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Entsetzen in Belgien: 11-jähriges Mädchen in Merksem erschossen – Verbindung mit der Drogenszene vermutet

09.01.2023, Belgien, Antwerpen: Ein Polizist steht am Tatort Wache. Ein 11-jähriges Mädchen ist nach Schüssen gestorben. Foto: Kristof Van Accom/BELGA/dpa

AKTUALISIERT – Entsetzen in Belgien: Ein 11-jähriges Mädchen ist nach Schüssen in Antwerpen gestorben. Die Tat steht vermutlich in Zusammenhang mit der Drogen-Kriminalität, wie ein Polizeisprecher am Dienstag bestätigte.

Unbekannte schossen am Montagabend nach Informationen der Staatsanwaltschaft auf ein Garagentor im Antwerpener Stadtteil Merksem. Die Bewohner des Hauses, ein Vater (58) und zwei weitere Töchter im Alter von 18 und 13 Jahren, wurden leicht verletzt. Doch für das jüngste Mädchen kam jede Hilfe zu spät. Der Staatsanwaltschaft zufolge ergab die Autopsie, dass das Kind von einer Kugel tödlich getroffen wurde.

09.01.2023, Belgien, Antwerpen: Ein Polizist steht neben Einsatzfahrzeugen der Polizei am Tatort Wache. Foto: Kristof Van Accom/BELGA/dpa

Ob der Fall tatsächlich mit dem Drogenmilieu zu tun habe, soll nun eine Untersuchung klären. Medienberichten zufolge handelt es sich bei dem getöteten Mädchen um die Nichte eines berüchtigten Drogenschmugglers.

Die Staatsanwaltschaft der Hafenstadt betonte jedoch, dass es bisher keine Hinweise gebe, dass die Bewohner des Hauses „selbst in den Drogenhandel verstrickt“ seien. Die Ermittlungen laufen.

Seit dem Sommer 2022 wird Antwerpen überrollt von einer Welle von Gewalt im Zusammenhang mit Drogenkriminalität. Dem Polizeisprecher zufolge wurden häufiger bereits Schüsse oder Sprengkörper vor Türen oder Garagen gezündet, um Menschen einzuschüchtern. Dies sei jedoch das erste Mal, dass Menschen zu Schaden kamen.

Politiker in Belgien zeigten sich entsetzt. „Kinder haben nichts mit einem Drogenkrieg zu tun“, schrieb Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) auf Twitter. „Tiefer kann die Drogenmafia nicht mehr fallen“, erklärte Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD), der dem Drogenhandel den Kampf angesagt hat und im Herbst 2022 sogar von der Drogenmafia entführt werden sollte. Polizei und Staatsanwaltschaft würden alles in ihrer Macht stehende tun, um die Verantwortlichen zu finden und zu bestrafen, so Van Quickenborne.

05.01.2021, Belgien, Antwerpen: Ein Zollmitarbeiter steht am Grenzkontrollpunkt Linkeroever in der Nähe eines Lastwagens (gestellte Szene). Der Hafen von Antwerpen ist ein wichtiger Umschlagplatz der internationalen Drogenmafia. Foto: Dirk Waem/BELGA/dpa

Die Drogenkriminalität von Antwerpen ist eng verzahnt mit den Banden im Nachbarland Niederlande. Die Häfen von Antwerpen und Rotterdam sind auch die größten Einfuhrhäfen von Kokain in Europa.

Zollfahnder stellten im vergangenen Jahr in beiden Ländern insgesamt rund 160 Tonnen Kokain sicher. Das teilten die Zollbehörden beider Länder am Dienstag mit. Allein in Antwerpen ging es um rund 109 Tonnen – so viel wie nie zuvor. 2021 waren es rund 90 Tonnen. (dpa)

In Rotterdam, dem größten Hafen Europas, dagegen zeigten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollen Erfolge: Rund 47 Tonnen Kokain wurden sichergestellt, deutlich weniger als die rund 70 Tonnen 2021, wie die Staatsanwaltschaft in Rotterdam mitteilte. Doch der Verkaufswert betrage noch immer „schwindelerregende 3,5 Milliarden Euro“. Im kleinen Hafen von Vlissingen im Südwesten stellten die Fahnder rund vier Tonnen Kokain sicher, fast doppelt so viel wie im Vorjahr. (dpa)

18 Antworten auf “Entsetzen in Belgien: 11-jähriges Mädchen in Merksem erschossen – Verbindung mit der Drogenszene vermutet”

  1. Das Ganze ist natürlich sehr traurig und ich wünsche den Verletzten baldige ….usw, aber eben hörte ich im Radio, dass in Belgien allein 2022 über 100 Tonnen Kokain vom Zoll aufgespürt wurden. Das ist dann aber nur die Spitze vom Schneeberg. WER, so frage ich mich, konsumiert dieses Zeug??

