Gesellschaft

#MeToo-Debatte: Frauengruppe um Catherine Deneuve warnt vor „Hass auf Männer und die Sexualität“

Schauspielerin Catherine Deneuve am 14.02.2017 bei der Premiere des Films "Sage femme". Foto: Gregor Fischer/dpa

Der französischen Schauspielerin Catherine Deneuve und weiteren prominenten Frauen geht die weltweit geführte #MeToo-Debatte in eine falsche Richtung. Die aktuelle „Denunziations-Kampagne“ gegen Männer spiele nur Moralaposteln und religiösen Extremisten in die Hände, lautet einer der Vorwürfe.

Die Frauengruppe um Catherine Deneuve (74) warnt in einem Gastbeitrag, der am Dienstag von der französischen Zeitung „Le Monde“ veröffentlicht wurde, vor einem „Klima einer totalitären Gesellschaft“.

Eine junge Frau hält ein Smartphone mit dem Hashtag „#MeToo“ in der Hand. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

„Vergewaltigung ist ein Verbrechen. Aber hartnäckiges oder ungeschicktes Flirten ist kein Delikt, und eine Galanterie auch keine chauvinistische Aggression“, heißt es. „Als Frauen erkennen wir uns nicht in diesem Feminismus, der über die Anprangerung von Machtmissbrauch hinaus das Gesicht eines Hasses auf Männer und die Sexualität annimmt.“

Laut „Le Monde“ wurde der Text unter anderem von der französischen Schriftstellerin Catherine Millet verfasst, die mit dem freizügigen Buch „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ bekannt wurde. Unterschrieben haben ihn insgesamt rund 100 Frauen – darunter etwa Künsterinnen, Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen und eben auch die Schauspielerin Catherine Deneuve.

Die französische Schriftstellerin Catherine Millet. Foto: Julian Martin/epa efe/dpa

Die #MeToo-Debatte um Sexismus und sexuelle Übergriffe kam ins Rollen, als im Oktober 2017 Vorwürfe gegen Hollywood-Mogul Harvey Weinstein bekannt wurden. Die Diskussion habe legitimerweise Bewusstsein geschaffen für sexuelle Gewalt gegen Frauen, heißt es in dem nun veröffentlichten Gastbeitrag, dies sei notwendig gewesen. Der Text verteidigt jedoch „eine Freiheit, jemandem lästig zu werden, die für die sexuelle Freiheit unerlässlich ist“.

#MeToo habe in der Presse und den sozialen Netzwerken eine „Kampagne der Denunziation und öffentlicher Anschuldigungen“ ausgelöst – die Beschuldigten seien auf eine Stufe mit sexuellen Aggressoren gestellt worden, ohne antworten oder sich verteidigen zu können.

“Dieses Fieber, die ´Schweine‘ zur Schlachtbank zu führen (…) dient in Wahrheit den Interessen der Feinde sexueller Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre und derjenigen, die meinen (…), dass Frauen ‚besondere’ Wesen sind, Kinder mit Erwachsenengesicht, die nach Schutz verlangen.“

„Obwohl Präsident Emmanuel Macron aus dem Kampf für die Gleichstellung der Frauen eine Staatsangelegenheit machen will, ist es kein Wunder, dass die Debatte um sexuelle Belästigung ausgehend von Frankreich diese neue Wende nimmt“, schrieb die deutsche Tageszeitung „Die Welt“ dazu am Mittwoch.

Die ehemalige deutsche Familienminister Kristina Schröder (CDU). Foto: Wolfgang Kumm/dpa

In einem Land, dessen Kultur und Literatur seit Jahrhunderten von Libertinage, Galanterie und freier Sexualität geprägt sei, das Autoren wie den Marquis de Sade und Philosophen wie Michel Foucault hervorgebracht habe, werde die Debatte um sexuelle Aggression auf eine neue Ebene gestellt, so „Die Welt“.

Auch in Deutschland gab es kürzlich Kritik von Frauen an der Art und Weise, wie die #MeToo-Debatte geführt wird. Die frühere deutsche Familienministerin Kristina Schröder (CDU) äußerte sich mit Blick auf die #MeToo-Debatte gespalten.

