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1:0-Sieg gegen Tottenham: RFC Antwerp gelingt eine Überraschung – Gent (gegen Hoffenheim) und Standard (in Benfica Lissabon) chancenlos

29.10.2020, Belgien, Antwerpen: Abdoulaye Seck (l) von Antwerp und Tottenhams Serigio Reguilon kämpfen um den Ball. Foto: Yorick Jansens/BELGA/dpa

Der RFC Antwerp hat am Donnerstag in der Europa League bewiesen, dass er wohl zu Recht momentan Spitzenreiter in der Jupiler Pro League ist: Der „Great Old“, ältester Fußballclub Belgiens, bezwang den englischen Topclub Tottenham Hotspur hochverdient 1:0.

Alles andere als ein Sieg wäre für die Mannschaft von Trainer Ivan Leko eine herbe Enttäuschung gewesen, denn der Sieg von Antwerp hätte normalerweise höher ausfallen müssen. In der zweiten Halbzeit ließen die Belgier zwei Riesenchancen aus durch Mbokani (55.) und Juklerod (72).

Tottenhams Startrainer José Mourinho hatte beim Anpfiff Stars wie Harry Kane und Heung-Min Son draußen gelassen. Auch Belgiens Nationalspieler Toby Alderweireld war nur Ersatz. Gleichwohl stand von Beginn an der von Real Madrid ausgeliehene Gareth Bale auf dem Rasen des leeren Bosuilstadions.

Tottenhams Startrainer José Mourinho. Foto: Shutterstock

Antwerp ging in der 29. Minute nach einem unnötigen Ballverlust von Tottenham-Verteidiger Davies und einem perfekten Zuspiel von Mbokani durch Refaelov in Führung.

Zur Halbzeit war Coach Mourinho sehr unzufrieden mit der Leistung seiner „Spurs“ im ersten Durchgang, denn zum Anpfiff der zweiten Halbzeit nahm er mit einem Schlag vier (!) Wechsel vor. Später kam auch noch Superstar Kane.

Es kam aber nicht zum erwarteten Sturmlauf der Londoner. Vielmehr hatte Antwerp gleich mehrfach die Chance, frühzeitig alles klarzumachen. Das gelang zwar nicht, aber das 1:0 konnte der „Great Old“, bei dem vor allem De Laet und Refaelov herausstachen, trotzdem erfolgreich verteidigen.

Nach zwei Spieltagen führt Antwerp in der Gruppe J mit 6 Punkten vor Tottenham und LASK Linz (beide 3) sowie Ludogorets (0).

29.10.2020, Belgien, Gent: Hoffenheims Sargis Adamyan (l) und Gents Fortuna Nurio kämpfen um den Ball. Foto: Kurt Desplenter/BELGA/dpa

Am kommenden Donnerstag empfangen die Antwerpener die Mannschaft von Linz, mit der sie es auch am 4. Spieltag zu tun bekommen, dann in Österreich.

Unterdessen hat sich in der Gruppe L Belgiens Vizemeister AA Gent – wie schon so oft in dieser noch jungen Saison – wieder mal blamiert. Die „Buffalos“ unterlagen der TSG 1899 Hoffenheim auf eigenem Platz 1:4.

Damit feierte der Bundesligist im 16. Spiel auf internationaler Bühne seinen höchsten Sieg und den ersten Auswärtserfolg überhaupt.

Belfodil mit einem verwandelten Handelfmeter (36. Minute), der überragende Grillitsch (52.) sowie die Joker Gacinovic (73.) und Dabbur (90.+4) erzielten die Tore für die Hoffenheimer. Der ehemalige Heidenheimer Kleindienst traf zum zwischenzeitlichen 1:3 (90.+3). Die TSG baute mit einem couragierten Auftritt ihre Tabellenführung in der Gruppe L aus. Gent ist ohne jeden Punkt Letzter.

29.10.2020, Portugal, Lissabon: Benficas Luca Waldschmidt (l) und Standards Mehdi Carcela kämpfen um den Ball. Foto: Virginie Lefour/BELGA/dpa

Beim zweiten Erfolg im zweiten Spiel nach dem 2:0 zum Auftakt gegen Roter Stern Belgrad konnte sich Hoffenheim allerdings auch bei Oliver Baumann bedanken. Der Torhüter wehrte in der 14. Minute einen Foulelfmeter von Jaremtschuk ab. Die Partie fand in der leeren Ghelamco Arena statt.

Am Abend war in der Europa League mit Standard Lüttich eine dritte belgische Mannschaft gefordert. Die „Rouches“ mussten auswärts bei Benfica Lissabon antreten.

Die Lütticher hatten im Estadio da Luz, in dem nach langer Zeit wieder Zuschauer zugelassen waren, keine Chance. In der ersten Halbzeit konnten sie noch einigermaßen mithalten, aber im zweiten Durchgang spielte nur noch Benfica.

Durch Tore von Pizzi (49./Elfmeter), Waldschmidt (68./Elfmeter) und noch einmal Pizzi (76.) trafen zum ungefährdeten 3:0-Sieg für Benfica. Standard hat damit nach zwei Spielen noch keinen Punkt. Die beiden nächsten Begegnungen gegen die polnische Mannschaft von Lech Poznan (Posen), das in der Qualifikation den SC Charleroi ausschaltete, müssen unbedingt gewonnen werden. (cre/dpa)

 

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