Politik

SPD-Politikern: KZ-Besuch soll für alle Pflicht werden

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli spricht am 17.10.2017 im Roten Rathaus in Berlin. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) hat vorgeschlagen, den Besuch einer KZ-Gedenkstätte zur Pflicht zu machen – für Deutsche und Migranten.

“Ich fände es sinnvoll, wenn jeder, der in diesem Land lebt, verpflichtet würde, mindestens einmal in seinem Leben eine KZ-Gedenkstätte besucht zu haben. Das gilt auch für jene, die neu zu uns gekommen sind“, sagte Chebli der „Bild am Sonntag“. Besuche eines früheren Konzentrationslagers sollten zum Bestandteil von Integrationskursen werden.

Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Buchenwald war eines der größten Konzentrationslager auf deutschem Boden. Foto: Shutterstock

Zur dritten Generation muslimischer Einwanderer sagte Chebli, selbst Muslimin und Tochter palästinensischer Flüchtlinge: „Sie tut sich deutlich schwerer mit der Identifikation mit Deutschland als meine. Das hat nicht nur, aber auch etwas mit Diskriminierungs- und Ablehnungserfahrungen zu tun.“

Wenn sich der „emotionale Rückzug“ dieser jungen Menschen verfestige, sei das problematisch, so die 39-Jährige. Deutsche Identität solle sich nicht in Abgrenzung zu anderen definieren. „Wir brauchen eine positive Definition, die alle einschließt.“

Chebli hatte zuletzt im Dezember Muslime aufgefordert, sich gegen Antisemitismus zu engagieren. Deutsche Muslime seien Teil der deutschen Gesellschaft, die noch lange nicht damit fertig sei, die Verbrechen der NS-Zeit aufzuarbeiten. Als Deutsche hätten Muslime damit eine Verantwortung, gegen Schlussstrich-Debatten und Vergessen einzustehen, schrieb sie in einem Beitrag für den „Tagesspiegel“. (dpa)

 

37 Antworten auf “SPD-Politikern: KZ-Besuch soll für alle Pflicht werden”

  1. Kerstges Angela

    Zu KZ- Besuch „Pflicht werden “ Stellungnahme.
    Eine schlechte Idee ist dies keinesfalls, allerdings kann man – so meine Meinung – nicht alle dazu verpflichten ! Grund: diese Grausamkeit würden nicht alle verkraften – ich z.B. werde nie eins besuchen, im TV gibt/gab es genügend entsprechender Sendungen.

  2. ...wie blöd muss eigentlich man sein...

    Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) hat vorgeschlagen, den Besuch einer KZ-Gedenkstätte zur Pflicht zu machen – für Deutsche und Migranten.“

    @ Kerstges:
    Bist du etwa Deutsche oder Migrantin? Soviel, wie ich weiß, geborene Honsfelderin, also Belgierin. Richtig lesen müsste man schon können.

    • Angela-Fan

      betreff wie blöd muss eigentlich man sein…mein Idol ist nachweislich von Honsfeld nach Eupen emigriert und ist diesbezüglich Asylantin, kann bewiesen werden, da jetzt als streitbare Eupenerin im Forum aktiv.

      • Angela Kerstges

        @Angela Fan, stimmt schon „streitbare Foristin.“….;ABER, Ihr „Angela Fan“ bemüht sich höflich zu bleiben – allerdings – reagiert Ihr Fan nach dem Motto : „wie du kommst gegangen, wirst du auch empfangen“!

  3. Glaubt man denn ein Nordafrikaner oder Afgahne würde wirklich verstehen was er da sieht?? Nur aus der deutschen Geschichte und Mentalität heraus, eingebettet in die europäischen Geschichte des Antisemitismus, ist es möglich das Entstehen und den Betrieb dieser Todesfabriken zu begreifen. Antisemitismus ist in Europa schon seit Jahrhunderten vorhanden, Auschwitz war aber nur in Deutschland, und auch nur unter den Bedingungen des NS-Regimes, möglich. Es macht daher keinen Sinn mit Arabern durch die NS-Gedenkstätten zu laufen und zu hoffen dass die danach die jüdischen Mitschüler nicht mehr attackieren. Die NS Gedenkstätten sind für Deutschland – und Europa – wichtig. Zeigen kann man die jedem, aber wirklich wirken tun die nur auf uns…