Einerseits begrüße sie es, wenn die Gesellschaft beim Thema Sexismus sensibler werde, sagte sie in einem Interview der Zeitung „Die Zeit“. Gleichzeitig sehe sie aber auch die Gefahr, „dass Männer zumindest in der Arbeitswelt gegenüber Frauen jedes Wort auf die Goldwaage legen“, sagte Schröder. Sie nehme es lieber hin und wieder in Kauf, „dass man sich mir mal mit tumbem Balzverhalten nähert, als in einer komplett sterilen Arbeitswelt zu leben, in der sich Männer und Frauen wie rohe Eier behandeln“.

„Alle Männer Schweine, alle Frauen Opfer“

Zum Brief von Catherine Deneuve und anderen Frauen zum Thema #MeToo schrieb die Zeitung „Die Welt“ am Mittwoch:

„Catherine Deneuve hat der Zeitung ‚Le Monde‘ einen Brief geschrieben, in dem sie ein Ende der ‚Denunziationskampag‘ gegen Männer fordert. 100 prominente Französinnen haben unterschrieben. Sie warnen vor einem ‚Klima einer totalitären Gesellschaft‘, das die #MeToo-Kampagne erzeugt habe. Der Brief lässt jeden erleichtert aufatmen, der in den vergangen drei Monaten dachte, verrückt zu werden. #MeToo war überall. Alle Männer waren Schweine, alle Frauen Opfer. Frauen erklärten der Welt, dass jedes Kompliment ein Übergriff sein kann. 50 Jahre sexuelle Befreiung und Emanzipation, die noch viel ältere Fähigkeit, sich zu respektieren und in die Grenzen zu weisen – das alles war pulverisiert und weggeblasen. Nun endlich sagt die große Catherine Deneuve: Stop mit dem Unsinn! Wie gut das tut.“ (dpa/cre)

  1. Die Grande Catherine

    Rischtisch, la Grande Catherine. Frauen-Vergewaltiger und Mörder, samit ihrer frauenfeindlichen Kultur, werden en masse importiert, aber dann die Heucheli mit der Belästigung. Natürlich gibt es Grenzen, aber es gibt auch Grenzen andersrum: Alles, alles, und wirklich alles in Frage stellen und „denunzieren“, das ist die traurige dominante Ideologie, heute. (Törö, muss auch Grande Catherine übersetzt werden? Sie leben in BELGIEN, hier sind die Menschen 3sprachig)

  2. Ostbelgien Direkt

    AKTUALISIERUNG

    „Alle Männer waren Schweine, alle Frauen Opfer“

    Zum Brief von Catherine Deneuve und anderen Frauen zum Thema #MeToo schrieb die Zeitung „Die Welt“ am Mittwoch:

    „Catherine Deneuve hat der Zeitung ‚Le Monde‘ einen Brief geschrieben, in dem sie ein Ende der ‚Denunziationskampag‘ gegen Männer fordert. 100 prominente Französinnen haben unterschrieben. Sie warnen vor einem ‚Klima einer totalitären Gesellschaft‘, das die #MeToo-Kampagne erzeugt habe. Der Brief lässt jeden erleichtert aufatmen, der in den vergangen drei Monaten dachte, verrückt zu werden. #MeToo war überall. Alle Männer waren Schweine, alle Frauen Opfer. Frauen erklärten der Welt, dass jedes Kompliment ein Übergriff sein kann. 50 Jahre sexuelle Befreiung und Emanzipation, die noch viel ältere Fähigkeit, sich zu respektieren und in die Grenzen zu weisen – das alles war pulverisiert und weggeblasen. Nun endlich sagt die große Catherine Deneuve: Stop mit dem Unsinn! Wie gut das tut.“

  3. Wenn die Teilnehmerinnen der mytoo Kampagne das durchsetzen was sie wollen, werden sie innerhalb kürzester Zeit wieder zurückrudern.
    Wenn ein mann eine Frau nicht mehr „anmachen“ kann, wie soll dann kopuliert werden ? Nur um den heissen Brei drehen will auf Dauer auch keine Frau.
    Wir sterben aus.

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