In wenigen Tagen sollen die besten Nachwuchs-Fußballerinnen um den WM-Titel spielen. Ein möglicher Boykott seitens der UEFA-Mitglieder scheint nun vom Tisch.
Die Verbände der Europäischen Fußball-Union UEFA haben ihre Boykott-Drohung wegen der inzwischen gescheiterten Investorenpläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino offenbar zurückgezogen. Das berichten der britische Sender Sky News und „The Times“. Demnach werde die in wenigen Tagen beginnende WM der U20-Juniorinnen in Polen mit den Teams aus Europa stattfinden. Über einen Protest gegen den umstrittenen Führungsstil Infantinos werde aber weiter diskutiert.
Die Weltmeisterschaft der Nachwuchs-Fußballerinnen findet vom 5. bis 27. September statt. Das nächste FIFA-Turnier, die Frauen-WM, steigt im kommenden Sommer in Brasilien.
Nach dem Bekanntwerden der inzwischen zurückgenommenen Pläne über die Einbindung von privaten Investoren für zukünftige WM-Geschäfte hatten die 55 Mitgliedsverbände der UEFA mit einem Boykott aller Wettbewerbe des Weltverbands FIFA gedroht.

10.03.2026, Italien, Bergamo: Ein Helfer trägt das Logo der UEFA aus dem Stadion. Foto: Jan Woitas/dpa
Zudem wollte sich der Kontinentalverband zusichern lassen, dass es nie wieder zu Versuchen kommen dürfe, den Sport auf diese Weise zu verzerren, wie die UEFA mitgeteilt hatte. Laut der Medienberichte sei davon auszugehen, dass die UEFA nun entsprechende Garantien erhalten hat.
Im wachsenden Widerstand gegen den massiv unter Druck geratenen FIFA-Chef Infantino zieht auch Italiens Fußballverband FIGC seine Unterstützung für eine Wiederwahl des Schweizers zurück. Der Verband werde bei der nächsten Wahl im März 2027 nicht mehr für Infantino stimmen, hieß es in einer Mitteilung. Hintergrund sind seine umstrittenen Investorenpläne.
Verbandspräsident Giovanni Malagò sagte: „Wir werden weiterhin an der Seite der UEFA und der anderen europäischen Verbände daran arbeiten, eine Vorstellung von Fußball zu fördern, die auf Leistung, Solidarität, Nachhaltigkeit und der zentralen Bedeutung der Fans beruht.“ FIGC vertrete einen Fußball, der wächst, sich weiterentwickelt und seine grundlegenden Prinzipien verteidigt.
Infantino steht seit seinem Alleingang bei dem vor allem in Europa scharf kritisierten Investorenthema massiv unter Druck, vor allem unter den europäischen Verbänden ist der Wunsch nach einer Ablösung des 56-Jährigen bei der Wahl am 18. März 2027 in Marokkos Hauptstadt Rabat groß. (dpa)