zwar die ca.40%-tige Beteiligung der regioMEDIEN AG (Sitz: Kehrweg 11, im BRF), an der die PROMA AG (ca.80% DG-Anteil, Sitz: Gospert 1, im DG-Ministerium) wiederum mit ca.40% beteiligt ist. ‘Das Hitradio‘ 100,5 ist aber ansonsten eindeutig ein deutscher Privatsender, mit Zielpublikum in den Kreisen Aachen und Heinsberg, wie man unschwer auch an deren Werbung, Sendungen und Internet-Auftritt erkennen kann. Auch die Ausrichtung der Sendemasten bzw. -antennen entspricht dieser Logik.
      Belgisch am ‘Hitradio‘ sind auch noch die Sendefrequenz von 100,5 MHz (von der DG an ‘Das Hitradio‘ abgetreten) und der Antennenmast auf der Anhöhe von Petergensfeld (Eigentümer Proma AG). Für den Mast wird, wie auch für die Räumlichkeiten im BRF, m.W. eine Miete bezahlt. Beim BRF beklagt man allerdings, dass diese Miete weit unter dem tatsächlichen Verkehrswert der in Anspruch genommenen Räume und Dienstleistungen liegt. 100,5 ‘Das Hitradio‘ streut wegen seiner (zu?) starken Sendeleistung aber auch in die nördliche DG und ist folglich dort auch ein starker Konkurrenzsender für den BRF. Ein weiterer Sargnagel für den BRF… Dass die südliche DG den Sender nicht hören kann, bisher zumindest nicht (eine Sendefrequenz stünde m.W. auch dort noch zur Verfügung), ist ein weiterer Beweis für die Tatsache, dass 100,5 ‘Das Hitradio‘ weder für die DG, noch für Belgien geschaffen wurde.
      Unter diesen Umständen könnte man auch vermuten, dass mittelfristig eine Privatisierung des BRF möglich wäre, und sei es „nur“ zur Sanierung der DG-Finanzen. Entsprechende Gerüchte laufen ja schon länger. Beim BRF merkt man ohnehin zunehmend, dass es seit den einschneidenden Sparmaßnahmen und Entlassungen mehr und mehr Sendungen ohne Moderation gibt. Im gleichen Rhythmus darf man auch von abnehmendem Publikumsinteresse ausgehen. Wo das „Geld des BRF“ aus dem Kultur-Budget der DG aber hingeht, konnte man am 27.2. im GE lesen: Erhöhung des DG-Anteils an den jährlichen Funktionskosten des St.Vither Kulturzentrums ‘Triangel‘ von 265- auf 290.000.- Euro, ohne Zinsen und Tilgung für die Investition an sich…
      Frank Bosch, Eupen.

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