AKTUALISIERT – Gianni Infantino sieht sich massiven Vorwürfen der UEFA ausgesetzt. Europas Fußball-Funktionäre lassen im Machtkampf nicht nach und streben nun sogar juristische Schritte gegen den FIFA-Boss an.
Jetzt greift die UEFA Gianni Infantino richtig an und will den FIFA-Präsidenten mit gerichtlicher Hilfe stürzen. Kurz vor der glamourösen Auslosung der Champions League hat der europäische Fußball-Dachverband in dem knallharten Machtkampf bei der US-Justiz die nächste Eskalationsstufe gezündet.
Die UEFA bereitet wegen des WM-Investorendeals ein Strafverfahren gegen den umstrittenen Chef des Weltverbandes und womöglich weitere Funktionäre wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung bzw. des Verdachts krimineller Misswirtschaft vor.
Europas Kontinentalverband fordert die FIFA und beteiligte Finanzinstitute zur Herausgabe von Dokumenten rund um das gescheiterte Projekt auf. Das geht aus einem 60-seitigen Dokument an ein Distriktgericht im US-Bundesstaat Florida hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Darin erhebt die UEFA zahlreiche Vorwürfe des Fehlverhaltens gegen Infantino auch über den Streit um den Verkauf von WM-Anteilen hinaus.

17.07.2026, USA, New York: FIFA-Präsident Gianni Infantino hält bei einem Empfang im Trump Tower eine Rede. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa
Im Fürstentum Monaco präsentierte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin den 55 nationalen Fußballverbänden die nächsten Schritte. Kern der Kritik ist der geplatzte Deal um Anteilsrechte an allen FIFA-Turnieren, den Infantino kurz nach der WM im Sommer durchdrücken wollte.
Die vom Schweizer aufgerufenen Verkaufssumme sei „ein betrügerischer, nicht marktüblicher Preis“ gewesen, „der von Infantino zu seinem eigenen Vorteil beworben wurde“, heißt es in dem knallhart formulierten Schreiben der UEFA. Die FIFA wollte sich auf Anfrage zunächst nicht äußern.
– UEFA strebt Wandel an: Das Ziel der Europäer ist klar. Infantino hat den Bogen endgültig überspannt und soll weg. „Wir streben den Wandel an. Wir sind gegen jede Form eines Königreichs, egal wie der Name des Königs ist“, sagte UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis nach den Beratungen in Monte Carlo.
Infantino hatte an den FIFA-Gremien vorbei ein milliardenschweres Investorenmodell für die WM-Vermarktung herbeiführen wollen und dafür konkrete Pläne mit US-Geldgebern vorgelegt. Das hatte zu massiven Protesten vor allem aus Europas Fußball-Führungszirkel gesorgt. Infantino musste seine Pläne zurückziehen. Folgende Rücktrittsforderungen lehnte er ab.
Bis zuletzt hatte die UEFA mit Boykott-Drohungen Druck auf die FIFA-Spitze gemacht. Nie wieder dürfe es zu ähnlichen Versuchen wie beim geplanten WM-Rechteverkauf kommen, die den Sport verzerren, hatte die UEFA gefordert. Entsprechende Garantien haben die Infantino-Gegner nun anscheinend erhalten. Daher zog die UEFA diese Drohung beim Treffen in Monaco zurück – und greift stattdessen zu juristischen Maßnahmen gegen den FIFA-Chef.

19.07.2026, USA, East Rutherford: Fußball, Männer: WM, Spanien – Argentinien, Finalrunde, Finale, New-York-New-Jersey-Stadion, US-Präsident Donald Trump (r) und FIFA-Präsident Gianni Infantino winken vor der Siegerehrung. Foto: Tom Weller/dpa
– Ungetreue Geschäftsbesorgung: Im Zentrum steht der Vorwurf der ungetreuen Geschäftsbesorgung. Im Falle einer Verurteilung könnte Infantino der UEFA zufolge sogar eine Haftstrafe drohen. Ein Verfahren würde in der Schweiz, der Heimat der FIFA, anhängig sein. Der Weg über die US-Justiz hat formale Gründe, da in Florida die FIFA-Rechtsabteilung ansässig ist.
Infantino habe in seinem Verkaufsplan versprochen, das kommerzielle Potenzial der FIFA-Turniere besser auszuschöpfen. „In Wahrheit diente das Vorhaben Infantino und jenem kleinen Kreis dazu, sich dauerhaft an den wertvollsten Vermögenswerten der FIFA zu beteiligen und auf andere Weise von ihnen zu profitieren – zum Nachteil der FIFA, ihrer Mitglieder und anderer Akteure innerhalb der Fußballfamilie“, erklärte die UEFA.