  4. Alfons Van Compernolle

    Keine schlechte Idee und dann Bitte jedem Besucher/in unmissverstaendlich-eindeutig die Grausamkeiten
    erklaeren, welche seiner Zeit die Nazis und ihre SS / SA / GSTAPO angerichtet haben.
    Man vergesse dabei auch nicht die Mordtaten der Sondereinsatzkommandos hinter den Fronten.
    Ich kenne die damaligen Geschehnisse aus erster Hand, meine Eltern , Oma und Onkel’s & Tanten waren als Sozialdemokraten im KZ.- Fuhlsbuettel und Neuengamme inhaftiert.
    Eine gute Idee einen ausfuehrlichen Besuch eines KZ’s zur Pflicht zu machen!

    • Populist

      Würden Sie diese Initiative auch so freudig begrüssen, wenn Ihre Verwandtschaft wie tausende andere einfache Mitläufer gewesen wären. Sie sind ja schließlich nur zufällig das Kind dieser Eltern, Ihr Verdienst ist es nicht.

          • Alfons Van Compernolle

            Ich bin kein Held, Heldentum ist nicht meine Natur. Aber ich waere kein Mitlaeufer und wuerde aus dieser Position wohl Gefahr laufen ebenfalls in ein KZ inhaftiert zu werden.
            Aber aus der heutigen Sicht, ist es fuer uns alle leicht (ungestraft) eine eigene Meinung / Sichtweise zu haben auf das „DAMALS“ !! Heldentum sieht anders aus, Schindler war so ein Held !!

      • Alfons Van Compernolle

        Haette es in meiner Familie sogenannte Mitlaeufer gegeben, wuerde ich es genbau so schlimm finden.
        Es ist aber wohl richtig, als Kind meiner Eltern, ist es immer einfacher hier eine andere Sicht auf die Dinge zu haben zumal dann, wenn man, wie ich, nach dem II.WK geboren worden ist.
        Und im Gegensatz zu vielen anderen Inhaftierten, hatten meine Eltern , wenn auch nicht vergessen, so doch ihren Frieden mit dieser Zeit geschlossen! Es gab auch in Hamburg 2 SS.-Bewacher aus dieser, die meine Eltern aus den KZ. erkannt haben und auch mit eben diesen Menschen haben meine Eltern
        nach reiflicher Diskussion ihren Frieden geschlossen!

  5. Ach was!

    Absoluter Quatsch, einen solchen Besuch zur Pflicht zu machen. Die Chebli, selbst Muslimin und in Berlin wohnhaft, sollte eher sich selbst zur Pflicht machen , etwas gegen die Judenhetze ihrer muslimischen Mitmenschen zu tun. Da ist es gerade in ihrem Wohnort Berlin unverkennbare Tatsache, dass beispielsweise muslimische Schulkinder ihre jüdischen Mitschüler verbal und physisch drangsalieren.

    • anti-aspire

      Nein, AfD-Wähler brauchen sich weder mit Gedenkstätten noch der deutschen NS-Vergangenheit auseinanderzusetzen, da dies ihre limitierten geistigen Kapazitäten überfordern würde, denn sonst würden sie ja nicht AfD wählen.

      • ja ja… die einzigen Reden, die man sich anhören kann, sind die der AfD. VErmutlich weil deren Wähler gerade kluger sind. Hören Sie sich die Rede der Weidel zur Finanzierung der EU an. Nix ätsch bätschi-Level.

      • Tribunal

        @anti aspire : 7/ 1. 2018

        Hier wird das AfD-Denken – scheint mir – sehr an den Pranger gestellt, manches mag übertrieben sein bei dieser Partei, manches auch ok. ich, jedenfalls, stelle nicht deren gesamtes Parteiprogramm an den Pranger !
        Selbstverständlich soll weiter, ausländischen Menschen in Not Hilfe zukommen, doch sind nicht wenige, aus anderen Motiven in unseren Breitengraden..Dieser „Geldhahn“ muss untersucht werden ! Meine Meinung !

