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100 Jahre Viadukt: Moresnet feiert sein Wahrzeichen

Zwischen 2002 und 2004 wurde die Brücke vollständig saniert. Foto: Wikipedia

Der Viadukt von Moresnet besteht seit 100 Jahren – und das wird gefeiert. Die Brücke über dem Göhltal erstreckt sich über 1.107 Meter. Täglich wird sie von etwa 80 Zügen passiert. Sie ist das Wahrzeichen von Moresnet.

Errichtet wurde der Viadukt im Auftrag der deutschen Militärbehörden im besetzten Belgien von Frühjahr 1915 bis Oktober 1916. Dazu wurden auch zwangsrekrutierte Arbeitskräfte aus Belgien, Deutschland, Italien, Ungarn, Kroatien und Russland, sowie russische Gefangene eingesetzt. Unter dem Viadukt führte bis 1957 die Strecke Welkenraedt – Plombières – Gemmenich (Ligne 39), über dem Viadukt führt die Verbindung Aachen–Tongeren (Ligne 24).

Am 18. Mai 1940 ließen die „Cyclistes Frontière“ (das an der Grenze stationierte Radfahrerbataillon) einen Teil des Viadukts sprengen. Unter erneuter deutscher Besatzung wurde die Brücke repariert und war 1940 wieder befahrbar. 1944 zerstörten deutsche Truppen während des Rückzugs das Bauwerk umfangreich. Belgien brauchte wegen akuten Stahlmangels rund fünf Jahre zur Reparatur.

Blick von Moresnet auf das Göhltal mit dem Viadukt im Hintergrund. Foto: OD

Blick von Moresnet auf das Göhltal mit dem Viadukt im Hintergrund. Foto: OD

In den 1990er Jahren war der Viadukt in einem schlechten Zustand, der nur eine Höchstgeschwindigkeit der Züge auf der Brücke von 20 km/h erlaubte. Zwischen 2002 und 2004 wurde die Brücke daher vollständig saniert. Nicht zuletzt die immer wieder ins Gespräch gebrachte Wiederbelebung des nördlicher gelegenen „Eisernen Rheins“, der eine starke Konkurrenz für die Bahntransporte über den Göhltalviadukt wäre, machte die Renovierung des Brückenbaus notwendig.

An diesem Wochenende findet die Jubiläumsfeier statt. Der Schienennetzbetreiber Infrabel hat einen 300 Meter langen Abschnitt des Viadukts gesperrt, von wo aus die Besucher die einmalige Aussicht auf das Göhltal genießen können.

Aus ganz Belgien aber auch den Niederlanden und Deutschland seien Bahnbegeisterte angereist, berichtete der BRF. Zum Jubiläum gibt es Ausstellungen im Festzelt und im Museum. Zu sehen sind Fotos und Objekte rund um das Viadukt.

Am Sonntag bringt ein Shuttlebus die Besucher vom Festzelt auf den Viadukt. Etwa 20 Minuten dürfen sie entlang der Gleise verbringen. Ein eigenmächtiges Begehen des Viadukts ist nicht erlaubt.

Am Samstagabend gab es eine Theateraufführung mit Ton- und Lichtshow. (wikipedia.de/brf.be/cre)

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