In den Plänen sei der Wert der FIFA-Rechte „absurd niedrig“ bewertet worden. Es habe weder ein offenes Bieterverfahren noch ein unabhängiges Gutachten gegeben, heißt es weiter.
Das Vorgehen erinnert an den Sturz von Infantinos Vorgänger Joseph Blatter im Jahr 2015. Der langjährige FIFA-Boss gab sein Amt auf, nachdem die US-Justiz in zahlreichen Fällen ermittelt hatte. Blatter selbst wurde im Gegensatz zu anderen FIFA-Funktionären nie verurteilt, aber sein Führungskonzept war nicht mehr tragbar. Nun attackiert die UEFA Infantino allerdings frontal.
– Bisher kein Alternativkandidat: Der 56-Jährige will sich am 18. März 2027 zum vierten Mal zum FIFA-Chef wählen lassen. Unter den stimmberechtigten 211 FIFA-Mitgliedsländern gibt es derzeit keine klare Mehrheit für oder gegen ihn. Der übernächste WM-Gastgeber Saudi-Arabien sagte Infantino kurz vor Bekanntwerden der nächsten UEFA-Attacke seine Unterstützung zu – allerdings mit einer zeitlichen Einschränkung. „Zu diesem Zeitpunkt“ unterstütze der Verband SAFF den FIFA-Präsidenten – mit dieser Formulierung bleibt ein Kurswechsel möglich.
Ein Alternativkandidat konnte von der UEFA allerdings bislang nicht benannt werden. Offenbar soll die Personalie nun von Gerichten beantwortet werden. (dpa/cre)
Dieser Kahlkopf gehört längst mit dem korrupten gelben Verbrecher vom über dem großem Teich hinter Gittern , versorgt mit trockenem Brot und kaltem Wasser mit einer täglichen Dosis Peitschenhieben .
Schluss mit der Vetternwirtschaft („Fini les baronnies!“). Nicht nur im Fußball. 1789 war ein gutes Jahr.
Scheint auf 2 konkurrierende Verbände hinzulaufen.
Am Ende heißt es Schwamm drüber und es passt schon für beide. Die eine Krähe hackt der anderen sicher kein Auge aus
# Eifel_er / Selbst als Tierliebhaber, könnte man Verständnis dafür aufbringen, dass einige Krähen dieser Welt, endgültig in den Käfig gehören und dort eine angemessene Zeit verweilen sollten.
Das gilt nicht nur für eine Persönlichkeit beim Sport, sondern auch für einige Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und Politik.
Doch leider ist die Justiz, in manchen Fällen noch nicht dazu bereit und stellt den Tierschutz der Krähen, vor dem Schutz des Menschen.
Ab 2-3! Mit Wasser und Brot! Hat se nicht mehr alle!
Hat denn niemand das mitbekommen? Ceferin von der UEFA ist sehr wohl vor „Elefantino “ eingecknickt, denn Jugendmannschaften der Frauen nehmen sehr wohl an der Weltmeisterschaft teil! Da kann man nur Adenauer zitieren: „was interessiert mich mein Geschwätz von gestern „Letztendlich sind beide gleich unglaubwürdig. Ceferin ist also auch nur ein Spruecheklopfer!
@Ich Fass es nicht: Im Artikel steht ja auch, dass die UEFA vor wenigen Tagen ihre Boykott-Drohung zurückgenommen hatte: „Bis zuletzt hatte die UEFA mit Boykott-Drohungen Druck auf die FIFA-Spitze gemacht. Nie wieder dürfe es zu ähnlichen Versuchen wie beim geplanten WM-Rechteverkauf kommen, die den Sport verzerren, hatte die UEFA gefordert. Entsprechende Garantien haben die Infantino-Gegner nun anscheinend erhalten. Daher zog die UEFA diese Drohung beim Treffen in Monaco zurück – und greift stattdessen zu juristischen Maßnahmen gegen den FIFA-Chef.“ Gruß
Na ja ,
Wie dem auch sei, für mich ist die UEFA trotzdem nicht konsequent geblieben. Das ganze nur Geschwafel und Herumgeiere. Und der Versuch Infantino gerichtlich zu belangen wird höchstwahrscheinlich eine
nicht endende Schlacht zwischen den beiderseitigen Anwälten. Ausgang dieser Geschichte am Sanktnimmerlandstag. Wetten?
Wie aus den Deutschen NTV Nachrichten zu entnehmen ist , hat die UEFA diesen FIFA Savales (ohne Loli)
bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt a.M. angezeigt.