  6. abendland

    massenmorde sind in der weltgeschichte so normal,dass es ohne sie überhaupt keine weltgeschichte gäbe.
    was ist denn an auschwitz so besonders?
    das einzige, dass den holocaust von anderen massenmorden/genociden/völkermorden unterscheidet, ist die tatsache, dass es sich hierbei zur abwechslung mal um die abschlachtung von millionen juden handelt. das ist der wirklich einzige unterschied, sonst nichts.
    das der holocaust einzigartig sei in der weltgeschichte (genannt Singularität des holocaustes), ist eine erfindung zionistischer vereinigungen in der westlichen politik. die juden sind eben das ausserwählte volk, im leben wie im sterben. und deutschland soll bezahlen. das ist die botschaft. alles andere ist unsinn.

    diese sichtweise des holocaust, als gesteuerte politische propaganda (was nix neues ist) stammt von norman finkelstein, dessen verwandte ebenfalls opfer des holocaustes wurden. autor des buches „die holocaust-industrie“. lesenswert !
    wenn wir wirklich aus den verbrechen des 20.jh. lernen wollen, dann sollten wir zur kenntnis nehmen, dass der ursprung dieser verbrechen SOZIALISTISCHE DENKWEISEN sind. egal ob braun national oder rot international – eine blutspur von weit über 100 bis 200 Millionen Toten wurde hinterlassen, und die europäischen juden mit 6 millionen sind auch nur ein teil davon.

    wir sollten lernen, sozialistisches denken an den pranger zu stellen.

    anstatt die auschwitz-keule auch für 21.jh. fit zu machen (was nicht funktionieren wird, liebe gutmenschen), sollten wir in den schulen „das schwarzbuch des kommunismus“ durchlesen. das ist schon seit 20 jahren überfällig.

    • @ abendland

      Was wollen Sie der Menschheit mit diesem „Beitrag“ sagen?
      Verbrechen sind durchaus entschuldbar da sie schon immer vorgekommen sind? Morgen meuchel ich meinen Nachbarn denn so etwas ist in der Geschichte der Menschheit schon millionenfach passiert.
      Ihrer Meinung nach gibt es also einen Unterschied zwischen Naziverbrechen und denen des Kommunimus? Naziverbrechen sind gut weil es sie schon immer gegeben während die Verbrechen des Kommunismus unentschuldbar sind.
      Ihre Sprache verrät Sie. Weder haben Sie begriffen um was es in dieser Debatte geht noch haben Sie aus der Geschichte etwas gelernt.
      Auch wenn Sie den Begriff „Gutmensch“ immer wieder in beleidigender Absicht führen, in diesem Kontext lasse ich mich von Typen wie Ihnen gerne einen Gutmenschen nennen.

      • Die Mischung machts

        Ne richtig Nette Dame ……… von der SPD da -:) -:) Wer kann schon die Geschichte zurückdrehen ??????
        Es ist doch immer dasselbe , ALTER WEIN IN NEUEN SCHLÄUCHEN und die aller wenigsten ziehen eine Lehre . bis denne

    • „wir sollten lernen, sozialistisches denken an den pranger zu stellen.“

      Die Aussage kann nur aus dem Mund eines rechten Hetzers kommen, der die Politik von Sozialabbau, Vermögensumverteilung, innerer und äußerer Aufrüstung in die Hände spielt.

  7. „Nach der Machübernahme Hitlers boten die sozialdemokratischen Gewerkschaftsführer dem faschistischen Regime die Zusammenarbeit an, was sie allerdings nicht vor den Konzentrationslagern rettete. „Der verfaulteste Teil des faulenden kapitalistischen Europa ist die sozialdemokratische Bürokratie,“ schrieb Leo Trotzki 1932.“

    Quellen zum Nachlesen:
    https://www.wsws.org/de/articles/2003/05/spd-m24.html
    https://www.wsws.org/de/articles/2013/05/23/spd-m23.html

  8. dieweltamabgrund

    Das Mekka pilgern der postmoderne, die Welt wird immer beknackter. Ich sage nur eins. Warum ist das Römische Reich untergegangen ?! Aufgeblähte Bürokratie. Verbote hier verbote da. Bald darf man Frauen Männer Tiere nicht einmal mehr anschauen geschweige anfassen und und und…

  9. schlechtmensch

    Wie wär es denn mal noch andere Pflichtveranstaltungen einzuführen, damit sich die westliche Kultur auch ein besseres Bild von den Zugereisten machen kann. Zum Beispiel eine Live-Beschneidung, eine Schächtung, ein Vollzug einer Ehe mit einer Minderjährigen usw… Alles legales Zeug hier in Buntland.

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