      • Wer Drogen braucht hat kein Problem damit sich die illegal zu besorgen.
        Je mehr Illegal konsumiert wird je mehr wird eingeschmuggelt und je mehr Verbrechen werden deswegen begangen.
        Je mehr Drogen vernichtet werden, je mehr wird geschmuggelt.
        Würde man die beschlagnehmten Drogen verkaufen, würden diese Tonnen schon weniger geschmuggelt werden weil nicht benötigt.
        Und für den Staat wären das Milliarden Einnahmen.

        • Oh ja ! Kokain legalisieren, während der Kaffeepause wird dann mal kurz gekifft ?
          Mit dem Verdienst kann der Staat ja dann neue Kliniken bauen, die Polizisten in Therapeuten oder Bestatter umschulen.
          Anstatt zu rechnen, warum so viel verkauft wird, sollte man sich fragen, warum es so viele Kunden gibt…

  2. der heilige josef

    Der bedeutende Ökonom Milton Friedman hat schon vor Jahrzehnten gefordert das alle Drogen legalisiert werden sollten. So beseitigen wir das Problem über Nacht wenn wir das nur wollen, aber scheinbar verdienen viele ach so saubere Herrschaften aus Industrie und Adel mit, wenn der weltumspannende milliardenschwere Drogenkuchen Jahr für Jahr verteilt wird. So gesehen macht sich der Staat durch sein beharren auf die Prohibition zum nützlichem Gehilfen der Kartelle.

    • #der heilige josef

      Bei einer Freigabe von Drogen würden viele Stellen bei der Polizei überflüssig werden, ergab vor einigen Jahren eine Untersuchung in den USA.
      Drogenkriminalität würde praktisch entfallen. Es könnte, durch gesundheitliche Schäden, aber mehr Personal im Gesundheitssektor nötig werden.
      Die Polizeigewerkschaft ist aber nicht für den Gesundheitssektor zuständig und deshalb gegen eine Freigabe.

  3. Bürgsreicher

    Ein Drogenimport in diesen wahnsinnigen Dimensionen, wie er über den Antwerpener Hafen läuft, wäre ohne staatliche Hilfe, auch indirekte, nicht möglich, so viel ist sicher. Die beschlagnahmten Tonnen (!) an harten Drogen stellen mit Sicherheit nur einen Bruchteil dessen dar, was tagtäglich hier landet. Apropos, was geschieht eigentlich mit diesen Drogen? Ob es wohl auffällt, wenn auf dem Weg von der Beschlagnahme bis zur Vernichtung ein paar Kilogramm verschwinden?
    Wenn ich mir anschaue, wie die Behörden auch in der DG vor dem Problem der harten Drogen die Augen verschließen und kapitulieren, dann kann ich mir ausmalen, wie das in Antwerpen so läuft.

  4. Ermitler

    Solange wir diese Leute oder Kulturen hier dulden wird es immer schlimmer, Drogen .Messerstecherei,Morde,Endführungen,Sozialbetruge,Zuwanderung ist das Problem usw.Siehe Zeitung uns Fernsehen man sieht und hört nichts mehr anderes ,unsere Kinder haben überhaupt keine möglichkeite mehr ,unbeschwert raus zugehen um sich einwenig zu anmüsieren ,so wie wir das hatten.

    • Ein Betroffener

      Amüsieren, wie wir das hatten, gibt es nicht mehr. Heute bedeutet „Amüsieren“ nichts anderes als „Komasaufen“. Ob harte Drogen oder Alkohol, in der Anfangsphase macht es keinen großen Unterschied. Aber bei regelmäßigem Alkoholgenuss bricht der Körper mit ca. 40 Jahren zusammen, bei harten Drogen wird er nicht mal 30. Deshalb sollte es in jeder Gemeinde eine AA-Gruppe geben oder besser noch, eine Präventionsstelle mit angeschlossener Selbsthilfegruppe – für Betroffe eine und für Angehörige eine.

      • Bürgsreicher

        Ausgezeichneter Plan! Gegen international organisierte und staatlich geförderte Kriminalität (die Antwerpener Polizei ist nachweislich hochkorrupt) gründen wir ein paar Selbsthilfegruppen. Manchmal fällt es tatsächlich schwer, die Grenze zwischen Naivität und komplett vernagelter Blödheit zu ziehen.

  5. Ermitler

    Betroffener bin betroffen ,glaube früher wurde mehr gesoffen als heute aber was ich meine ,das gefährliche heute ist die Gewalt die ausgeführt wird wie man immer sieht ob in der Zeitung oder Fernsehn,mit Messern und wer sind diese Täter meistens immer dieselben.

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